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-- PvD Interview von tranceUNITED


Posted by Tommy-Pi on Sep-02-2004 13:38:

PvD Interview von tranceUNITED

Mache mal c/p

quote:

tranceUNITED:
Danke f�r Deine wenig Zeit die Du hast, und da� du dieses Interview mit uns machst, denn Creamfields steht ja an. Hast du dort eine Chance deine Kollegen zu treffen, und wie vergleicht man so ein Event mit z. B. der Nature One in Deutschland?

Paul van Dyk:
Nat�rlich habe ich die M�glichkeit meine Kollegen zu treffen. Das ist ja auch das Tolle an so einem Event. Jemand wie Nick Warren zum Beispiel treffe ich in der Regel ja nur auf Festivals oder wenn wir ihn selber einladen zu unseren Veranstaltungen. Das ist dann auch immer super, weil ich ja nat�rlich auch mit vielen der Leute sehr eng befreundet bin und da sieht man sich dann halt, ist nat�rlich eine super Sache.
Ansonsten mu� man eigentlich sagen, hatten die englischen Festivals den deutschen lange Zeit sehr viel voraus. Das hat sich allerdings nach meiner Erfahrung in den letzten 2 Jahren schon ver�ndert. Man mu� einfach sagen, da� Nature One und Mayday, was jetzt zwar ein Indoor Festival ist, mittlerweile sehr viel professioneller gemacht sind als die englischen Veranstaltungen, besonders was die Produktion der Veranstaltung angeht.
Also wenn ich mich nur an den B�hnenaufbau von God�s Kitchen von Global Gathering vor 3 Wochen erinnere , das war geradezu gef�hrlich. Die Festivals in England sind nat�rlich schon toll, die Leute gehen da auch genauso mit , denn die Festivals kommen ja traditionell aus England. Aber man mu� schon sagen, da� sie im technischen Bereich, wo ich als DJ arbeite, schon ein bi�chen zu w�nschen �brig lassen. Also ich kann mich an eine Sache erinnern. Das war ein Gatecrasher Festival vor anderthalb Jahren, wo Tiesto irgendwann so w�tend geworden ist, dass er den Plattenspieler am Plattenarm genommen hat und ihn abgerissen hat. Also wie gesagt, da mu� man schon sagen, alle Achtung, da haben die deutschen Veranstalter eine ganze Menge gelernt und sind da auch auf einem sehr guten Weg.

tranceUNITED:
Zur Zeit gibt es ja leider nicht mehr so viele gro�e Festivals in Deutschland wie fr�her mal.

Paul van Dyk:
Sagen wir mal so, was hei�t gro�e Festivals? Ich finde z. B. wir haben in Berlin so was wie die Sommer Safari, das ist schon ein Festival. Aber das ist ein Festival, da gibt es ein Line up was eben speziell auf Berlin und Umland zugeschnitten ist. Dann kommen dann so 6000 bis 7000 Leute und das ist super. Insofern gibt�s da dann schon eine ganze Menge, also au�er Nature One. Gut, die Liberty One ist ein bisschen eingegangen dieses Jahr, aber es gibt viele andere: das Vollton-Festival, es gibt die Dahnertalsperre, es gibt Melt, es gibt ja ganz ganz viele Festivals, die ja auch statt finden.

tranceUNITED:
Du bist gerade aus Athen zur�ckgekommen, wo du aufgelegt hast. Wie war die Atmosph�re da? Was f�r Eindr�cke konntest du mitnehmen?

Paul van Dyk:
Athen war grandios, es war schon auch einer der besten Gigs in diesem Jahr. Zum einen, weil nat�rlich sowieso die Griechen gerade sehr euphorisch sind. Sie haben durch die Europameisterschaft den Leuten gezeigt �es gibt uns�. Keiner hat mit denen gerechnet und dann haben sie trotz aller Unkenrufe es auch geschafft, da� Olympia funktioniert hat und da sind sie sowieso gerade sehr euphorisch und sehr feierfreudig. Was aber auch noch ganz toll war, war, da� nat�rlich viele der Wettbewerber, z. B. grade die Schwimmer, die ja eigentlich schon lange fertig waren, jetzt zwei Wochen bis zur Abschlussfeier warten mu�ten. Da war z.B. dieser Ian Thorpe, der kam dann vorbei und sagte �Hey, I saw you in Sydney�, das war ein sehr sehr tolles Event, hat richtig Spa� gemacht.

tranceUNITED:
Dieses Interview ist f�r tranceunited.com, eine Seite aus Frankfurt f�r elektronische Musik. Was sind deine Erinnerungen an Frankfurt? Du hast ja schon im U60-Club, sowie im Dorian Gray aufgelegt, aber es fing doch schon viel fr�her bei den Omen-Parties mit Sven V�th und Kid Paul an?

Paul van Dyk:
Ich hab sehr gute Erinnerungen an Frankfurt. Es gab ja zu Anfang der 90er so ein bi�chen einen politischen Clinch Berlin vs. Frankfurt. Ich wei� bis heute nicht, wo der her kam. Damals hab ich ja noch ganz am Anfang viel mit Kid Paul zusammen aufgelegt, bei den Submission Partys. Wie gesagt, bei uns gabs dieses Politische nicht, f�r uns gings um die Musik. Wir sind da einmal im Monat ins Omen gefahren und haben gespielt, was wir geil fanden und das haben auch die Frankfurter sehr respektiert. Danach kamen viele Sachen, der XS-Club zum Beispiel, klein und gem�tlich, immer mittwochs, war eine super Sache. Wie gesagt, Frankfurt geh�rt, was elektronische Musik betrifft, nat�rlich auch zu den wichtigen Metropolen in Europa, da kam nat�rlich auch ganz viel her.

tranceUNITED:
Wi bist Du DJ und Produzent geworden?

