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TranceAddict Forums > Local Scene Info / Discussion / EDM Event Listings > Europe > Europe - Germany > DJ`s als Vorbilder - Unterschied der Techno zur Pop Kultur?
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Sir. Lunchalot
Paradenliebhaber



Registered: Aug 2001
Location: GTA #2
Question DJ`s als Vorbilder - Unterschied der Techno zur Pop Kultur?

Aufgrund der in diesen Minuten hitzig geführten Debatte in einem gewissen anderen Thread habe ich mich entschlossen das Thema in einen eigenen Thread zu packen, weil ich das gerne näher, aber in Ruhe diskutieren würde.

Sind DJ`s Vorbilder? Disqualifizieren Sie sich durch ihren Drogenkonsum nicht selbst? Sollte aufgrund der Vorbildfunktion manches im Bereich von Clubs und Events "sauberer" werden? - Das sind so die Überpunkte, um die es gerade in dem anderen Thread geht. Hier meine persönliche Meinung dazu:

Ich glaube nicht, dass es bei Techno DJ`s (Hier als Überbegriff für alle Genres von elektronischer Musik in unserem Sinne zu sehen) eine Vorbildfunktion geben kann, wie sie in Pop Kreisen oder ähnlichem üblich ist. Der Grund liegt darin, dass die Techno Kultur sich vollkommen anders entwickelt hat, als die Pop Kultur. Diese Kultur ist aus der Lust der Leute am Feiern gewachsen und nicht von Plattenfirmen erzeugt worden. Aus dieser Kultur des Feierns ist die enge Verbindung von Techno zu Drogen entstanden und Drogen gehören zu Techno wie Bier zu Diskos mit dem Namen Pflaumenbaum.

Nun passiert ein interessantes Phänomen. Die Techno Kultur verwässert langsam. Es gibt plötzlich große Events, die sogar vom Fernsehen übertragen werden. Die Kultur wird einer breiten Masse zugänglich und vermischt sich mit dieser. Die aus der "sauberen" Pop Kultur kommenden sind entsetzt, dass es DJ`s gibt, die öffentlich an Joints ziehen usw., da sie ja Vorbilder (wie in der sauberen Popkultur gelernt) sein müssen und es gehe doch nur um die Musik und da brauche man die Drogen doch gar nicht. Diejenigen, die so denken, kann ich verstehen und sie haben für sich auch recht, weil es ihrem Kultur-Begriff entspricht. Da gibt es überhaupt nichts dagegen zu sagen. ABER: Diese Leute müssen auch die historische Andersartigkeit der Entwicklung der Technokultur sehen und anerkennen. Hier ist noch kein Konflikt. Beide Pole sind in sich zu verstehen und auch vollkommen in Ordnung, nicht das jetzt hier irgendjemand auf den Schlips getreten fühlt. Keine Kultur ist irgendwie "besser" als die andere. Der Konflikt ergibt sich erst auf Events, wo die eine Seite die "schmutzige" Feierei will und die andere die "saubere" Pop-Veranstaltung. Das Problem ist, dass beide dieselbe Musik wollen. Es wird also immer mehr solche und solche, getrennte, Events geben und die jeweiligen Leute werden auch eher auf ihre entsprechenden Veranstaltungen gehen, statt auf die anderen. Es kann sein, dass die Feier-Seite dabei untergeht, aber so ist das mit neuen Kulturen, die von großen Massenkulturen überschwemmt werden nun mal. Das ist auch nichts schlimmes, denn die Feierei verlagert sich einfach zu bisher noch nicht überschwemmten Bereichen (heutzutage evtl. Schranz, aber da bin ich sehr vorsichtig, weil ich mich da zu wenig auskenne).

Ein letzter Gedanke noch, bevor ich was essen gehe: Die Schwelle von der Techno zur Pop-Kultur ist die Schwelle zum Kommerz. Wer schon immer mal meine Definition von Kommerz lesen wollte, der hat es gerade getan. Ich hebe hervor: Das bedeutet in keinster Weise, dass alle die keine Drogen nehmen Kommerzler sind! TranceRulez z.B. ist absolut clean, aber er gehört (imo) eher der Feier-Kultur an, so wie eigentlich fast alle auf TA. Das wollte ich nur nochmal klarstellen, nicht dass sich jetzt alle, die keine Drogen nehmen, plötzlich als Kommerzler beschimpft fühlen. Der entscheidende Punkt ist die Akzeptanz und Toleranz.


