DJ`s als Vorbilder - Unterschied der Techno zur Pop Kultur?
Aufgrund der in diesen Minuten hitzig geführten Debatte in einem gewissen anderen Thread habe ich mich entschlossen das Thema in einen eigenen Thread zu packen, weil ich das gerne näher, aber in Ruhe diskutieren würde.
Sind DJ`s Vorbilder? Disqualifizieren Sie sich durch ihren Drogenkonsum nicht selbst? Sollte aufgrund der Vorbildfunktion manches im Bereich von Clubs und Events "sauberer" werden? - Das sind so die Überpunkte, um die es gerade in dem anderen Thread geht. Hier meine persönliche Meinung dazu:
Ich glaube nicht, dass es bei Techno DJ`s (Hier als Überbegriff für alle Genres von elektronischer Musik in unserem Sinne zu sehen) eine Vorbildfunktion geben kann, wie sie in Pop Kreisen oder ähnlichem üblich ist. Der Grund liegt darin, dass die Techno Kultur sich vollkommen anders entwickelt hat, als die Pop Kultur. Diese Kultur ist aus der Lust der Leute am Feiern gewachsen und nicht von Plattenfirmen erzeugt worden. Aus dieser Kultur des Feierns ist die enge Verbindung von Techno zu Drogen entstanden und Drogen gehören zu Techno wie Bier zu Diskos mit dem Namen Pflaumenbaum.
Nun passiert ein interessantes Phänomen. Die Techno Kultur verwässert langsam. Es gibt plötzlich große Events, die sogar vom Fernsehen übertragen werden. Die Kultur wird einer breiten Masse zugänglich und vermischt sich mit dieser. Die aus der "sauberen" Pop Kultur kommenden sind entsetzt, dass es DJ`s gibt, die öffentlich an Joints ziehen usw., da sie ja Vorbilder (wie in der sauberen Popkultur gelernt) sein müssen und es gehe doch nur um die Musik und da brauche man die Drogen doch gar nicht. Diejenigen, die so denken, kann ich verstehen und sie haben für sich auch recht, weil es ihrem Kultur-Begriff entspricht. Da gibt es überhaupt nichts dagegen zu sagen. ABER: Diese Leute müssen auch die historische Andersartigkeit der Entwicklung der Technokultur sehen und anerkennen. Hier ist noch kein Konflikt. Beide Pole sind in sich zu verstehen und auch vollkommen in Ordnung, nicht das jetzt hier irgendjemand auf den Schlips getreten fühlt. Keine Kultur ist irgendwie "besser" als die andere. Der Konflikt ergibt sich erst auf Events, wo die eine Seite die "schmutzige" Feierei will und die andere die "saubere" Pop-Veranstaltung. Das Problem ist, dass beide dieselbe Musik wollen. Es wird also immer mehr solche und solche, getrennte, Events geben und die jeweiligen Leute werden auch eher auf ihre entsprechenden Veranstaltungen gehen, statt auf die anderen. Es kann sein, dass die Feier-Seite dabei untergeht, aber so ist das mit neuen Kulturen, die von großen Massenkulturen überschwemmt werden nun mal. Das ist auch nichts schlimmes, denn die Feierei verlagert sich einfach zu bisher noch nicht überschwemmten Bereichen (heutzutage evtl. Schranz, aber da bin ich sehr vorsichtig, weil ich mich da zu wenig auskenne).
Ein letzter Gedanke noch, bevor ich was essen gehe: Die Schwelle von der Techno zur Pop-Kultur ist die Schwelle zum Kommerz. Wer schon immer mal meine Definition von Kommerz lesen wollte, der hat es gerade getan. Ich hebe hervor: Das bedeutet in keinster Weise, dass alle die keine Drogen nehmen Kommerzler sind! TranceRulez z.B. ist absolut clean, aber er gehört (imo) eher der Feier-Kultur an, so wie eigentlich fast alle auf TA. Das wollte ich nur nochmal klarstellen, nicht dass sich jetzt alle, die keine Drogen nehmen, plötzlich als Kommerzler beschimpft fühlen. Der entscheidende Punkt ist die Akzeptanz und Toleranz.
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