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Posted by Reaktor on Jun-06-2006 14:43:

quote:
Originally posted by MirkoS
Ich glaube ich möchte nicht in der Haut von Klansmann stecken, wenn die das erste Spiel verlieren sollten!
Speziell dann wenn der Lehmann patzt!!!

Dann werden alle "Besserwisser", "Fußballkenner" und "Insider" aus Ihren Löchern strömen!!!


Damit muss der gute Herr dann leben. Ich hoffe nur, dass Lehmann sich seine komischen Ausflüge aus dem 16-er bei den WM Spielen spart.


Posted by bigfoot49 on Jun-06-2006 15:37:

quote:
Originally posted by Rockabye
Leute jetzt freut euch doch mal über die WM und heult nicht immer nur rum weil ihr keine Karten habt, auf der Straße mal etwas länger warten müßt oder euch mal nackich machen müßt...


ne is klar....


Posted by Rockabye on Jun-06-2006 17:47:

quote:
Originally posted by bigfoot49
ne is klar....



bei einem Ereignis wie der Fussball-Wm sollte man seine persönlichen Belange auch mal hinten anstellen können...


Posted by bigfoot49 on Jun-06-2006 17:48:

klar und deshalb komplett seine grundrechte aufgeben



Posted by Rockabye on Jun-06-2006 17:52:

quote:
Originally posted by bigfoot49
klar und deshalb komplett seine grundrechte aufgeben





lol wo gibst du denn komplett deine grundrecht auf?

nun lass die kirche mal im dorf...echt ma


Posted by HHBLACKSTAR on Jun-06-2006 18:05:

Ich freu mich auf die WM ,das ist wirklich das größte Sportereignis seit 1974 bzw. den olympischen Spielen in München ...ich hab so ein großes Sportereigniss noch nicht selbst (bewußt ) erleben können.
Ich find es ALLES sehr aufregend ,z.B. wenn der schwerbewachte, blaue Ami-Bus an meinem Fenster vorbeifährt,ich finde es geil -das überall deutsche Flaggen hochgezogen werden ( hat was Feierliches ) ,ich sauge die Fussballnews in mich auch ,ich sehe jedes Fussballhäppchen im TV ...mein Gott -das Wetter bessert sich auch ...was will ich mehr ?!
Die deutsche Mannschaft wird die Vorrunde schon locker schaffen ,das erste Spiel wird 100%ig gewonnen und dann schau'n wir mal !

Hab ich schon erzählt -das ich nächste Woche frei habe ?!


Posted by ANGELofPAIN on Jun-06-2006 19:31:

quote:
Originally posted by Rockabye
bei einem Ereignis wie der Fussball-Wm sollte man seine persönlichen Belange auch mal hinten anstellen können...

Wenn es nur die f... WM wäre, dir ist aber sicher aufgefallen das das Urteil zu einem 2.Ligaspiel gehört???
Und auch sonst geht es mir auf die Ketten wenn es regelmäßig heißt "Polizeistaat knüppelt für Olympia ... ach neee WM".
Eventuell sollte man sich auch mal mit der Realität außerhalb der weichgespühlten Bundesliga-Kommerz-Tempeln befassen oder ne Auswärtsfahrt mit dem Zug antreten, da hat man so einige "Aha-Effekte".
Und ich weiß ja nit wie du es finden würdest wenn du dich oder deine Freundin sich mal kurz vor den Beamten und so ausziehen dürfte?
Bei mir ist damit eine Grenze überschritten und es ist mal wieder ein Tropfen mehr in ein Fass, das sowieso schon randvoll ist.


Posted by MirkoS on Jun-06-2006 20:58:

Was die Polizeigewalt angeht wird hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen!
Stichwort: Blinder Aktionismuß!
Hauptsache etwas tun, damit die Öffentlichkeit sieht das was getan wird.
Wie gesagt ist aber nix neues!
Teilweise fehlt den Jungs und Mädels in grün das nötige Fingerspitzengefühl.

Ich freu mich auch auf die WM, allerdings nervt mich momentan das überall Fußball im alltagsleben vorkommt!
Selbst bei uns in der Firma!
"Fans in motion...."