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Old Post Oct-22-2003 10:48  Germany
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DX-Rated
FT2-Nostalgiker



Registered: Jun 2003
Location: Essen --> GTA #103

Die Sache ist doch die: Wenn ein DJ hinter seinem DJ Pult säuft, kifft oder was auch immer, und das Set drunter leidet, sprich: er bekommt keine Übergänge mehr oder mixt aus lauter Trunkenheit irgendein völlig unpassendes Sample in einen leufenden Track hinein, oder macht sonst irgend nen Mist, dann bin ich da sicherlich nicht sonderlich erfreut drüber.

DJ's sind natürlich keine Popstars (zumindest die meisten, die nicht gerade Jan Wayne oder Special D heißen), allerdings gibt es genug Leute, die sich an den DJ's ein Beispiel nehmen. Ich hab's im anderen Thread auch schon gesagt: Es gibt Leute die sich dann sagen: "Hey, der DJ macht's doch auch!" Ist das nicht auch eine Form der Verharmlosung von Drogen? Ist das nicht auch unbewusst ein Aufruf dazu, Drogen zu nehmen?
Außerdem bekommt ein DJ für so einen Auftritt auch Geld, und wenn er sich dann während der "Arbeit" die Kante gibt find ich das nicht in Ordnung. Ich besauf mich ja auch nicht im Büro. Anstand muss sein, auch wenn man auflegt.

@Sir. Lunchalot: Nein, ich fühl mich nicht als "Kommerzler" beschimpft (bin 100% clean, lasse beim Feiern inzwischen auch den Alkohol weg), wobei ich das auch gar nicht als Beleidigung auffasse. Drogen haben in meinen Augen nix mit Kommerz zu tun, aber das ist wieder ein anderes Thema ;)


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Old Post Oct-22-2003 11:59  Germany
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RenM
gemüseliebhaber



Registered: Oct 2003
Location: Stuttgart, Germany

deine these das techno auf jedenfall mit drogen verbunden ist finde ich lächerlich. Nur weil einige (teilweise auch viele) Drogen nehmen heißts doch net dass es dort alle machen. Und das Drogen so selbstverständlich sein sollen wie bier nur weil man 5 mal am abend gefragt wird ob man Teile braucht kann ich auch nicht nachvollziehen. Ich kenne genug DJs die sich gegen Drogen aussprechen. Lässt sich mit dem mixen ja auch net unbedingt vereinbaren (hallo rush). Ich denke eher das die Kommerzer Drogen nehmen (zwar legale wie Alkohol) aber ohne können die doch gar nicht auf irgendwas abgehen (was bei ihrer Musik zwar verständlich ist aber..)
Das Drogen auch ein Bestandteil sind sehe ich ein nur hast des teilweise doch argh verallgemeinert.
Für mich ist das kein Problem wenn jemand Drogen nimmt auch wenn ich das nicht gut heiße.
Ich denke auch nicht dass die Kommerzer vorallem auf große Events kommen wie z.b. Mayday (gut ist jetzt wieder ne Definition von Kommerz) aber die Leute de ich kenne die Kommerz hören würden nie soviel Geld für einen Abend ausgeben weil ihnen einfach nicht soviel an der Musik liegt, ich würde sogar noch mehr bezahlen dafür...
Und wieso sollte es Konflikte geben zwischen Leuten die Drogen nehmen und Leuten die keine Drogen nehmen? Ist mir noch nie passiert...

Noch was: Denke schon dass DJs auch gewiße Vorbilder sind, sie genießen zumindest sehr viel ansehen (zurecht).

Old Post Oct-22-2003 12:22  Germany
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King][Randy
Polk High 33



Registered: May 2003
Location: Neubrandenburg (GTA#90)

quote:
Originally posted by RenM
deine these das techno auf jedenfall mit drogen verbunden ist finde ich lächerlich. Nur weil einige (teilweise auch viele) Drogen nehmen heißts doch net dass es dort alle machen. Und das Drogen so selbstverständlich sein sollen wie bier nur weil man 5 mal am abend gefragt wird ob man Teile braucht kann ich auch nicht nachvollziehen.