Paul van Dyk:
So richtig wollte ich das ja gar nicht. Dadurch, da� ich im Osten gro� geworden bin, konnte ich ja nie in die ganzen Clubs gehen. Dann war das halt einfach so, ich hab eben schon sehr viel �ber elektronische Musik gewu�t, weil wir in Berlin mit ein, zwei Radiostationen sehr gut best�ckt waren, die auch spannende Musik gespielt haben. Und dann war die Mauer weg und ich bin in die ganzen Clubs gerannt. Ich fand es sehr ern�chternd, denn es war nicht so toll, wie ich mir das in meinen k�hnsten Tr�umen erhofft hatte. Die Musik war auch sehr langweilig. Und ich wusste, da gibt es eben so viele andere Sachen und dann hab ich angefangen, Tapes f�r Freunde und f�r mich zu machen, so f�rs Auto. Einer meiner Freunde hat dann kurz nachdem der Tresor in Berlin aufgemacht hatte, er kannte auch die T�rsteher, dann irgendwann mal ein Tape von mir abgegeben, weil er mitbekommen hat, da� sie musikalisch ein bisschen mehr machen wollten. So hatte ich meinen ersten Auftritt. Als ich dann aufgelegt habe merkte ich nat�rlich wie toll das ist.
Mit dem Produzieren war das so, da� dadurch, da� ich so was wirklich v�llig anderes aufgelegt habe als die anderen in Berlin, die ganzen Magazine auf mich aufmerksam geworden sind. Die haben gesagt �Da ist doch dieser neue Junge aus dem Osten, der macht so und so�. Sie wollten auch viele Interviews machen und einer der Freelance-Journalisten, die mich interviewt haben, war Cosmic Baby. Wir haben uns auf Anhieb super verstanden und haben angefangen, weil er so ein kleines Setup zu Hause hatte, auch mal Musik zu machen. Ich hatte eine sehr klare Vorstellung, wie das sein soll, was ich m�chte. In der Sekunde, wo ich dann quasi meinen Pianoriff auf der �Visions Of Shiva� hatte, wu�te ich, da� ich jetzt auch lernen wollte wie das geht. Das war f�r mich das, was ich machen wollte.

tranceUNITED:
Du bist sehr oft in USA auf Tour. Wie gef�llt es dir da? Was machst du da so am Tag? Kannst du was von den St�dten sehen? Wie findest du meine Heimatstadt Boston, da legst du ja manchmal auf im Avalon oder Axis.

Paul van Dyk:
Ich bin seit 1994 regelm��ig in den Staaten gewesen, hab nat�rlich auch zu New York eine sehr enge Beziehung, weil ich damals immer einer der Stammg�ste bei Disco 2000 war. Immer mittwochs im Lionhide, mit Michael Alec und Keoki. Das war glaub ich das gr��te Ding nach Studio 54 was es so gab Anfang der 90er, und da war ich dann schon dabei. Dann war ich in L�den wie im Paladium und sonst was, als das mit dem Twilo dann schon los ging, da war ich mit dabei. Also ich hab dann schon eine relativ enge Beziehung, habe da Freunde und war da immer mit dabei. Es gab da z. B. ein paar von meinen englischen Kollegen, die dann irgendwann mal Ende der 90er meinten, wir Europ�er zeigen jetzt mal den Amerikanern wie Trance so funktioniert. Da hab ich immer gesagt, dass es das Gro�kotzigste sei, das es gibt. Ich war 1994 in Clubs, die gab es schon 5 Jahre, die haben spannende und interessante Musik gespielt. Die brauchen keine Europ�er, um die zu begl�cken, wenn �berhaupt sind wir Teil dessen. Und ich bin dann immer froh, da� ich meine musikalische Idee mit in die Entwicklung des amerikanischen Trance, House, wie auch immer, mit einbringen konnte und ich hab eigentlich in der Regel immer �berall Spa�. Boston wiederum ist das so ein Ding, zum Einen ein bisschen was pers�nliches, ich kenn John Debo schon sehr lange, der ja ma�geblich am Axis und Avalon mitgemacht hat. Wir sind gute Freunde und nat�rlich hat man da sowieso immer einen pers�nlichen Bezug. Boston ist auch eine geile Stadt, sie ist jung, frisch, da passiert ganz viel. Ich glaube durch den regelm��igen Austausch, dadurch, da� immer wieder neue Studenten kommen, bleibt die Stadt auch vital, das vibriert f�rmlich immer. Es macht immer super Spa�.

tranceUNITED:
Du bist ja jedes Wochenende unterwegs. Ich kann mir gut vorstellen, da� das mega anstrengend ist. Wie schaffst du das?

Paul van Dyk:
Es ist nat�rlich schon sehr viel Arbeit, wenn man es nur von einer Seite betrachtet. Da das, was ich mache, sich f�r mich allerdings nicht wie Arbeit anf�hlt, sondern super viel Spa� macht und es mich erf�llt, gew�hnt man sich auch irgendwie daran viel unterwegs zu sein. Auf der anderen Seite, wenn man was so viel macht wie ich das Auflegen, und es nicht mag, dann wird es ganz schnell zur Belastung. Wenn man es aber so liebt wie ich das tue, dann macht das einfach Spa� und dann gibt das einem auch was. Wenn ich am Plattenspieler bin, bin ich total wach und bin da voll bei der Sache.

tranceUNITED:
Du legst am 3 September in Sven V�th�s neuem Club auf. Mit welchen Erwartungen gehst du dahin?

Paul van Dyk:
Ich geh davon aus, da� es ein geiler Club ist. Ich kenne die Jungs die die Anlage gemacht haben, das Sound System von Steve Dash, den ich pers�nlich aus New York sehr gut kenne. Ich denke mal, da� es soundtechnisch ziemlich geil ist, ansonsten hab ich nat�rlich auch viele tolle Sachen vom Design des Clubs geh�rt. Ich habe allerdings auch schon geh�rt, da� es das ein oder andere Problem mit den Besucherzahlen gibt, da das Konzept noch nicht so ausgewogen ist, wann was statt findet. Aber ich denke, da� das alles kommt und ich finds eine tolle Sache, da� jemand so viel Geld ausgibt um einen vern�nftigen Tanztempel in Deutschland zu installieren. Auf der anderen Seite mu� man jetzt auch zusehen, da� das Konzept f�r jeden einzelnen Tag auch mit konkreten Besucherzahlen begl�ckt wird.

tranceUNITED:
Talla 2XLC hat zudem bald wieder seinen alten Technoclub am Start und zwar im Caf� Royal. Werden wir dich dann �fters in Frankfurt sehen k�nnen? Du hast ja ein freundliches Verh�ltnis zu Talla.

