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Galaxie der Spinner
Zu sagen gilt, ich war noch nie da...aber es muss schon echt krass sein!
Was andere einmal pro Jahr an der Streetparade erleben, passiert im Z�rcher Klub �Spidergalaxy� jedes Wochenende: Party-Extremisten feiern zweieinhalb Tage durch. Dabei geht es um Drogen und Sex � vor allem aber um eine soziale Grenzerfahrung.
Ilanka tr�gt die neu erstandene Winzigkeit aus Lurexf�den, und auf den Lippen liegt Glitzerstaub von Bobbi Brown. Es war Mitternacht, als sie an die Pussypowerparty ins �Labor� ging und sp�ter auf einen Sprung ins �Oxa� wechselte. Zwei neue Bekanntschaften, vier Gin Tonic und eine weisse Pille sp�ter klappte ihr das Z�rcher Nachtleben unisono die T�re vor der Nase zu � in der irrigen Meinung, nun sei die samst�gliche Party over. N�chte, die losgel�st von Zeit, Raum und anderen Bagatellen funktionieren, sollten nicht vorzeitig beendet werden, findet die 25-J�hrige. Denn was w�re die Alternative? Auch schon lag die Webdesignerin am Sonntag im Bett und blickte aus dem Fenster an die gegen�berliegende Hausmauer. Im Fernsehen lief die Sendung mit der Maus.
Jetzt l�uft sie am Viadukt vorbei. Es riecht nach rostigem Eisen und Urin. Das schwach erleuchtete Ziel liegt zwischen Autobahnbr�cke und den Zuggeleisen der Station Hardbr�cke. Vor dem �Spidergalaxy� gibt es eine Warteschlange, der Himmel reisst langsam auf. Die G�ste tragen verspiegelte Sonnenbrillen und umarmen sich zur Begr�ssung. Andere stehen einfach da. Erstbesucher erkennen sie sofort, sagen die Stammg�ste. Weil Neulinge anders aussehen, anders sprechen und sich anders benehmen. Was im �brigen Z�rcher Nachtleben etwa so �blich ist wie ein roter Schneeflockensturm �ber Tahiti � Herzlichkeit, Anteilnahme, F�rsorglichkeit � breite sich wie ein Sicherheitsnetz rund um die Galaxie der Spinnen aus. So besagt es zumindest die Legende.
Die 22-j�hrige Chris ist eine Tiger-Lilly im Pelzbikini. Beay ist Graf Dracula. Werner k�nnte problemlos als Darsteller eines Splatter-Films durchgehen. Der 50-J�hrige tr�gt Fluohosen vom Baumarkt und einen farblich assortierten Irokesenkamm auf dem rasierten Sch�del. Sein Begr�ssungsstatement � �ich habe einen Sexfetisch, sonst bin ich in Ordnung� � schl�gt auf der freien Wildbahn jede Frau in die Flucht. Doch im Spider kennen auch die zartesten Gesch�pfe keine Furcht vor Werner. Soeben verhinderte er die unfreundliche �bernahme seiner Wasserflasche durch ein blutjunges Wesen, das ein Feenkleid aus T�ll tr�gt und Werner ein sonniges L�cheln schenkt. Es nahm kurz zuvor � mit �berh�hter Geschwindigkeit, vermutlich � ein grosses Bl�tenblatt als Rutschbahn und landete kopf�ber in einem Kelch mit giftigem Inhalt. �Darum ist mir jetzt ein wenig schwindlig�, erkl�rt das M�dchen dem Koch aus Z�rich. Dann dreht es mit erhobenen Armen eine Pirouette.
Auch Menschen, die zum Beispiel auf Taille geschnittene Cordhosen tragen, haben gute Chancen, am T�rsteher vorbeizukommen. Die Toleranzpolitik h�rt bei sich frech vordr�ngelnden Ex-Missen oder bei jenen Macho-Exemplaren auf, denen Oli von weitem ansieht, dass sie ziemlich sicher Uhren aus Gold tragen, Miroslav oder Slobodan heissen und sich am hier herrschenden �bersexuellen und transreligi�sen Partykonzept stossen werden. Total freundlich sagt Oli in diesem Fall � und weist mit der Hand hinter die sichtversperrenden Holzw�nde: �Das Spider ist ein Gayklub. Okay?� Die meisten machen auf dem Absatz kehrt. �Auch wenn das mit dem Schwulenklub so schon lange nicht mehr stimmt�, klagt DJ Mikel.