Wenn angesehene DJ's öffentlich Drogen nehmen, wird alle Welt aber eben das denken. Sofort heisst es nämlich das Trancer/Raver oder was auch immer, alles Drogenschlucker sind. Ein DJ sollte in meinen Augen alles dafür tun, damit solche Gerüchte nicht noch mehr gestärkt werden.

@ DX-Rated

*agree*


___________________
*ups*

Old Post Oct-22-2003 12:31  Germany
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Alex-F
Supreme tranceaddict



Registered: Aug 2003
Location: Essen GTA # 118

Hey cool das heißt ja das ich kein Kommerzler bin! Endlich hab ich klarheit

Old Post Oct-22-2003 12:43  Europe
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fate
Supreme tranceaddict



Registered: Oct 2001
Location: Köthen, Germany GTA#85

quote:
Originally posted by RenM
...aber die Leute de ich kenne die Kommerz hören würden nie soviel Geld für einen Abend ausgeben weil ihnen einfach nicht soviel an der Musik liegt, ich würde sogar noch mehr bezahlen dafür...


WORD!!!


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Let´s bet he never misses the beat!
######################################
Into trance/electronic music for 10 years.
On the forums for over 3 years.
Addicted? Always have been, and will always be!

Old Post Oct-22-2003 13:55  Germany
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Frank-HH
xxx



Registered: Aug 2003
Location: Hamburg // Germany

Drogen und DJ´s = Jens Lissat, da kann man mal sehen,
was aus jemanden werden kann.....


sehr schade!

Old Post Oct-22-2003 18:11  Germany
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BloodfIower
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Registered: Jun 2002
Location:

ich glaube was lunchy evrsucht zu umschreiben ist die TATSACHE das TECHNO den ursprung mit der crowd hatte die damals einen erheblich drogenkonsum an den tag legte, sprich wo techno noch underground war, vor über einem jarzehnt, gab es eben nur techno in verbindung mit drogen, so wie:
bayern und lederhosen,
fussball und knieschoner,
skateboards und baggyhosen... etc etc.

da muss ich ihm vollkommen recht geben!!!


allerdings würd ich die "gemeinde" nicht in solch 2 sparten stecken,
meiner einer geht auch feiern bis er umfällt, ohne drogen, auch seit LANGEM ohne alkehol etc jedocg komm ich nicht aus der pop-kultur oder ähnliches...

meine idole sind nicht die dj´s, meine idole sind die platten, die sounds, die vibes, die athmosphäre, und die gefühle die aus der musik in dein hirn, herz und körper eindringt, die du dann in voller euphorie durch rythmische bewegung zum ausdruck bringst!!!!

Old Post Oct-22-2003 18:18 
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dEEkAy
Guest



Registered: Not Yet
Location:

Zum Thema "Kulturen" muss ich sagen, dass sich die "Techno" (Schranz) Kultur in gewissen Bereichen und Regionen schon eher in die Kommerzielle Sparte mischt. Damit meine ich nicht den Verkauf der Kultur durch irgendwelche Plattenfirmen, sondern eher nach dem Prinzip "Wenn ich xy höre, dann bin ich cool.". Ich stelle mal die Vermutung auf, dass es eine ähnliche Sub-Kultur ist, wie HipHop. Wenn man mal insbesondere in Großstädten schaut, wieviele HipHoper mit ihren extremen Beggyhosen und wieviele Raver mit ihren schrillen Schlaghosen und durchgepiercten Gesichtern durch die Gegend laufen, kommt es beides auf das selbe hinnaus.
Overseas und Felicity sind da das krasse Gegenstück zu, da sie sich auch mit der Musik befassen und keiner "Masse" hinterherlaufen.

Old Post Oct-22-2003 18:31 
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Overseas
Party Traveller



Registered: Jan 2003
Location: Frankfurt, Germany

Das stimmt, um sub-Kulturen handelt es sich definitv sowohl bei HipHop als auch Techno, komplett mit den zur schau gestellten äußeren Merkmalen (wie z.B. die Schlaghosen). Der Unterschied besteht in den hier zur Diskussion gestellten "Vorbildern": die protagonisten der Pop-Subkultur "HipHop" sehen genauso aus wie ihre Jünger, d.h. leben z.B. diesen Kleidungsstil und ggf. andere Verhaltensweisen vor. Bei der Techno-Subkultur ist das anders. Hat schonmal jemand einen zugepiercten, schlaghosentragenden Techno-DJ gesehen? Wohl kaum.