Posted by disco stu on Jun-07-2006 11:12:

Farfan-Wechsel zum HSV geplatzt ?
Auf der Suche nach einer Verstärkung für seinen schwächelnden Angriff hat der Hamburger SV einen herben Tiefschlag einstecken müssen. Der von den Hanseaten heftig umworbene Stürmer Jefferson Farfan vom PSV Eindhoven wechselt nach Informationen der Hamburger Morgenpost wohl nicht an die Elbe.
Die PSV-Führung war nach der Kontaktaufnahme des HSV nicht zu einem Treffen zu bewegen. Dennoch will der Hamburger Sportchef Dietmar Beiersdorfer nicht aufgeben: "Sie versuchen eben, den Spieler zu halten."


Posted by Rockabye on Jun-07-2006 11:23:

ach blablabla...alles verhandlungstaktik. und wenn nicht der kommen halt Zigic und Bojinov...


Posted by Rockabye on Jun-07-2006 12:21:

lol der blatter wieder

quote:

Joseph Blatter verwechselt Breitner mit Gerd Müller
München (dpa) - 07.06.2006, 13:54 Uhr

FIFA-Präsident Joseph Blatter hat sich beim Empfang des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber in der Münchner Staatskanzlei einen peinlichen Fauxpas geleistet.

«Ich begrüße Gerd Müller, den Schützen des deutschen Siegestors der WM 1974», sagte er in einer Ansprache - und zeigte auf Paul Breitner.

Breitner hatte im WM-Finale vor 32 Jahren das 1:1 per Elfmeter gegen die Niederlande geschossen. Nachdem Blatter seinen Fehler bemerkte, beendete er seine Rede mit Giovanni Trapattonis geflügeltem Wort: «Ich habe fertig.» Breitners nüchterner Kommentar: «Es zeigt wieder einmal, dass er keine Ahnung hat.»


Posted by Rockabye on Jun-07-2006 12:23:

quote:

Telekom wird Hauptsponsor der Bundesliga
München (dpa) - 07.06.2006, 13:50 Uhr

Die Deutsche Telekom wird der erste Sponsor der Fußball-Bundesliga. Ab der Spielzeit 2006/2007 werden alle Spieler während der Partien das Logo des Telekomkonzerns auf dem Ärmel tragen, teilten Deutsche Telekom und Deutsche Fußball Liga (DFL) in München mit.

Der Name der Bundesliga soll aber zunächst noch nicht in «Telekom-Liga» umbenannt werden. Offiziell ist die Telekom erst einmal «Premium-Partner» der Liga. Im Rahmen des Gesamtpakets verzichtet die Deutsche Telekom auf die umstrittene Übertragung des Internet-Signals über Kabel und Satellit. Damit wird die Telekom die Spiele live nur im schnellen Internet zeigen. Da sie auf die theoretisch mögliche Übertragung der Spiele auf anderem Wege verzichtet, bekommt sie nachträglich einen Rabatt auf den Preis, den sie für die Online-Rechte bezahlen soll. Verlierer der Einigung ist der Bezahlsender Premiere, der bisher die Spiele im Pay-TV übertrug.

Zu finanziellen Details äußerten sich die Vertragsparteien zunächst nicht. Nach verschiedenen Medienberichten soll sich die von der Telekom über drei Jahre zu zahlende Summe für die Premium- Partnerschaft auf bis zu 60 Millionen Euro belaufen.

Erleichtert begrüßte der neue Pay-TV-Anbieter Arena die Einigung zwischen der DFL und Telekom über die Nutzung der Online-Rechte an der Fußball-Bundesliga. «Mit dieser Vereinbarung herrscht nun auch endgültig Klarheit für den Fußballfan. Bundesliga live im Kabel und per Satellit gibt es ausschließlich von Arena», sagte Arena-Geschäftsführer Christoph Bellmer in München.

Harsche Kritik am Verkauf der Bundesliga-Namensrechte übte der Deutsche Journalisten-Verband (DJV). «Damit drohen Bundesliga-Übertragungen zu Dauerwerbesendungen zu verkommen», sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken in Berlin. «Die Telekom wird damit in den Sportsendungen durch Logos und insbesondere durch die Nennung des Namens in Verbindung mit dem Begriff Bundesliga allgegenwärtig sein», sagte Konken weiter. Der DJV appellierte an die Medien, den möglichen neuen Namen der Liga nicht aufzugreifen.




Mich stört's nicht, hauptsache die Vereine bekommen mehr Geld.