Wilde Ger�chte �ber Sex-Orgien
Die Zeiten haben sich ge�ndert, seit das ehemalige Versammlungslokal der Hells Angels vor f�nf Jahren einem neuen Bestimmungszweck zugef�hrt wurde, die neuen Besitzer aber zumindest anf�nglich der Meinung waren, es m�sse sich weiterhin um einen Herrenklub handeln. Das war einmal, l�ngst haben auch Frauen Zutritt, was dem schlechten Ruf der Institution keineswegs geschadet hat.
�Will sich eine Party bis zum Schluss auf einem niveauvollen Level bewegen, muss allersp�testens morgens um 7 Uhr Schluss sein�, findet Matthias Martinson, der zusammen mit dem ber�hmten deutschen DJ Sven V�th j�ngst den �Cocoon�-Klub in Frankfurt er�ffnet hat. �ber solche Grunds�tze kann man im Spider nur lachen. Genau dann, wenn die Etikette � endlich � in den Keller rasselt, weil die Besucher nicht erst seit einer Stunde am Feiern sind, �ffnet der legend�re After-Klub seine T�ren. Entsprechend vielseitig sind die kursierenden Ger�chte rund um den Z�rcher S�ndenpfuhl: von hemmungslosem Sex in der Chill-out-Zone ist die Rede, von Messerstechereien auf dem Dancefloor und einer versteckten Sadomaso-Gruft, die �ber einen Dolendeckel im Boden erreichbar sei.
Homosexuelle, bisexuelle, transsexuelle, heterosexuelle und asexuelle Party-Extremisten reisen heute aus s�mtlichen Kantonen an. Es gibt Italiener, Deutsche und Franzosen, die regelm�ssig einige hundert Kilometer Autofahrt in Kauf nehmen, um offiziell ein unschuldiges Wochenende im Heidiland zu verbringen. Inoffiziell verschwinden sie in einem schwarz gestrichenen Kellergew�lbe ohne Fenster, das sie erst nach einer zweieinhalbt�gigen Nonstop-Party wieder verlassen m�ssen. Dabei widerspricht das Biotop herk�mmlichen �ffnungszeiten ebenso wie den anderen klubkulturellen Gepflogenheiten. Zum Beispiel, was die Optik anbelangt. Ohne Einfluss zogen die stilistischen Ideen aus dem schicken Z�rcher Loungewesen, aber auch der luftige Gigantismus mehrst�ckiger Eventhallen an der H�hle vorbei.
Der hippste Klub des Landes pr�sentiert sich als rustikale Mischung aus psychedelischem Darkroom und improvisiert wirkender Fez-Lokalit�t: die Tanzfl�che ist klein, die M�blierung schwerf�llig, die Toiletten sind �berflutet und die Dekorationen selbst gebastelt. Beim �Spider� handle es sich um ein die Konventionen sprengendes Zuhause von ungew�hnlicher Stabilit�t. Um einen Freiraum, dessen Funktionst�chtigkeit mit der Aufl�sung aller b�rgerlicher Ordnung erkl�rbar sei und der seine Daseinsberechtigung weder aus den Gesetzesb�chern noch aus einem Sch�ner Wohnen-Heftli sch�pfe, maulen die G�ste ob solcher Kritik. Kein Wunder, sind sie doch tatkr�ftig an den optischen Versch�nerungen ihrer Galaxie beteiligt.
Sie erschaffen dieses virtuelle Paradies in wechselnden Szenarien eigenh�ndig. Sie ziehen daf�r in ihrer Freizeit mit Farbkesseln und Leimpistolen ins Feld, kennen jedes Papierf�tzeli, das von der Decke h�ngt, und schaffen mit ihrem kreativen Engagement auch eine viel versprechende Voraussetzung f�r das gute Gelingen des w�chentlichen Megaabsturzes. Der Schweizer Musikwissenschaftler und Drogenexperte Hans Cousto misst dem Setting � dem sozialen, r�umlichen und emotionellen Umfeld, in dem wilde Partys gefeiert werden � grosse Wichtigkeit zu. Eine vertraute, Geborgenheit vermittelnde Umgebung sei dem positiven Erleben von drogenbedingten Experimenten ebenso zutr�glich wie die Gesellschaft von Leuten, die man nicht gerade ins Pfefferland w�nsche. Auch dieser Umstand ist gegeben. Die �Spider�-G�ste bezeichnen sich als grosse Familie.