Daraus läßt sich schon ableiten, daß eine Vorbildfunktion bei Techno-DJs eher nicht gegeben ist, wie Lunchy eingangs unter Verweis auf die unterschiedlichen Entwicklungsgeschichten von Pop und Techno Kultur sagt. Das steht nicht im Widerspruch zur Aussage von DX-rated, wonach sich sicherlich manche Partygäste sagen "Hey, der DJ macht's doch auch!". Das mag besonders für die jüngeren (die oft abwertend so genannten "Teenies") gelten. Daraus ergibt sich möglicherweise eine sicher ungewollte Verantwortungsposition für den DJ. Sven Väth macht das ja vor, indem er seine öffentlichen (und z.T. legendären) Drogenexzesse eingestellt hat und Anti-Drogen predigt (was er privat lebt steht auf einem anderen Blatt und ist irrelevant). Doch als eine regelrechte Vorbildfunktion würde ich das noch nicht bezeichnen, denn: "Vorbild: Person od. Sache, die als [idealisiertes] Muster, als Beispiel angesehen wird, nach dem man sich richtet" (Duden)

Ebenso verhält es sich z.B. mit dem sozialen Engagement eines Paule. Das macht er nicht aus einer Vorbildfunktion heraus, sondern weil das eben sein Charakter ist. Daß er damit seinem Publikum ggf. Denkanstöße gibt, ist ein Nebeneffekt, den er, weil es in diesem Zusammenhang eben auch Sinn macht, natürlich auch nicht zu bremsen suchen will.

Ergebnis: ja, in gewissem Umfang mögen die Leute auf "ihren" DJ hören, aber Vorbilder, denen man durch ein bestimmtes Verhalten, eine bestimmte Lebenseinstellung, eine bestimmte Kleidung etc etc nacheifert, sind sie wohl eher nicht.

Und zum Thema Drogen: ich stimme DX-rated zu, daß ein DJ sein set gefälligst nicht durch den Konsum von egal was zu beeinträchtigen hat. Wenn ein bestimmter DJ mit 2 Bier intus allerdings gar besser auflegt, so wird da sicher niemand etwas dagegen haben. Dasselbe gilt für andere Sachen. Ob das Publikum das unbedingt mitbekommen muß, ist eine andere Frage die ich oben unter dem Stichwort "ungewollte Verantwortungsposition" beantwortet habe. Und ganz allgemein: Drogenkonsum wird immer gerne pauschal verteufelt. Sind die Leute, die das nehmen deswegen schlechtere Menschen? Schlechter z.B. als der, der sich zusäuft? Wohl kaum. Freunde aus USA haben für Drogen mal den Begriff "mood enhancer" geprägt, und genau das können sie sein. Die Gefahren bleiben natürlich, die will ich überhaupt nicht wegdiskutieren.


P.S.: der thread der romanlangen posts


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Sigs are too much work for me.

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Efficiency is the key to successful laziness. (R.A.)
45rpm

Old Post Oct-22-2003 20:07  Germany
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King][Randy
Polk High 33



Registered: May 2003
Location: Neubrandenburg (GTA#90)

Mal was anderes, hat sich schon mal jemand von euch dabei erwischt, wo er eine Platte blind gekauft hat weil in der Beschreibung stand "PvD/AvB/Tiesto Playlist" ???


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*ups*

Old Post Oct-22-2003 20:30  Germany
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Overseas
Party Traveller



Registered: Jan 2003
Location: Frankfurt, Germany

quote:
Originally posted by King][Randy
Mal was anderes, hat sich schon mal jemand von euch dabei erwischt, wo er eine Platte blind gekauft hat weil in der Beschreibung stand "PvD/AvB/Tiesto Playlist" ???

Auch ne gute Frage in dem Zusammenhang.

Klare Antwort für mich: nein.


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Old Post Oct-22-2003 20:36  Germany
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