Posted by Tom Paris on Jun-07-2006 12:42:

Wenn die das wirklich Telekom-Liga nennen wollten, würde ich lieber Witz-Liga nehmen. Das passt dann besser. Auch im Ausland...


Posted by Rockabye on Jun-07-2006 13:03:

quote:
Originally posted by Tom Paris
Wenn die das wirklich Telekom-Liga nennen wollten, würde ich lieber Witz-Liga nehmen. Das passt dann besser. Auch im Ausland...



Ist Barclays Premier League so viel besser?


Posted by Frank-HH on Jun-07-2006 14:55:

quote:
Originally posted by Rockabye
Mich stört's nicht, hauptsache die Vereine bekommen mehr Geld.


Bayern 50%, die andern 17 Vereine teilen sich die anderen 50%....



Posted by bigfoot49 on Jun-07-2006 15:31:

Sicherheit: Hysterie oder bittere Notwendigkeit? Wie sich Deutschland auf ungebetene Gäste bei der am Freitag in München beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft vorbereitet hat. Die unglaubliche Geschichte des Hamburgers Nils Bethge einte Fans in ganz Deutschland in ihrer Abneigung gegen staatliche Repressalien im WM-Vorfeld.

Von Björn Jensen

Hamburg -

Da ist dieses Zittern, wenn die Wut wieder in ihm aufwallt. Ein Zittern, das vom Brustkorb in die Arme zieht. Es ist das einzige sichtbare Zeichen von Zorn, das sich Nils Bethge gestattet, wenn er über die drei Monate spricht, die sein Leben verändert haben. Drei Monate, von denen er hofft, daß sie die schlimmste Erfahrung seines Lebens bleiben werden. Drei Monate, die eine Geschichte erzählen über die Kehrseite der WM-Hysterie in diesem Land.

Nils Bethge, 26, gelernter Zimmermann, in Wedel aufgewachsen und wohnhaft in Sülldorf, ist seit 1987 Anhänger des HSV. Seit 1994 wird er als Dauerkarten-Kunde, seit 2003 als Vereinsmitglied geführt. Als reger Auswärtsspiel-Besucher ("Allesfahrer") ist er in der Fanszene bekannt und bei der Polizei als Anhänger der "Kategorie B - gewaltbereiter Fußballfan" eingestuft. Mit seinem Kurzhaarschnitt und dem kräftigen Oberkörper mag er äußerlich das Klischee des Schlägers erfüllen; Freunde, Familie und Vorgesetzte beschreiben ihn als "höflich, diszipliniert und in seinem Selbstbewußtsein sehr gefestigt". Dirk Mansen, als früherer HSV-Fanbeauftragter mit der Szene vertraut, nennt ihn "ein unbeschriebenes Blatt". Bethge selbst sieht Fußball als seine größte Leidenschaft und sich als treuen Fan. "Ich bin nicht latent gewaltbereit, aber ich würde mich verteidigen, wenn ich es müßte", sagt er. Bethge war Zeitsoldat, seine Geisteshaltung ist quasi Berufsethos.
21. Januar 2005 - der Tag, an dem alles begann

Am 21. Januar 2005 organisiert er eine Busreise zum Bundesligaspiel des HSV beim FC Bayern München. Nach der Partie trifft er in einem Schwabinger Lokal einen Bekannten, der wie er dem Fanklub "Outsiders" angehört. Dieser war von Münchner Fans verprügelt worden. In der allgemeinen Erregung darüber beschließt eine 25köpfige Gruppe, sich für den Kameraden "geradezumachen". Bethge, wie meist bei Fußballspielen nüchtern und bis dato niemals polizeilich als gewalttätig aufgefallen, macht den Fehler, der im nachhinein als folgenschwer einzustufen ist: Er schließt sich der Gruppe an.

Diese wartet am mit den Münchner Schlägern ausgemachten Treffpunkt, einem Schnellimbiß, und wird dort von einer Übermacht angreifender Bayern überrascht. Der Bitte der Hamburger, die Kneipe zu verriegeln und die Polizei zu rufen, kommt der Wirt nach. Die Münchner fliehen, eine Schlägerei findet nicht statt. Die eingetroffenen Beamten nehmen die Personalien der Hamburger auf und entlassen sie wenig später. Nils Bethge tritt in dem von ihm organisierten Bus die Heimreise an. Da gilt er noch als Opfer.