Sechzig Stunden Tanz � bis zum Kollaps
Klar werden die synaptischen Spalten des Gehirns auch anderswo k�nstlich zur �berflutung gebracht. W�hrend die Besucher im �Kaufleuten�, �Zoo� und �Supermarket� jedoch in diesem Zustand allenfalls etwas heftiger mit dem Hintern wackeln und sich dabei gegenseitig die Ellbogen in die Rippen stossen, f�hren die Abenteuer an der Geroldstrasse direkt in den Exzess. Der 43-j�hrige Didier � er tr�gt einen G�rtel aus Handschellen in Miniaturformat um die H�ften � absolviert hier fast jedes Wochenende einen sechzigst�ndigen Tanzmarathon. Der drahtige Mann kippte auch schon mitten auf der Tanzfl�che und ohne Vorank�ndigung aus den Stiefeln. Er musste minutenlang reanimiert werden und behauptet seither, er habe im Partykeller dem lieben Gott die Hand gesch�ttelt. �Ideales Setting, die l�ngsten �ffnungszeiten im ganzen Land und der geilste Sound sind beg�nstigende Faktoren f�r solche wertvollen Grenzerfahrungen�, lobt Didier. Andererseits sei der hier ohne Hemmungen zelebrierte Kontrollverlust auch ein Vertrauensbeweis an den Klub und seine einf�hlsame G�steschar.
Das Kronjuwel im Untergrund bildet eine hunderttausend Franken teure Soundanlage, die problemlos auch R�umlichkeiten von der Gr�sse des Hallenstadions beschallen k�nnte. Beil�ufig weist Ren� Hagen, Mitbesitzer und Betreiber der hocherfolgreichen Institution, darauf hin, dass die bekanntesten, talentiertesten, teuersten DJs ihre Arbeit � in seinem bescheidenen Kl�bli � f�r ein Butterbrot verrichten. Aus subkulturellen Imagegr�nden. Aus Freude am Job. �Und vor allem, weil sie hier keinen einzigen Pieps dem musikalischen Mainstream widmen m�ssen�, pr�zisiert Gianfranco, bis vor kurzem Heizungstechniker, heute f�rs Erschaffen einer minimalen Illumination zust�ndig.
Einst wurde ein schmales Fenster aus farbigen Glasteilen provisorisch mit einem blickdichten, schwarzen Tuch verh�llt. Im Verlauf eines Hardcore-Weekends l�ste sich die Stoffbahn in der oberen linken Ecke, worauf ein zarter Lichtstrahl ins tobende Innere drang. Heftiger Protest von allen Seiten war die Folge. Die sorgf�ltig gepflegte Stimmung ging den Bach runter, und Gianfranco, der dem j�hen Erleuchten bereits sakrale Qualit�t beimessen wollte, war um eine Einsicht reicher: �Es ist kaum zu bestreiten, dass dem Sinnesrausch die Dunkelheit zugewiesen werden muss.� Seither w�chst der Tag draussen zu unertr�glicher Helligkeit heran, und der Rest der Menschheit mag Gefallen daran finden, um den See zu marschieren oder Occasionsautos hinter Absperrkordeln zu betrachten. �Unter der Erde wogt eine dunkle Welt, einzig erhellt durch ein spektrales Lasermeer, im Rhythmus von elektronischen Kl�ngen der gemeinschaftlichen Ekstase entgegen�, beschreibt Gianfranco sein Lichtkonzept.
Was abgehoben t�nt, kann wissenschaftlich belegt werden: Aus den Untersuchungen der US-Tranceforscherin Felicitas Goodman geht hervor, dass der optimale tranceerzeugende Rhythmus bei 200 bis 210 Schl�gen pro Minute liegt. In diesen Bereich f�llt die im �Spider� bevorzugte Musik Minimal-Tech, Acid-House, Hardtrance, Gabber und Industrial Hardcore. Bei dieser Geschwindigkeit, die den normalen Herzschlag um das Doppelte bis Dreifache �bersteigt, beginnt das Hirn Beta-Endorphin auszusch�tten, ein Opiat, das schmerzstillende Wirkung hat und �berw�ltigende Gef�hle der Freude und der Euphorie herstellen kann. Mystiker beziehen ihre Energie aus diesem Stoff. �Die unendliche Wiederholung von elektronisch erzeugten Loops, die von Harmonien, Samples, sph�rischen Kl�ngen begleitet und in bestimmten Intervallen unterbrochen werden, f�hrt dazu, dass K�rper und Geist gezwungen werden, sich diesen dreidimensionalen Klangstrukturen auszuliefern�, sagt Goodman. Im selben Rhythmus wechseln die Laserinstallationen und nehmen jene halluzinatorischen Formen auf, wie sie im LSD-Rausch tats�chlich auftreten � endlose Spiralen, Strudel, Trichter, Tunnel. So entsteht ein multimediales Kunstwerk: eine Art moderne Oper, in dem Zuh�rer und Zuschauer integrierte Bestandteile sind. Diese Kombination macht die eigentliche Qualit�t von Technotrancen aus � und stellt die Vorstufe zur Ekstase dar.