Paul van Dyk:
Dem steht �berhaupt gar nichts entgegen. Wir haben nat�rlich zum einen, dadurch da� wir im Vergleich zu vielen der Kollegen unsere Sachen auch weltweit ver�ffentlichen, uns sehr global angelegt. Wir m�ssen das dann nat�rlich immer alles unter einen Hut kriegen, und das ist dann eben nicht nur Frankfurt und Berlin, sondern dann kommen auch viele andere Orte dazu, die wir versuchen entsprechend zu best�cken und da zu sein.
Frankfurt ist eine geile Stadt, war schon immer richtig auf dem Plan, was elektronische Musik betrifft und wenn ich da jetzt mal in einem Jahr nicht so h�ufig war, dann hat das keine pers�nlichen Affinit�ten oder so. Es hat in den letzten 2 Jahren allerdings ein bi�chen an der Location gehapert. Das U60 ist zwar ein cooler Club f�r eine bestimmte Form von Musik und auch f�r eine bestimmte Klientel, die jetzt, mu� ich sagen, vielleicht nicht so unbedingt meine Zuh�rer sind. Ich mag allerdings auch lieber gr��ere Decken und daher ist das nicht ganz so toll. Wir hatten ja versucht eine Location zu finden in Frankfurt, wo alles stimmen w�rde. Jede Location hat so ihren eigenen Vibe, so wie der U60-Club der eher mehr schranzig ist und dann gibt es Locations, die mehr zu meiner Musik passen. Ich denk, wenn der Talla was neues macht, da� es eine tolle Location ist, aber ich geh auch davon aus, da� der Cocoon Club unglaublich ist, und vielleicht bin ich dann ja viel �fters da als wir hier alle denken.

tranceUNITED:
Du hast dich ja sehr f�r �Rock The Vote� engagiert. Gab es daf�r einen bestimmten Grund? Es hat ja �berwiegend mit der amerikanischen Politik zu tun.

Paul van Dyk:
Das mu� man ein wenig balancieren. Das hat nicht nur mit amerikanischer Politik zu tun, sondern auch ganz viel mit Demokratie. Gerade im Zusammenhang mit �Rock The Vote� vermeide ich ganz klar zu sagen wen ich w�hlen w�rde, weil ich es nicht angemessen finde als deutscher Staatsb�rger zu sagen wen sie w�hlen sollen. Aber was ich schon sagen kann und was v�llig korrekt ist, wenn die Amerikaner die Polizei der Welt sein wollen, k�nnen wir als Europ�er schon verlangen, da� so viele Leute wie m�glich ihre demokratischen Rechte und Pflichten wahrnehmen und den richtigen Polizeichef w�hlen. Daher denke ich ist es klar, warum ich mich da engagiere. Ich hoffe schon, da� da ein politischer Richtungswechsel passiert, weil wie mit dem "War On Terrorism" zum Beispiel umgegangen worden ist, hat die ganze Welt nur gef�hrlicher gemacht. Die Frage ist, gehen wir das alles mit Mitteln wie humanit�rer Hilfe und Bildung an oder versuchen wir Leuten zu helfen und zu sagen, da� es nur gemeinsam geht auf diesem Planeten oder man sagt �wem immer es nicht pa�t, okay dann schicken wir unsere Soldaten hin und machen die platt�. Das sind die zwei Richtungen. Und man darf nicht vergessen, da� das, was die heute entscheiden, uns noch in 20 Jahren besch�ftigt. Da� wir heute einen Bin Laden haben ist der Fehler der Reagan-Administration und so kann man das immer sch�n zur�ck verfolgen, wer die Fehler gemacht hat.

tranceUNITED:
Dein Album �Reflections� ist schon eine Weile auf dem Markt mit vielen spannenden St�cken. Was hat dich allgemein zu diesen Tracks inspiriert?

Paul van Dyk:
Eigentlich alles, was ich so in den letzen paar Jahren erlebt hab'.

tranceUNITED:
Mein Lieblingstrack ist �Nobody Forget�. Ich stehe auf diese Ambientart der Tracks. Werden wir in Zukunft mehr Tracks dieser Art h�ren, wie �Nobody Forget� oder damals �Vega�?

Paul van Dyk:
Ja das ist m�glich. Ich gehe ja nicht ins Studio und sage, ich mache das oder das. Es gibt so zwei Grunds�tze, wie ich vorgehe. Entweder hab ich ein spezielles Thema, woran ich schreiben will, wie bei �Time Of Our Lives� oder �Like A Friend� wo Lyrics eine ganz wichtige Rolle spielen, dann ist die Musik auch so, da� es dem Topic gerecht ist.
Man kann ja nicht ein St�ck machen wo man ein ernstes Thema angehen will und die Musik ist dann Happy Hardcore, das geht ja auch nicht.
Der andere Weg den ich gehe ist, da� ich eine bestimmte Atmosph�re in meinem Kopf habe, die ich dann einfach musikalisch umsetze. Bei �Never Forget� war es so, da� ich, als ich das erste mal �Schindlers Liste� gelesen hab so aufgew�hlt war, da� ich ins Studio ging und anfing Musik zu machen. Und hab dann auch am n�chsten Morgen nicht wieder in diese tief traurige Stimmung zur�ck gefunden. Deshalb lag dieser Song und ist ganz lange nicht gewachsen. Bis er dann irgendwann fertig war, waren 3 oder 4 Jahre vergangen. Man mu� ja auch so eine Stimmung aufgreifen um sie umsetzen zu k�nnen.

tranceUNITED:
Vor vielen Jahren hattest du mal in einem Interview bei WBCN Boston gesagt, du w�rdest gerne mal was mit Chicane machen, aber es fehlte immer an der Zeit. Kommt da vielleicht noch mal was?

Paul van Dyk:
Ja da gibt es viele. Chicane war sicherlich nur ein Beispiel. Genau so gern - und das planen wir auch - w�rde ich gerne was mit Nick Warren (Way out west) machen, sowie mit BT, wenn ich mal Zeit habe. Es gibt ganz viele Leute, es ist nur ein Timing Problem, aber ich denke �ber kurz oder lang wird sich das alles regeln lassen und wir werden schon irgendwas machen. Das mit Chicane wei� ich nicht, weil ich gar nicht wei�, was die jetzt machen. Seit sie sich von Alex Gold und X-Travaganza verabschiedet haben ist da auch nicht mehr so viel Tolles gekommen.

tranceUNITED:
�Wir Sind wir� ist eine Zusammenarbeit mit Heppner und erzielte Platz 16 der Charts. Der Song ist klasse und die ganze Idee einzigartig. Wie bist du auf die Idee gekommen und wie war die Zusammenarbeit mit Peter Heppner?