Am 30. Oktober wird aus dem Opfer offiziell ein Täter. Bethge erhält auf Grund belastender Aussagen eines Gastes des besagten Münchner Schnellimbisses Post von der Staatsanwaltschaft München. Inhalt des Schreibens: Gegen ihn werde wegen schweren Landfriedensbruchs, Organisation einer Schlägerei und Rädelsführerschaft ermittelt. Am 1. November wird er auf einer Hamburger Polizeiwache mit den Vorwürfen konfrontiert. "Da war ich baff, habe die Aussage verweigert und mir einen Anwalt genommen", erinnert sich Bethge.
21. Dezember 2005 - der Tag der Verhaftung

Auf die erste Vorladung folgt zunächst nichts. Bis zum 21. Dezember, dem Tag, an dem der HSV im DFB-Pokal-Achtelfinale erneut beim FC Bayern antreten muß. Bethge, der verständlicherweise keine Lust auf eine München-Reise hat, schaut die Partie im Sportpub Tankstelle, einem offiziellen HSV-Lokal auf dem Kiez. In der Halbzeit wird er von einem ihm bekannten "szenekundigen Beamten" in einen Polizeiwagen gebeten. Dort wird ihm ein Haftbefehl vorgelegt, man bringt ihn zunächst auf die Davidwache und anschließend in die Haftanstalt am Holstenglacis. Der Alptraum beginnt.

Der mit dem Fall betraute Rechtsanwalt Norbert John hat in seinem Beruf viel erlebt, aber Bethges Geschichte erschüttert auch ihn. "Es gab keine Beweise, noch nicht einmal Anhaltspunkte, die gegen Nils vorlagen. Die Konstruktion des ganzen Falls war abenteuerlich. Als Haftgrund wurde Verdunklungsgefahr genannt, weil er mal einen Bekannten gefragt hatte, ob der gegen ihn ausgesagt habe. Der Junge hatte einen festen Arbeitsplatz und einen festen Wohnsitz vorzuweisen und keinerlei Eintragungen in seinem Strafregister. Ihn in U-Haft zu nehmen, das war völlig abwegig", sagt er.

Abwegig oder nicht, die Staatsanwaltschaft München besteht auf Haftverbleib. Die Weihnachtstage muß Bethge, ebenso wie drei weitere in dem Fall festgenommene HSV-Fans, in Haft verbringen, zwischen Rotlicht-Größen und Drogendealern, "die mich alle fast bemitleidet haben. Die haben über meine Haftgründe nur gelacht." Ihm selbst verging das Lachen spätestens am 13. Januar, als er vom Holstenglacis nach München-Stadelheim verlegt wurde. Der Abtransport erfolgte eine Stunde bevor seine Eltern ihn erstmals hätten besuchen sollen. Für Mutter Monika, die sich in den Tagen seit der Inhaftierung ihres Sohnes "von Weinkrampf zu Weinkrampf" gehangelt hatte, bricht eine Welt zusammen. Der Sohn erfährt davon nichts; er darf zu niemandem Kontakt haben.

Sieben Tage dauert der Transport, per Bus werden auf dem Weg nach München 24 deutsche Gefängnisse abgefahren. Der Trotz, der Bethge die Erfahrungen der ersten Haftwochen ertragen ließ, weicht auf der Reise dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit. "Ich habe da realisiert, daß das Ganze ernst gemeint ist", sagt er. In München hat er schnell Gewißheit für diese Annahme. "Ich durfte nicht mal telefonieren lassen, nur Briefe schreiben war möglich, und die wurden auf ihren Inhalt kontrolliert." Kontakte zur Außenwelt sind so auf ein Minimum reduziert. Bethge beschreibt die ersten Tage in München als Hölle. "Die Ungewißheit, wie es weitergeht, war brutal."
31. Januar 2006 - Nils hat Geburtstag und Besuch seiner Eltern

Am 31. Januar, es ist sein 26. Geburtstag, erhält Bethge erstmals Besuch von seinen Eltern. Gemeinsam mit Schwester Nina sitzen sie von ihm durch eine Sichtblende getrennt, sie können ihn nicht richtig in den Arm nehmen, den Gesprächen lauscht ein Aufseher. "Das war skurril, wir waren bis dahin nie mit dem Gesetz in Konflikt. Wir fühlten uns wie in einem schlechten Krimi", erinnert sich Monika Bethge, der die Gedanken an diese Zeit noch immer Magenschmerzen verursachen. Nils beschreibt den ersten Besuch seiner Familie als "emotionale Ausnahmesituation".