Denn Technomusik soll nicht nur zum Tanzen animieren. Sie soll direkt auf das Nervensystem, die Neuro-Transmission einwirken und so zu ver�nderten Bewusstseinszust�nden f�hren. Diesen Anspruch beherzigen jene G�ste, die wie tot in den Sofas liegen. Ein M�dchen tr�gt in fast kompletter Dunkelheit eine Mickymaus-Sonnenbrille und steht reglos vor einem Lautsprecher von der Gr�sse eines Lastwagens. Sie steht geschlagene zwei Stunden vor dem L�rmmonument. Sie spricht nicht. Sie bewegt sich nicht. Sie verzieht keine Miene. Auf die Frage, was die Alternative zu diesem Unterhaltungsprogramm w�re, erfolgt keine Reaktion. Erneute Nachfragen scheinen sie nur widerwillig in die Realit�t zur�ckzuzerren. Nach einer sprachlosen Ewigkeit antwortet sie l�chelnd: �Sonntagsbesuch bei Oma?�
In Vierergruppen aufs Klo
Menschen, die angesichts solcher Episoden die Welt nicht mehr verstehen, h�lt der deutsche Techno- und Schamanismusexperte Christian R�tsch entgegen: �Die �ltere Generation kann bei der Entwicklung neuer Subkulturen nicht mithalten. Techno ist eine Kultur mit eigenen Werten, Denk- und Handlungsstrukturen.� Nat�rlich handle es sich um eine Drogenkultur, die ihren Mitgliedern jedoch durch ihre innere Ordnung von Rhythmus und Ritual Orientierung und Halt vermitteln k�nne. Gewisse illegale Substanzen sind dem Zugang zum Inneren schliesslich genauso zutr�glich wie der Entspannung, dem Bewegungsdrang und dem Gl�ck. Es liegt auf der Hand, dass Extrempartybesucher sie konsumieren. Das Saver-Clubbing-Konzept aber sieht vor, dass Drogen � welcher Art auch immer � im �Spider� nicht �ffentlich konsumiert werden d�rfen.
Auf diese Order reagieren die Besucher mit Folgsamkeit: In Vierergruppen verbarrikadieren sie sich in den Toilletten, um diese, ein paar Minuten sp�ter, in aufger�umter Stimmung wieder zu verlassen. �ber Drogen sprechen die G�ste nicht gern. Ausser Didier. Er referiert �ber Wirkungen und Nebenwirkungen von Kokain, Ketamin, GHB, Speed und Ecstasy so frei und kompetent wie ein Chemiestudent kurz vor dem Staatsexamen. Konsumiert wird im Klub mit Vorliebe Speed, Kokain, vor allem aber Ecstasy. Dessen Wirkstoff MDMA bewirke eine Freisetzung des Neurotransmitters Serotonin � auch Botenstoff der Gl�cksempfindung genannt � und sei in dieser Funktion unter anderem an der Steuerung der Temperaturregulierung, des Sexualverhaltens und der Schlaf-und-Wach-Phasen-Rhythmik beteiligt. �Der erh�hte Serotoninspiegel beeinflusst vor allem die emotionale Selbst- und Fremdwahrnehmung, steigert das Gl�cks- und Wohlbefinden sowie das Empfinden sensorischer Reize�, pr�zisiert Hans Cousto. Der emphatisch wirkenden Droge verdanken Klubg�nger somit ihre gesteigerte Wahrnehmungsf�higkeit und ihr verst�rktes Einf�hlungsverm�gen in die emotionalen Situationen anderer Menschen. Resultat? Die Sympathie f�reinander wird gef�rdert, und die Kommunikationsbereitschaft gestaltet sich offener und herzlicher.