Paul van Dyk:
Die Produktionsfirma, die �Das Wunder Von Bern� f�r das ZDF gemacht hat, ist an mich rangeterten, weil sie wollten, da� ich ein St�ck Musik mache. Das ist ja schon eine Thematik und ein St�ck Musik zu machen ohne textliche Aussage wird dem Thema nicht gerecht. Da ich Peter Heppner und seine Arbeit sehr sch�tze, sagte ich, wenn ich das mache, ruf ich ihn an und frag, ob er es mit mir zusammen machen will. Wir haben uns in Hamburg getroffen und haben uns die Dokumentation angeschaut, um zu sehen, was wir da machen k�nnen. Wir waren da sehr ber�hrt und ger�hrt, nicht von dem Fu�ballerischen, sondern von dem Gef�hl und dem gesellschaftlichen Moment, welches es damals ausgel�st hat.
Da wussten wir, da� wir es machen. Ich hatte auch relativ schnell die Musik fertig, die auch der Stimmung angepa�t war. Das mit dem Text hat ein wenig l�nger gedauert, weil die Thematik sehr vorsichtig angefasst werden mu�te. In Deutschland gibt es ja die Problematik der Geschichte, die man sensibel anfassen mu�. Peter hat den Text geschrieben und man konnte sehen, da� er sich �ber jedes Wort sowie die Position jedes einzelnen Wortes Gedanken gemacht hat . Leider gab es Journalisten, die versucht haben, irgendein "Gedankengut" rein zu interpretieren.

tranceUNITED:
Das Video zu �Wir Sind wir� ist schon was besonderres und f�r mich eines der besten Videos, das ich seit langem gesehen habe. Von wem kam die Idee? Wie wurde das gefilmt? Das sah alles so echt aus, als ob Heppner damals dabei war.

Paul van Dyk:
Nat�rlich bietet sich die Idee schon selbst an.
Peter, der Regisseur, und ich hatten eine �hnliche Idee wie wir das machen wollten.
Das Video wurde in einem alten Abrissgel�nde von einer Zementfabrik in R�dersdorf bei Berlin gedreht. Dieses Video, genau wie der Song, ma�en sich nicht an vollst�ndig zu sein. Wir haben wichtige Bilder der Nachkriegsgeschichte genommen, ob es der Mauersprung war, die Wiedervereinigung oder die Zeit dazwischen. Wir haben quasi Bilder genommen die aussagekr�ftig waren, die auch eine Stimmung tragen. Wir haben im Original ausgew�hlt und recherchiert wo der Kameramann denn gestanden hatte, um diesen Gegenschu� zu machen. Und dann haben wir genau diese Situation nachgebaut und mit altem Filmmaterial gedreht. Dann diese Gegenshots, die es ja eigentlich nicht gibt, quasi gefilmt, wo man dann sieht, wie der Kameramann (Heppner) das Originalbild gedreht h�tte. Was auch noch sehr spannend war, war, da� alles sehr authentisch war. Das waren keine gefakte 50er Jahre Anz�ge, sondern es waren originale Anz�ge aus den 50er Jahren. Oder wie bekloppt meine Frisur im Video aussieht - so sehe ich ja gar nicht aus. Da waren Leute dabei, die sich auch kultur-historisch mit Klamotten auskennen und sagten, da� sie so damals wirklich aussahen. Es war alles im Ganzen ein toller Videodreh...

tranceUNITED:
Wie sieht die Zukunft f�r 2004 aus? Arbeitest du schon an einem neuen Album und Remixen? Kommt vielleicht noch ein Track von �Reflections�? Vielleicht ein Jan Johnston Track?

Paul van Dyk:
Nein, das glaube ich nicht, da� da noch eine Single von �Reflections� kommen wird. Ich bin gerade mit dem Studio umgezogen und konnte die letzten zwei Monate gar keine M�glichkeit finden, Musik zu machen. Das mit dem Studio ist demn�chst irgendwann fertig. Ich arbeite gerade an einer interessanten Geschichte und n�chstes Jahr gibt es das Deutsch-Japanische Jahr, wo halt die Kultur und Gesellschaft in Japan modern pr�sentiert wird.
Wenn man einen Japaner fragt, was wir Deutschen so machen, dann antworteten sie, da� wir entweder �berdimensional viel Bier trinken oder alle mit bayerischen Lederhosen rum laufen, das stimmt ja nicht ganz. Und um das irgendwie zu repr�sentieren, hat das Ausw�rtige Amt veranlasst, da� so eine Art Imagefilm gedreht wird, wo nicht nur viele bekannte deutsche B�rger, sondern auch normale Leute gefragt werden, was f�r sie Deutschland ist und was es f�r sie bedeutet. Dazu gibt es auch Musik und die werde ich mache.
Dies ist wieder eine sehr spannende Sache, bei der es mehr um das Idealistische geht, wo ich es einfach toll finde, da� ich dabei bin und unsere Miteurop�er zu pr�sentieren, wenn man so will, um das Wort Deutschland zu vermeiden...
Ich plane auch eine �Politics Of Dancing 2�, was so Ende Februar/Anfang M�rz 2005 kommen soll. Demn�chst gibt es noch einen Remix f�r die �Summerdream�, was ich halbwegs fertig habe, ich mu� es nur noch richtig im Studio abmischen. In meinen Sets spiele ich es ja schon. Bald wird es auch noch einen Remix f�r �Freefall� von Nu NRG geben.
Das sind so die Sachen, die anstehen, ansonsten habe ich nat�rlich einen Hund, ab morgen sogar zwei, die ja auch meine Zeit in Anspruch nehmen, nicht zu vergessen eine super Frau, mit der ich ja auch so viel Zeit wie m�glich verbringen m�chte.

tranceUNITED:
Du hast ja schon mit sehr vielen K�nstlern zusammengearbeitet. Wer fehlt Dir da noch?

Paul van Dyk:
Da gibt es viele, aber ich hoffe mal, was mit Nick Warren von Way Out West oder wieder mal was mit BT zu machen.

tranceUNITED:
Du machst ja sehr oft deine PVD-Reworks. Sch�n zu h�ren, aber nicht sch�n, da� man es nicht kaufen kann. Ist es nicht viel Aufwand, neben allem was du machst, auch noch diese Reworks zu machen, wo du im Endeffekt ja nicht richtig davon profitieren kannst?