Die Ausnahme reißt ihn nur kurz aus dem freud- und sinnlosen Alltag. 23 Stunden am Tag ist er eingeschlossen, die Teilnahme an gesellschaftlichen Aktivitäten wie Sport oder Gottesdienst ist ihm nicht gestattet, weil in der JVA Stadelheim ein weiterer von den in seinem Fall festgenommenen HSV-Anhängern einsitzt. 14 Kilo nimmt er wegen des üblen Essens ab. Noch schlimmer sind die kleinen Gemeinheiten, die die Aufseher nutzen, um ihn zu schikanieren: Zwei Wassereimer, die er gefüllt zum Hanteltraining benutzt, werden ihm ohne Begründung abgenommen. Kreuzworträtsel, die ihm Freunde schicken, werden konfisziert - es bestehe die Gefahr, daß sie codierte Botschaften enthalten.

Unterdessen hat die Rückrunde der Fußball-Bundesliga begonnen, und Nils' Geschichte macht in den Fanszenen vieler Vereine die Runde. Überall kommt es zu Solidaritätskundgebungen, sogar vom Lokalrivalen FC St. Pauli gibt es Unterstützung. Bei HSV-Spielen werden Transparente aufgehängt, "Freiheit für die Jungs" steht auf einem, "Free Nils" auf einem anderen. Nils, der in seiner Zweimann-Zelle mittlerweile ein TV-Gerät bewilligt bekommen hat, sieht sie in der "Sportschau". Bei seinen Mithäftlingen ist er nun bekannt, "Freiheit für die Jungs" rufen sie ihm nach. Die öffentliche Unterstützung macht ihm Mut, noch mehr jedoch helfen ihm die Briefe, die ihm Familie, Freunde und Bekannte schicken. Nur ein kleiner Teil schafft es, unbeanstandet durch die Gefängnis-Zensur, dennoch füllen sie einen Leitz-Ordner, auf dem Nils' Hand ruht, während er seine Geschichte erzählt.

Am 7. Februar lehnt die Staatsanwaltschaft München die von Rechtsanwalt John eingelegte Haftbeschwerde ab. Mitgeteilt wird dem Häftling dies am 23. Februar, die Urteilsbegründung erhält er am 2. März. Es ist der Tag, an dem John kapituliert. "Ich mußte den Fall abgeben, weil ich merkte, daß ich über die räumliche Distanz nicht weiterkam. Ich hatte nach der Ablehnung das Gefühl, daß man Nils weichkochen wollte", sagt er. Dies gelingt: Bethge, entnervt von der drohenden Aussicht auf weitere Monate in Haft, kontaktiert den Münchner Anwalt Klaus Gußmann, und auf einmal geht alles schnell.

Für den 13. März erwirkt Gußmann eine richterliche Anhörung. Bethge reicht dafür eine schriftliche Stellungnahme ein, die dem Abendblatt vorliegt. Darin gesteht er ein, "daß ich mich in einer aufgewühlten Situation dazu habe hinreißen lassen, zu einer geplanten Schlägerei mitzugehen". Die Rädelsführerschaft und die Mitwirkung an der Planung leugnet er weiterhin. Die Anhörung dauert 20 Minuten. Bethge erkennt auf Anraten seines Anwalts den Vorwurf des schweren Landfriedensbruchs und die damit verbundene Mindeststrafe von sechs Monaten Haft auf Bewährung an. Das war das Signal, auf das die Staatsanwaltschaft gewartet hatte. John: "Von Anfang an hatte man mir gesagt, daß Nils nur zu gestehen brauche, dann käme er sofort frei. Doch es gab nichts zu gestehen. Daß Nils unter dem Druck letztlich doch eingek***** ist, kann ich aber verstehen."
17. März 2006 - der Tag der Entlassung aus der U-Haft

Nach dem Teilgeständnis werden die restlichen Vorwürfe fallengelassen, ebenso ist keine Rede mehr von Verdunklungsgefahr. Vier Tage später wird Bethge aus der Haft entlassen. Am 17. März um 13.30 Uhr ruft er seine Familie aus München an und überbringt die frohe Kunde. Um 21 Uhr wird er am Bahnhof Altona von seinen Eltern, seiner Schwester und rund 100 HSV-Fans aus verschiedensten Gruppierungen begeistert empfangen. So plötzlich, wie der Alptraum begann, so schlagartig endet er.