In h�fthohen weissen Lackstiefeln und einer ultrakurzen Schuluniform, die Gespielin in ein unbeschreibliches Etwas gekleidet, das f�nf Zentimeter unter dem Bauchnabel endet, legen zwei Manga-Girls eine ziemlich hemmungslose Peep-Show auf den Tanzboden. Fetisch-Joe, eine schwergewichtige Erscheinung, in Latex und Samt geh�llt, findet die expressive Vorf�hrung nicht uninteressant, ist aber � wie die �brigen Besucher auch � zurzeit andersweitig besch�ftigt: mit sich selbst. Von einer S/M-Gruft weiss er auch nichts. Was andere frivole Ausschweifungen betrifft: Sexuelle Energien scheinen irgendwo zwischen dem Gang auf die Toiletten und sp�ter auftretenden Ersch�pfungszust�nden, die in gem�tlichen Kuschelrunden auf den Sofas enden, zu verpuffen. Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach: Zwar gilt Ecstasy als Sexdroge. Leider klagen die m�nnlichen Konsumenten in diesem Zustand aber �ber eine gewisse Einschr�nkung des Stehverm�gens.
Sowieso: K�me es zu zweideutigen �bergriffen, m�ssten die Fehlbaren damit rechnen, dass der ansonsten ultraliberale Ren� Hagen, optisch eine Mischung aus Papa Moll und Walter Andreas M�ller, wie ein junges Reh durch den Klub sprintet, sich vor den Beteiligten aufpflanzt und diese unverz�glich in die Schranken weist. Das Gleiche gilt f�r den Drogenhandel. Waffen sind nicht erlaubt. So besagen es zumindest die offiziellen Klubregeln. Trotzdem war am Z�ri-Fest-Wochenende wieder einmal die H�lle los. Die Ambulanz fuhr praktisch im Stundentakt vor, um kollabierende Teenager und andere Partyanf�nger in Pflege-Gewahrsam zu nehmen. B�rger, die vom Leben nicht unbedingt mehr erwarten, als es in N�chternheit zu bieten hat, betrachten den Klub als Durchgangszentrum f�r durchgeknallte Erdenb�rger auf der sinnlosen Flucht vor den Zust�nden der Realit�t. Eine Galaxie der Spinner: bev�lkert von den h�rtesten Party-Extremisten des Landes, die ihre akustischen, visuellen und inneren Zonen unter Zuf�hrung von Pulver, Kraut und Pillen so weit ausdehnen, bis sie fernab vom Alltag in einem Universum landen, wo sie weder mehrheitstauglich noch gesundheitsf�rdernd agieren m�ssen.
Kontrollverlust im gesch�tzten Raum
Eskapismus ist das Stichwort: Christian R�tsch sieht in Technotrancen das Bed�rfnis der naturfernen Grossst�dter, auf sich selbst zur�ckgeworfen zu werden. Als Grenzgang, nicht als Auswanderung m�sse dieser zeitweilige Abschied aus der Normalit�t verstanden werden. �Andere klinken sich beim Fallschirmspringen aus oder indem sie sich eine alkoholinduzierte Auszeit g�nnen�, sagt Gregor, ein 37-j�hriger Internist mit nacktem Oberk�rper und gepiercten Brustwarzen. Der Arzt aus Bern meldet sich zweimal pro Monat f�r den elterlichen Sonntagsbesuch ab, um �unter Freunden, aber allein� gezielt voranzutreiben, was er Freiheit nennt und was im Geb�ude seiner Alltagsexistenz � einer Konstruktion aus Chromstahl und verspiegeltem Sicherheitsglas � der totale Horror w�re: Kontrollverlust. G�ste, die im Zuge eines �hnlichen Ansinnens hin und wieder auf der Tanzfl�che zusammenklappen, vergleicht er mit den Langstreckenl�ufern, die sich nach dem Z�ri-Marathon in �rztliche Obhut begeben m�ssen: �Es ist der kleinste Teil einer grossen Gruppe, die ihre Kr�fte falsch einsch�tzt.�
Zudem w�re das Image des �ber dreissigj�hrigen B�rsenmaklers im Eimer, l�ge er im durchschwitzten Paul-Smith-Anzug, notfallm�ssig von einer hilfsbereiten Blondine beatmet, in einer Art Wachkoma auf dem Fussboden. Die Vorstellung, in ihren Silberstrings einem nichts ahnenden Bekannten �ber den Weg zu laufen, finden auch Alex und Dieter, zwei Turteltauben aus akademischem Umfeld, grauenvoll. Dieses Risiko h�lt sich auf einem Planetensystem, das ausserhalb der Milchstrasse liegt, in Grenzen. Die mittelalterliche Klubgeneration, l�ngst weggebrochen zwischen den Verpflichtungen eines niveauvollen Lebens und den Zugest�ndnissen an eine fragiler werdende Kondition, ist im After-Klub eindeutig untervertreten. Dieser Umstand erkl�rt auch die viel gelobte und als einzigartig beschriebene soziale Durchmischung, wie sie Ren� Hagen folgendermassen pr�zisiert: �Nicht nur jugendliche Freaks, Arbeiter, Normalos, Abgehobene, Kreative, Angestellte und Arbeitslose kommen in mein Kl�bli � auch ein paar �rzte, Anw�lte, Architekten und Wirtschaftsleute sind unter den Stammg�sten.�
Jene, die mit der Masslosigkeit halbwegs haush�lterisch umgehen, sagen: Wichtiger als der sonnt�gliche Langstreckenflug ins Nirvana sei das daraus resultierende werkt�gliche Friedensabkommen mit sich und der Welt. �Wer am Wochenende um die Erde fliegt und im kraterfreien Gel�nde der eigenen Seele landet, betrachtet das �brige Leben und seine Widrigkeiten mit der n�tigen Distanz�, findet Didier, der sich am Dienstagmittag wie neugeboren f�hlt.
Es sei wie frisch Verliebtsein, beschreibt Ilanka die w�chentliche Begegnung mit ihrem Klub. Eine erf�llende Liebe, die sie zwei Millimeter �ber dem Asphalt und dem B�roteppich schwebend durch die ganze Woche trage. Sieht man sich am Mittwoch in der Stadt wieder, besprechen die Freunde die n�chste Party und stellen neue Bastelteams zusammen. Die b�rgerliche Schadensbilanz des vergangenen Weekends � ein Ehedrama, drei Tote bei Autounf�llen, ein gekentertes Hochzeitskanu � nehmen sie mit klammheimlicher Genugtuung zur Kenntnis.
OMFG!! was f�rn laden
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| Entsprechend vielseitig sind die kursierenden Ger�chte rund um den Z�rcher S�ndenpfuhl: von hemmungslosem Sex in der Chill-out-Zone ist die Rede, von Messerstechereien auf dem Dancefloor und einer versteckten Sadomaso-Gruft, die �ber einen Dolendeckel im Boden erreichbar sei. |
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| Die b�rgerliche Schadensbilanz des vergangenen Weekends � ein Ehedrama, drei Tote bei Autounf�llen, ein gekentertes Hochzeitskanu � nehmen sie mit klammheimlicher Genugtuung zur Kenntnis. |
�hh... WTF?? Is mir zu strange geschrieben dass ich das alles lesen w�rde.
Kann mal einer zusammenfassen? 
das son club in z�rch wo sich anscheinend alle freaks aus europ�ischer versammeln und dann da bis zu 2 tage lang durchfeiern, mit massig drogen, messerstecherein und anscheinend auch diversen sexorgien im chillout bereich und in einer unterirdischen sm-gruft 
klar, es ist ein bisschen �bertrieben... aber soll schon echt freakig sein da
Und wieso war Herr Cock-a-deus noch nicht da ?

wasn asexuel, arschfixiert? 
einer der gar nicht sexuell ausgerichtet ist, der hat mit dem ganzen kram gar nix am hut.
Arschfixiert *LOL*
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| Originally posted by disco stu einer der gar nicht sexuell ausgerichtet ist, der hat mit dem ganzen kram gar nix am hut. Arschfixiert *LOL* |
neeeeeeeee
asexuel war doch geschlechtslos! so wie manche tiere die sich selber fortpflanzen k�nnen,
sind see-pferdchen nicht asexuel?
und transsexuell? das sind die typen die lieber frauen sein w�rden und umgekehrt right?
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| Originally posted by Dj Rough anscheinend auch diversen sexorgien im chillout bereich und in einer unterirdischen sm-gruft |
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| Originally posted by Bloodflower neeeeeeeee asexuel war doch geschlechtslos! so wie manche tiere die sich selber fortpflanzen k�nnen, sind see-pferdchen nicht asexuel? und transsexuell? das sind die typen die lieber frauen sein w�rden und umgekehrt right? |
Asexuelle sind doch Leute die komplett geschlechtslos sind? 
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