Paul van Dyk:
Wenn man von Profit spricht, hab ich nichts davon. Ich wei�, es ist immer schwer nachzuvollziehen und viele denken, der hat sie nicht mehr alle oder er erz�hlt das nur, aber die Sache ist, ich bin einfach ein totaler Freak, wenn es um elektronische Musik geht.
Nichts nervt mich mehr, als wenn da ein total geiler Track ist, aber total schei�e klingt und ich ihn dann deswegen nicht spielen kann. Also nehme ich dann die Elemente, die mir gefallen und wichtig sind, und mache einen Remix, den ich dann f�r mich spielen kann.
F�r mich ist das genau so wichtig, wie es vielleicht f�r einen anderen DJ wichtig ist, eine Stunde l�nger im Plattenladen zu sein. Insofern profitiert nur mein DJ Set, weil ich dann einen Track spiele, der nach im Rework einfach besser klingt.
Und da gibt es einige Sachen, an denen ich gerade gearbeitet habe, wo ich richtig stolz drauf bin. Man k�nnte die sicherlich als Remixe ver�ffentlichen, aber eigentlich ist es nicht in meinem Interesse, weil ich relativ viele St�cke bearbeite. Dann w�rde man so 10-15 Remixe pro Monat von mir haben und das kann es ja auch nicht sein.
Ich habe auch in dem Moment den Anspruch, den Track k�nstlerisch zu ver�ndern, weil ich ja so den Song geil finde, sonst h�tte ich ihn ja erst gar nicht gemacht. Ich versuche den Track nur produktionstechnisch zu gestalten, so da� es eher mein Geschmack ist, als wie es vorher war.

tranceUNITED:
Vandit hat sich in den letzten Jahren zu einem der besten Labels in Deutschland entwickelt. Was ist dein Geheimnis?

Paul van Dyk:
Es hat gar nichts mit Geheimnis zu tun! Die Philosophie dahinter ist, da� wir einfach Musik ver�ffentlichen, die wir selber geil finden. Und weil wir sie selber geil finden, k�nnen wir das nat�rlich auch r�ber bringen und den Leuten vermitteln. Wir finden halt einen Chris-Liebing-Remix genauso passend wie einen Modulation-Remix, was musikalisch vielleicht ein St�ck weit auseinander liegt, was aber trotz allem auch einfach der Vandit Sound ist.
Man kann das halt nicht nur auf eine Sache festschreiben, sondern es geht eben vom kn�ppeligen Chris Liebing Techno bis hin zu Italo House.

tranceUNITED:
Ich denke mal, du bekommst eine riesige Auswahl von Demos. Ist es nicht manchmal schwer, zu entscheiden, wer und was auf Vandit erscheint?

Paul van Dyk:
Die Problematik ist die, da� wir mehr gutes zugeschickt bekommen als wir ver�ffentlichen k�nnen. Wir sind jetzt ja auch keine riesengro�e Firma oder so, und wir wollen uns ja nat�rlich auch um die Musik und um die entsprechenden K�nstler k�mmern k�nnen.
Das andere ist, da� ich, glaube ich zumindest, mittlerweile schon erkennen kann, wer da Potential hat, das �ber einen Gl�cksgriff bei den Songs hinaus geht. Wie viele Leute haben wir schon in den letzten 15 Jahren erlebt, wo die Leute gesagt haben, da� sei der gro�e neue Held unter den DJs und er nur noch tolle Sachen machen wird... leider Gottes gabs dann nach dieser einen Platte nur noch Schei�e. Es gibt super viele Talente, wir h�ren uns halt ganz viel Musik an und das, was wir toll finden, ver�ffentlichen wir dann - vorausgesetzt, wir haben die logistischen und zeitlichen M�glichkeiten.

tranceUNITED:
Du bist ja bekannt daf�r, neue upcoming K�nstler auf Vandit zu unterst�tzen. tranceUNITED-Member Matthew Adams machte ja schon auf sich aufmerksam. Wann und wer wird ihn unter Vertrag nehmen? Angeblich hast du ja seinen Remix f�r �Autumn� in Boston gespielt.

Paul van Dyk:
Ja, das stimmt, da� ich seinen Remix f�r �Autumn� in Boston gespielt habe. Ich kenne da nicht genug Material, was er noch so gemacht hat und m�chte das auch nicht an einem Remix fest machen. Jemand, bei dem ich jetzt letztens gesagt habe �Wow�, und der auch jetzt zwei Remixe f�r uns macht, ist Marc van Linden. Der ist bisher auch noch nie so in Erscheinung getreten, da� ich gesagt habe �Geil�. Wir werden uns so in den n�chsten 1 - 2 Wochen treffen. Dann werden wir uns mal unterhalten, was er so vorhat.

tranceUNITED:
Marc van Linden ist �brigens Mitglied bei uns. Wer noch?

Paul van Dyk:
Es gibt tolle viele Talente, auch aus Berlin, Dan Reeves z.B., der macht auch tolle Sachen. Das Problem ist halt einfach nur, da� ich niemanden signen und ihm mehr oder weniger suggerieren m�chte, da� er jetzt alle Zeit der Welt von uns kriegt, die wir ihm widmen, um ihm zu helfen oder Sachen beizubringen und dann haben wir letztendlich doch nicht die Zeit daf�r. Ich glaube, das ist dann wirklich unfair. Dann sag ich lieber �tut mir leid, ich find die Sachen toll, aber es geht halt nicht�.
Wir haben ja auch z.B. NU NRG zu uns geholt, als sie kein Schwein kannte, und ich kann dir sagen, da� es sehr viel Arbeit ist, und da flie�t auch sehr viel Energie vom ganzen Team mit rein. Bei uns sitzen keine 100 Leute, die es dann mit vielen verschiedenen Setups machen k�nnen. Das gestaltet sich bei uns halt auch so ein bi�chen als Familienunternehmen. Ich finds schlimm, jemanden zu signen und dann den Versprechungen nicht gerecht zu werden. Deshalb mach ich es dann lieber erst gar nicht.

tranceUNITED:
Da gab es �brigens auch mal einen ber�hmten Football-Trainer in den USA f�r die Denver Broncos, der auch Dan Reeves hie�.

Paul van Dyk:
Vielleicht hat er da seinen K�nstlernamen her, wer wei�?

tranceUNITED:
Zur Zeit leidet die Tranceszene in Deutschland ein wenig, ist nicht so gewachsen wie in Holland oder UK. Warum ist das Deiner Meinung nach so, und was mu� gemacht werden, damit es wieder aufw�rts geht?