Zweieinhalb Monate sind seitdem ins Land gegangen. Nils Bethge hat, davon ist er weiterhin überzeugt, keine andere Wahl gehabt, als die Mindeststrafe zu akzeptieren. "Die hätten mich noch Monate in Haft behalten, aber ich mußte an meine Zukunft denken", sagt er. Für ihn sei klar, daß die Staatsanwaltschaft an ihm ein Exempel statuieren wollte. Im Vorfeld der WM habe man versucht, Härte gegen mutmaßliche Krawallmacher zu demonstrieren und zudem geglaubt, über ihn an Drahtzieher der Fußballgewalt herankommen zu können. Die Staatsanwaltschaft München wollte sich gegenüber dem Abendblatt zu dem gesamten Fall nicht äußern - auch, weil der mit Bethge in Stadelheim einsitzende HSV-Anhänger, dessen Fall wegen einer Vorstrafe anders gelagert ist, noch immer inhaftiert ist und das Verfahren deshalb als schwebend behandelt wird. Das zuständige Oberlandesgericht verwies auf Abendblatt-Anfrage nur an die Staatsanwaltschaft.

Was Bethge fasziniert, ist die Tatsache, daß ihn niemand fallengelassen hat. Zwar hat er die Bundeswehr verlassen müssen, "weil mit einer Vorstrafe die Aufstiegschancen verbaut sind", aber in allen Ehren, mit der vertragsgemäßen Abfindung und einer positiven Beurteilung seines Chefs, der stets zu ihm stand. Für ihn sei jetzt wichtig, schnell einen neuen Job zu finden, um sich im Alltag zu etablieren.

Die Sympathien der Fanszene, aus deren Spenden er die Prozeßkosten finanzieren konnte, und auch das Angebot von HSV-Vorstandsmitglied Christian Reichert, ihm bei Schwierigkeiten helfen zu wollen, haben ihn davon überzeugt, weiter zum Fußball zu gehen. "Natürlich gehe ich mit einem komischen Gefühl ins Stadion, weil ich weiß, daß ich mir nichts zuschulden kommen lassen darf. Aber ich will mir meine Leidenschaft nicht nehmen lassen." Ruhiger sei er durch den Gefängnisaufenthalt geworden, sagt Nils. "Sachen, die mich früher aufgeregt haben, bringen mich nicht mehr aus der Ruhe."

Die Familie hat die Leidenszeit überstanden, indem sie noch enger zusammengerückt ist. Am 9. April nahmen Nils' Eltern in Hamburg an einer Demonstration von 300 Fußballfans teil, die sich gegen "Repressalien der Polizei" wendete und auf der Nils als Hauptredner auftrat. "Ich war vorher noch nie bei einer Demo", sagt Monika Bethge, die selbst als Politesse arbeitet, "aber durch die Sache ist unser Weltbild ins Wanken geraten." Zwar habe sie das Vertrauen in den Rechtsstaat nicht verloren, "aber daß Unschuldige einfach so eingesperrt werden können, kann ich nicht begreifen". Ihr Sohn werde an der Geschichte noch lange zu knabbern haben. "Nils kann von Glück sagen, daß er ein so starkes Selbstbewußtsein hat. Andere wären an dieser Sache zerbrochen. Aber auch wenn er es nicht zeigt, innerlich bewegt ihn das Ganze doch sehr", sagt sie. Es ist dieses Zittern, das beweist, wie recht sie hat.

erschienen am 7. Juni 2006
http://www.abendblatt.de/daten/2006...570566.html?s=1


Posted by Frank-HH on Jun-07-2006 16:35:

quote:
Originally posted by disco stu
Farfan-Wechsel zum HSV geplatzt ?
Auf der Suche nach einer Verstärkung für seinen schwächelnden Angriff hat der Hamburger SV einen herben Tiefschlag einstecken müssen. Der von den Hanseaten heftig umworbene Stürmer Jefferson Farfan vom PSV Eindhoven wechselt nach Informationen der Hamburger Morgenpost wohl nicht an die Elbe.
Die PSV-Führung war nach der Kontaktaufnahme des HSV nicht zu einem Treffen zu bewegen. Dennoch will der Hamburger Sportchef Dietmar Beiersdorfer nicht aufgeben: "Sie versuchen eben, den Spieler zu halten."