Paul van Dyk:
Ich muss ganz ehrlich sagen, da� ich glaube, da� man gar nicht so richtig realisiert, was woanders statt findet. Nat�rlich ist es so, ich nenne es mal die Holland Force, da� ich immer wieder erstaunt bin, wie die es schaffen, fast jedes Wochenende Raves zu haben, wo 50000 � 60000 Leute sind. Allerdings, wenn du dann �fter mal in Holland bist, dann wei�t du auch warum. Das Problem ist, da gibt�s halt keine normalen Diskotheken. Das hei�t, wenn die normale Sekret�rin oder Friseuse mit ihrem Freund ausgeht, dann geht sie zu so einem Rave, h�rt sich da zwei Stunden lang Zeug an, was sie noch nie in ihrem Leben geh�rt hat und geht dann wieder. Auf der anderen Seite kommt dann eben auch noch dazu, da� Holland ein kleines Land ist und immer seine Protagonisten unterst�tzt. Die sind da alle am Start.
In Deutschland ist das ein St�ck weit anders, da ist es ja schon eher so, da� man, wenn man ber�hmt ist, eher ein Problem hat. Da wird dann nat�rlich auch viel intern kaputt gemacht im Vorfeld, um das gar nicht gr��er werden zu lassen, hab ich manchmal den Eindruck. Auf der anderen Seite kommen so viele geile Sachen aus Deutschland, da� ich nicht glaube, da� wir uns, was den musikalischen Output angeht, verstecken m�ssen. Zudem gibt es ja auch so viele tolle Veranstaltungen. Ich glaube nicht, da� es in UK oder Holland wesentlich besser oder weiter ist.
Elektronische Musik ist schon global auf dem Weg nach vorn. Das ist ja auch das, warum es keine Auswirkung auf elektronische Musik in der Form hat,wenn es auch irgendwann lokal stagniert, weil ein Club in irgendeiner Stadt, egal wo in Europa, zu macht.

tranceUNITED:
Was sind Dein 3 Lieblings Tracks 2004?

Paul van Dyk:
Was ich ganz geil fand, war von THE FREAK -�Rising Angel� und �Cosmic String� von MARCOS, da sind so viele Sachen. Einer der Songs, die ich f�r mich selbst wieder entdeckt habe, und den ich absolut liebe, ist �Mind Circus� von WAY OUT WEST, kann nat�rlich auch ein Track des Jahres sein, den man zwei Jahre zuvor vergessen hat und pl�tzlich taucht er wieder auf und ist ganz gro�.

tranceUNITED:
Du hast ja letztes Jahr den Riesentrack �Rush� (AALTO) zu Vandit genommen. Eine Zusammenarbeit mit Anjunabeats w�re doch genial, oder ein gemeinsames Producing?

Paul van Dyk:
Grunds�tzlich steht dem auch nichts im Wege, es ist ja meistens so eine zeitliche Frage. Ich finde viele von den Sachen von Anjunabeats toll.

tranceUNITED:
Was benutzt du beim Produzieren? Eher Soft- oder Hardware?

Paul van Dyk:
Eine Mischung aus beidem.

tranceUNITED:
Es ist bekannt, da� du die Musik von Alanis Morrissette gut findest. Was h�rst du au�erdem gerne privat?

Paul van Dyk:
Jetzt gerade �Lincoln Park�!

tranceUNITED:
Du tendierst ja zum Auflegen mit Final Scratch. Legst du bald nur noch ohne Vinyl auf? Was sind die Vorteile des Final Scratch f�r dich?

Paul van Dyk:
Das mit dem Final Scrath haben viele noch nicht richtig verstanden.
Auf den Schallplatten ist so ein Timecode dran, so ein Piepston. Dieser Timecode wird zum Laptop geschickt und das Programm versteht den, der besagt, auf welcher Stelle die Platte sich befindet. Dann l�dt man ein St�ck Musik in einen virtuellen Cartslot, und so kann ich alles genau machen wie mit Scratchen, auch beschleunigen oder anhalten - genau wie mit einer Platte. Der Timecode auf dem Audio File sagt genau, wo die Platte gerade ist. Das hei�t, ich mu� alle diese technischen DJ Skills beherrschen wie jeder andere auch.
Meiner Meinung nach wird Final Scratch schwieriger, weil es so viele M�glichkeiten gibt. Da sag ich einfach mal, hat man mehr Chancen abzufucken.
Also ich bin total begeistert von Final Scratch. Ich geh�re ja nicht zu denen, die mal eben ihr System umstellen. Ich finde die M�glichkeiten grandios und ich finde, es hat meinem Auflegen nicht geschadet, sondern viel mehr M�glichkeiten gebracht, musikalisch was zu machen, w�hrend ich auflege.

tranceUNITED:
Was ist deine pers�nliche Lieblingseigenproduktion?

Paul van Dyk:
Ich hab keine liebste Eigenproduktion. Die sind f�r mich alle gleich wichtig.

tranceUNITED:
Tiesto hat ja vor kurzem erst bei der Opening Cermony von den Olympischen Spielen in Athen aufgelegt. Wie wichtig ist das f�r die Weiterentwicklung von elektronischer Musik f�r die Zukunft?

Paul van Dyk:
Das Problem zu dieser Thematik ist, da� es hierbei egal ist was ich sage... Die eine H�lfte wird sagen, der Paul hat Recht und die andere H�lfte sagt, Paul ist nur neidisch, da� er nicht da war.
Als ich zuerst geh�rt habe, da� Tiesto da auflegt, war meine Reaktion �Oh Geil�, aber auf der anderen Seite gibt es eine eiserne DJ Regel, die sagt, da� ein DJ da auflegen soll, wo die Leute einen auch sehen wollen. Das mu� letztendlich jeder f�r sich selbst entscheiden.
Ich mu� ehrlich sein, ich glaub nicht, da� es so viel f�r elektronische Musik gebracht hat, weil man es ja effektiv kaum geh�rt hat. Das Problem dabei ist ja auch diese ganze Arroganz, die man antrifft bei der Thematik der elektronischen Musik und wie das Ganze behandelt worden ist. Bei der BBC z.B. haben die oft den Namen von Tiesto falsch gesagt oder Sachen wie �Oh our DJ is still going strong� von sich gegeben - so Aussagen waren schei�e.
Dann ist es die Frage, ob man sich mit so was �berhaupt einen Gefallen tut. Tiesto hat sich sicherlich selber als Namen einen Gefallen getan, aber ich glaube nicht, da� er sonderlich viel Spa� beim Auflegen hatte. Ich habe ja keine vorprogrammierten Sets, f�r mich ist die Interaktion mit den Leuten wichtig. Wenn ich mir vorstelle, da� ich irgendwo auflege, und da marschieren gerade alle Nationen rein und kein Schwein interessiert sich, was ich auflege, dann macht es auch keinen Spa�.
Wenn sie mich gefragt h�tten, glaube ich nicht, da� ich es gemacht h�tte.

tranceUNITED:
Du hattest gerade eine Sondersendung bei Fritz (Blue Moon), bei der aufgrund Deines Videos das Thema "Deutschland und Nationalstolz" war. Das war eine tolle Idee.
Wie siehst du die Zukunft in Deutschland in dieser Hinsicht? Wird sich da mal was �ndern?