Was soll´s?

Teuer kann jeder und so hat Didi die grosse Chance zu zeigen was er kann. Sollte es ihm gelingen uns wieder gut und möglichst günstig zu verstärken, dann rückt er jetzt schon in die Riege der Topmanager auf.

Mich beschleicht aber das Gefühl, dass wir es bei Farfan mit einer Charaktersau zu tun haben, denn er hat uns schon mal am Flughafen stehen lassen.Fussballerische Fähigkeiten hin und her, es sieht so aus, dass er menschlich nicht zu uns passt´.....


Posted by Rockabye on Jun-07-2006 17:40:

van buyten passt menschlich auch nicht hierher und trotzdem hat er gute leistungen gezeigt


Posted by Rockabye on Jun-07-2006 17:44:

Wie war nochmal der Link für die GTA-WM-Tiprrunde?

Und können wir dafür bitte einen eigenen Thread machen und sich noch ein paar Leute mehr anmelden


Posted by ANGELofPAIN on Jun-08-2006 09:48:

Es ist einfach nur noch zum Kotzen ...
http://www.abendblatt.de/daten/2006...570566.html?s=1

Die Hamburger kennen eventuell die Story.
Aber ich weiß ja Rockabye, im Zuge der WM muß man halt mit ein paar "kleinen Einschränkungen" leben, dient ja der Sicherheit.
Naja hauptsache "wirkliche" Kriminelle sind weiter auf freiem Fuß oder können während des Freigangs ihren Triebtaten nachkommen.

Aus nem anderen Forum:
quote:
Hier ein Brief den "Nils" schrieb und der einen Monat brauchte bis er beim Empfänger ankam:

Folgender Brief lag HEUTE (!) im Briefkasten.

Moin A!

Sonntag, 25.12.2005, 16:00 Uhr. Mein tägliches Highlight ist beendet. Eine Stunde Hofgang. Immer im Kreis, wie im Film.
Weltklasse!!!

Tja, so ist es hier im „Erholungsheim Holstenglacis“. Kein Fernsehen, kein Radio, kein Telefon (wobei mir das vielleicht mal ganz gut tut), kein Strom, nicht mal eine Uhr. Dasfür allerdings etwa 100Jahre alte Möbel, ein Klo und fließendes (kaltes) Wasser. Das ist meine gemütliche Einzelzelle.....
Weltklasse!!!

Doch jetzt geht es aufwärts. Seit heute habe ich zumindest Papier und Stift, so dass ich Dir jetzt auf den Sack gehen kann.....
Weltklasse!!!

Und jetzt wird es noch besser: Meine erste Bild-Zeitung habe ich heute auch bekommen. Endlich was „sinnvolles“ zum lesen. Auch wenn das gute Stück vom 14.12. ist...egal!!! Schließlich wurde die Hausordnung dieser Anstalt nach 4 Tagen dann doch etwas langweilig. Naja, zumindest kenne ich jetzt alle offiziellen Knastregeln.
Weltklasse!!!

Das war ein kleiner Einblick in meine Erlebnisse der letzten Tage. Genau das Richtige für jemanden der mal so richtig das Leben genießen will und seinen Festtagsurlaub, fernab vom x-mas Stress, in aller Ruhe verbringen will.
Weltklasse!!!

Und was geht bei Dir so? Hast Du ähnlich vergnügsame Tage hinter Dir? Hat Dich der Weihnachtsmann reich beschert? Oh!!! Wo wir gerade beim bescheren sind: Mein Abendbrot wurde mir gerade aufs Zimmer serviert und das hat es mal wieder in sich. 5 Scheiben leicht vertrocknetes Graubrot, 3 Päckchen Halbfettmargarine, eine kleine Teewurst und eine Schale mit schwarzen Tee (ohne Zucker). Das werde ich mir gleich einverleiben.....
Weltklasse!!!

Danach noch der übliche Trott. Körperpflege (rasieren mit Einwegrasierer, Seife und Pinsel – sehr, sehr blutige Geschichte...), Socken und Unterwäsche waschen (zur Zeit mein einziges Paar) und zum Abschluss noch in der antiken Zeitung blättern.
Weltklasse!!!