Paul van Dyk:
Lass mich das in zwei Teilen beantworten.
Ich mu� sagen, da� der eine Journalist von der Berliner TAZ, der ziemlich viel losgetreten hat, sich leider als einer rausgestellt hat, der dem eigenen Anspruch nicht gerecht wird.
Wenn er Peter und mir vorwirft, wir h�tten viel konkreter und spezifischer jeden Raum f�r Interpretation weglassen und uns noch konkreter mit der Thematik auseinander setzen m�ssen, dann h�tte er genau mit derselben Verantwortung an den Text ran gehen m�ssen. Das, was er gemacht hat, das Ding total auseinander zu bauen, anders zusammen zu setzen und es dann zu interpretieren und uns was unterstellen zu wollen, dann so eine Aussage zu bringen. Er arbeitet zwar im Journalismus, von daher mu� er ja zuspitzen und wird der Thematik nicht gerecht, daher mu� ich sagen, ist es schade, da� wir so Journalisten haben und schade, da� wir keine haben, die dieser Verantwortung gerecht werden. Zum anderen mu� ich sagen, da� mit einer Aussage einer 18j�hrigen M�del �berein stimme, die was sehr sch�nes gesagt hat. Das Problem der ganzen Thematik unserer Geschichte ist, da� wir uns dessen in Deutschland allen bewusst sind.
Ich glaube, die Leute, die das negieren und sagen, da� es nie statt gefunden hat, sind wirklich verschwindend gering und ich glaube, wir alle wissen, da� das nie wieder passieren darf.
Die Problematik ist aber, wenn du einem 10j�hrigen Kind in seinem ersten Geschichtsunterricht sagst, du bist T�ter, du bist schuld, dann fragt es sich auch irgendwann �wie? Ich hab doch gar nichts gemacht!�.
Der andere Punkt dabei ist dann aber auch ein ganz wichtiger, das hat wiederum dieses M�del gesagt � ein Problem ist, da� die immer jeweils vorige Generation der nachfolgenden Generation sagt, wie sie damit umzugehen hat. Ich glaube, es w�re viel wichtiger, da� man der entsprechenden Generation, die mit der Symptomatik zu leben hat, die Werte vermittelt, da� so was nie mehr passieren darf, Werte vermittelt, da� man tolerant, respektvoll und friedvoll miteinander umgehen mu�. Dann entdeckt n�mlich diese Generation diese Werte ganz alleine und da brauchen wir dann auch keine Angst zu haben, da� so was je wieder passiert.
Nat�rlich haben wir eine gemeinsame Schuld als Deutsche f�r das, was passiert ist. Ich glaube einfach, da� es wichtiger ist, da� wir das, was wir aus den Fehlern der Geschichte gelernt haben, weiter vermitteln an die nachfolgenden Generationen und dann kann so was auch nie wieder passieren.

tranceUNITED:
Wenn du die Wahl h�ttest, nur noch eine Platte aufzulegen, welche w�re es? Ein paar zur Auswahl: �Welcome to the dance�(Des Mitchel), �Into the night� (4 Strings) oder �Synaesthesia�(Thrillseekers)?

Paul van Dyk:
Ich glaube, ich w�rde fragen, ob ich noch mehr Auswahl h�tte. Das sind drei ganz geile Platten, keine Frage. Da gibt es ja auch noch andere tolle Musik. Also wenn ich nur eine spielen d�rfte, dann �Synaesthesia�(Thrillseekers).

tranceUNITED:
Wie findest du eigentlich die neuen Remixe f�r �Synaesthesia 2004?

Paul van Dyk:
Ich finde die nicht so toll. Sorry, da� ich das so sage. Ich finde, der beste Mix ist der alte Originale �En Motion Mix�. Der Mix danach, den ich geil finde, ist mein Vandit Dub Mix, weil er dem Song so ein Housy Feeling gibt. Ich finde, das waren so die zwei Mixe, die alles mit der Thematik gemacht haben, was notwendig war. Das, was jetzt da ist, braucht keiner so richtig. Da kann man ja auch noch das tolle Original spielen.

tranceUNITED:
Paul, vielen Dank, da� du dir die Zeit genommen hast, diese Fragen zu beantwortet.
Wir freuen uns, dich am 3. September in Frankfurt zu sehen.

Paul van Dyk:
Und ich freue mich, da zu sein. Dann feiern wir sch�n.



Sehr interessantes Interview imo.
Lohnt sich, das zu lesen.

Er spricht u.a. �ber neue Produktioenen, Tiesto @ Olympics und auch der feine Herr Adams wird angesprochen


Posted by Floppy on Sep-02-2004 14:26:

Thumbs up

sehr nett und auch paar recht interessante Sachen dabei!
thx Tommy


Posted by Tommy-Pi on Sep-02-2004 14:27:

Bedank dich bei tranceUNITED.com die haben das Interview gemacht


Posted by XeCUTionER on Sep-02-2004 14:44:

ja, hatte das interview auch schon gelesen!
fands auch cool, wenn auch anstregend zu lesen, weil die antworten teilweise so lange sind


Posted by vandit_freak on Sep-02-2004 15:26:

dann muss der Matthes mal mehr Material schicken


Posted by BloodfIower on Sep-02-2004 15:36:

quote:
Originally posted by vandit_freak
dann muss der Matthes mal mehr Material schicken


glaub ich nicht
ist mit sein leuten schon ganz gut versorgt


Posted by darkstar on Sep-02-2004 15:48:

�hmm....will mir des wer vorlesen?


Posted by McP68 on Sep-02-2004 16:31:

Nettes Interview, danke!!