Spätestens wenn ich dann auf der Sportseite angekommen bin, dort wird gerade über das bevorstehende Nordderby Werder vs HSV berichtet, werden meine Gedanken dann wohl abschweifen. Dann bin ich bei Euch, denn Ihr seid....
Nein, nicht weltklasse, sondern ein Teil meines Lebens den ich wiederhaben will!!!

Ich vermisse Euch alle!!!

Deshalb
Grüße an:
Hamburg Outsiders, Hamburg Riot Crew, Hamburg Ultras, Poptown, Chosen Few, die Sportfreunde, TSV Wedel 2. Herren, Sven Freese und Paula, der irgendjemand nen Bussi von mir geben soll, am Besten Björn. Außerdem an alle die sich angesprochen fühlen und die ich nicht genannt habe.

Keine Grüße an:
Naja, lassen wir das lieber.....

Wenn Du Zeit und Lust hast, kannst Du den Text ja so abändern, dass sich alle angesprochen fühlen und ihn in die bekannten Foren / Gästebücher setzen.
Das wäre echt weltklasse!!!
So, damit hat mein Einfallsreichtum ein Ende. Ich hoffe auf baldiges wiedersehen.

Schwarz – Weiß – Blaue Grüße

N

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Hinzu kommt das eine HP für die Inhaftierten eingerichtet wurde (glaube fans-helfen.de.vu) und der Webmaster der HP nach kurzer Zeit einen Durchsuchungsbeschluss vor die Nase gehalten bekam und u.a. sein Rechner, Telefon und ein Buch mit Fussball-Tattoos (!) eingezogen wurden...


Posted by MirkoS on Jun-08-2006 11:12:

quote:
Originally posted by bigfoot49
[i]Am 21. Januar 2005 organisiert er eine Busreise zum Bundesligaspiel des HSV beim FC Bayern München.

Aha!!!
Das nennt man also "Redelsführerschaft"....

quote:
[i][b]Nach der Partie trifft er in einem Schwabinger Lokal einen Bekannten, der wie er dem Fanklub "Outsiders" angehört. Dieser war von Münchner Fans verprügelt worden. In der allgemeinen Erregung darüber beschließt eine 25köpfige Gruppe, sich für den Kameraden "geradezumachen". Bethge, wie meist bei Fußballspielen nüchtern und bis dato niemals polizeilich als gewalttätig aufgefallen, macht den Fehler, der im nachhinein als folgenschwer einzustufen ist: Er schließt sich der Gruppe an.


Wie war das noch gleich mit dem mitgehangen/mitgefangen???


Die Moral von der Geschichte ist, am Besten zu hause bleiben!!!
TV gucken und seinen Hund vergewaltigen...


Posted by Frank-HH on Jun-08-2006 11:13:

Farfan verlängert seinen Vertrag bei Eindhoven und wechselt nicht zum HSV

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Offiziell:

Farfan verlängert beim PSV bis 2010

PSV MEDIA - Het contract van Jefferson Farfán (21) is opengebroken en met één seizoen verlengd tot en met 2010. Dat heeft Manager Voetbalzaken Stan Valckx woensdagmiddag bevestigd tegenover PSV Media.


Posted by Frank-HH on Jun-08-2006 11:14:

quote:
Originally posted by ANGELofPAIN
Es ist einfach nur noch zum Kotzen ...
http://www.abendblatt.de/daten/2006...570566.html?s=1

Die Hamburger kennen eventuell die Story.
Aber ich weiß ja Rockabye, im Zuge der WM muß man halt mit ein paar "kleinen Einschränkungen" leben, dient ja der Sicherheit.
Naja hauptsache "wirkliche" Kriminelle sind weiter auf freiem Fuß oder können während des Freigangs ihren Triebtaten nachkommen.

Aus nem anderen Forum:


jo ist bekannt die story!!

war auch gestern ein langer bericht in der Hamburger
Abendblatt darüber....


Posted by Rockabye on Jun-08-2006 11:15:

Viel schlimmer als euer Kinderkram ist, dass Farfan seinen Vertrag bei PSV verlängert hat und nicht zum HSV kommt


Posted by Frank-HH on Jun-08-2006 11:17:

quote:
Originally posted by Rockabye
Viel schlimmer als euer Kinderkram ist



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