Zu der "Adams" stelle.. ich glaube Deek hatte doch schon paar was bei dennen eingeschickt oder??

Die hams bloss nie angeh�rt.. bzw. hams einfach fallen gelassen?!

Aber die Sache mit Vandit is ja durch.


Posted by ShellSh0ck on Sep-02-2004 16:42:

quote:
Originally posted by McP68
Nettes Interview, danke!!

Zu der "Adams" stelle.. ich glaube Deek hatte doch schon paar was bei dennen eingeschickt oder??

Die hams bloss nie angeh�rt.. bzw. hams einfach fallen gelassen?!

Aber die Sache mit Vandit is ja durch.


ja es gibt da so eine art auswahlverfahren, naja und die gr�sste h�rde ist immernoch markus!
deek knows what i mean.

Ps: Paul soll sich nicht rausreden, ihm wurden schon genug CDs von Deek zugesteckt.


Posted by Bernd_Gradish on Sep-02-2004 19:05:

Sehr gutes Interview Danke sch�n!


Posted by Floppy on Sep-02-2004 19:27:

quote:
Nat�rlich ist es so, ich nenne es mal die Holland Force, da� ich immer wieder erstaunt bin, wie die es schaffen, fast jedes Wochenende Raves zu haben, wo 50000 � 60000 Leute sind.


h�re grad ASOT und da is mir das auch wieder bei den Werbebl�cken aufgefallen.. die Holl�nder haben echt ein Event nach dem anderen..


Posted by Nik Novo on Sep-02-2004 21:26:

Ich muss gerade herzlich �ber "Lincoln Park" lachen


Posted by MYSTERO on Sep-02-2004 21:48:

quote:
Das war ein Gatecrasher Festival vor anderthalb Jahren, wo Tiesto irgendwann so w�tend geworden ist, dass er den Plattenspieler am Plattenarm genommen hat und ihn abgerissen hat. Also wie gesagt, da mu� man schon sagen, alle Achtung, da haben die deutschen Veranstalter eine ganze Menge gelernt und sind da auch auf einem sehr guten Weg.

da war doch was


Posted by Sand Leaper on Sep-03-2004 10:08:

quote:
tranceUNITED:
Du machst ja sehr oft deine PVD-Reworks. Sch�n zu h�ren, aber nicht sch�n, da� man es nicht kaufen kann. Ist es nicht viel Aufwand, neben allem was du machst, auch noch diese Reworks zu machen, wo du im Endeffekt ja nicht richtig davon profitieren kannst?

Paul van Dyk:
Wenn man von Profit spricht, hab ich nichts davon.


Stimmt nicht, sonst h�tte er nicht seine Reworks von Energize und Holding Onto Nothing ver�ffentlicht. Reworks zu machen und spielen kann ich verstehen, sie zu ver�ffentlichen und Geld drauf verdienen wenn man bei den Track so gut wie nix ge�ndert hat find ich aber nicht so toll.

Trotzdem gutes interview, da hat Trance United mehr gl�ck gehabt als bei Dag finde ich


Posted by Terrence Parker on Sep-03-2004 10:53:

quote:
Originally posted by Sand Leaper
...Holding Onto Nothing ver�ffentlicht. ...

Das mit dem Holding Onto Nothing Edit lag, glaube ich, aber haupts�chlich an Xtravaganza, die wollten unbedingt den PvD-Edit haben. War ja nicht so das Paul zu denen hingeht und sagt hier habt ihr ein paar Edits und die kosten euch xxxx�. Wahrscheinlich ver�ffentlicht er die Edits eher ungern auf Vinyl, das macht ja gerade seine DJ-Sets so einzigartig. Und wenn der Edit schon bei den Engl�ndern drauf ist, muss er nat�rlich auch auf das Vandit-Release.

BTW, kanns kaum noch erwarten bis PoD II rauskommt


Posted by dEEkAy on Sep-03-2004 11:01:

pvd edits/reworks sind auch nimmer das was se mal waren.

Tic Toc was one of teh best und born slippy auch, da steckt noch arbeit drinne.

heute mal ne bassdrum �ndern macht doch jeder REASON-Legasteniker


Posted by King][Randy on Sep-03-2004 11:06:

Das mu� ich auch sagen, die Edits von Energize und Holding on to Nothing waren gut gew�hlt, bin froh das die auf Vinyl released sind. Seine Edits/Reworks sind jedenfalls was tolles, bringt mehr pepp ins Set.


Posted by Terrence Parker on Sep-03-2004 11:08:

quote:
Originally posted by MatthewAdams
pvd edits/reworks sind auch nimmer das was se mal waren.

Tic Toc was one of teh best und born slippy auch, da steckt noch arbeit drinne.

heute mal ne bassdrum �ndern macht doch jeder REASON-Legasteniker



W�rde gern mal ein paar Askew-Edits h�ren mit seiner Oberknaller-Bassdrum.
Zitat von seiner Webseite:
"What are the 3 most important things people should know about John Askew?
- Kick drums are the most important thing in my life. Everything else is a footnote..."


Posted by Rootable on Sep-03-2004 11:20:

quote:
Originally posted by Terrence Parker
"What are the 3 most important things people should know about John Askew?
- Kick drums are the most important thing in my life. Everything else is a footnote..."


g0iles statement


Posted by Sand Leaper on Sep-03-2004 11:35:

quote:
Originally posted by King][Randy
Das mu� ich auch sagen, die Edits von Energize und Holding on to Nothing waren gut gew�hlt, bin froh das die auf Vinyl released sind.


Dann will ich lieber seine Reworks von Tic Toc oder The Crowd Song haben, da hat er mindestens die original Versionen wesentlich verbessert. Naja, Geschmacksache halt


Posted by King][Randy on Sep-03-2004 12:46:

quote:
Originally posted by Sand Leaper
Dann will ich lieber seine Reworks von Tic Toc oder The Crowd Song haben, da hat er mindestens die original Versionen wesentlich verbessert. Naja, Geschmacksache halt


Stimmt, die sind auch besser, aber man mu� sich damit zufrieden geben was man bekommt


Posted by pacha4life on Sep-03-2004 13:07:

do you know where i could get a transalation of this...


Posted by vandit_freak on Sep-03-2004 14:25:

Paul van Dyk's beste Reworks:
Marco V - I Feel You
Space Brothers - Everywhere I Go
Underworld - Born Slippy
Kyau vs. Albert - Velvet Morning



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