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hallo tom,
| quote: | Originally posted by Tom Paris
Für uns spielt die Musik die Rolle im Vordergrund. Wir vergessen aber die Seite der Wirtschaftlichkeit.
Sunshine Live als Unternehmen finanziert sich durch Werbeeinnahmen. Also muss ein gewisser Höhrerschnitt erreicht werden. Das passiert garantiert nicht, wenn man das Programm an eine Gruppe von 200 Leuten anpasst. Es kommt also auf ein gesundes Mittelmass an, um keine Hörer zu verschrecken bzw. sie dauerhaft zu binden. |
zu diesem statement ist nichts mehr hinzuzufügen, allenfalls etwas aufzuzeigen.
wenn ich toms zahl mal aufgreifen darf, dann ginge es um die von ihm veranlagten 200 gegen derzeitig 84.000 hörer im schnitt pro tagesstunde auf sunshine live. dieser tagesschnitt errechnet sich aus den hörern der einzelnen stunden zusammengenommen und diese hörerzahl wird dann durch 24 geteilt. es ist völlig logisch, dass es einzelne stunden oberhalb dieser 84.000 gibt und auch einzelne stunden unterhalb der 84.000 hörer. das gleicht sich aber in der gesamtrechnung aus. so hat zum beispiel die sendestunde von 22-23 uhr 33.000 hörer, die stunde von 16-17 uhr 112.000 hörer (quelle: MA 2004/II). diese schwankungen kommen daher, dass man eben innerhalb einer bestimmten zeitspanne anderes tut, als radio zu hören (schule, arbeit, beruf, uni, fernsehen, einkaufen, sport, etc...). als anmerkung dazu: selbst die 33.000 hörer sind zu dieser zeit ein enormer wert, wenn man bedenkt, dass zu dieser zeit die ersten leute zu bett gehen oder fernsehen oder anderes tun.
wir haben uns also mit unserem "programmangebot" durchaus im markt respektabel behauptet und mal eben nebenbei bewiesen, dass es dem "nebenbei-medium" radio durchaus möglich ist, leute an sein programm zu fesseln. anbetracht dessen, dass es ein "dance"-programm ist, dürfte der beweis definitiv erbracht sein, dass dance alles andere als tot ist und niemanden interessiert. darauf ist wirklich jeder stolz, der daran mitgearbeitet hat und darf es auch sein, denn es ist schon eine beachtliche sensation aus medienwirtschaftlicher sicht. und damit das geklappt hat, mussten eben nicht nur die verschiedenen abteilungen inhouse gezielt zusammen arbeiten, dazu musste man sich auch einig werden, wie das zu vermarktende produkt, das "programm" auszusehen hat. da war man sich eben sehr schnell einig, zumal bereits einige leute vorgemacht hatten, wie man es eben nicht machen sollte (paradebeispiel "evosonic"). es sollte glaubwürdig und zu 100% echt sein, eine möglichst breite zielgruppe ansprechen, tagsüber ein sehr breites spektrum abdecken und an den abenden spartenweise gezielt zugeschnitten und in details vertieft werden (was ansich selbst schon eine revolution in der deutschen radiolandschaft war). als war im juni 1997 an den sendestart gingen, da gratulierten uns viele benachbarte und erfolgreiche sender mit den worten "viel erfolg, aber wir glauben nicht, dass ihr das länger als 1 jahr durchhalten werdet". mittlerweile haben wir fast 7,5 jahre hinter uns und viele dieser gratulanten haben mittlerweile die segel selbst gestrichen.
wie tom sagte: wenn du wirtschaftlich in der pflicht bist existieren zu müssen, dann kannst du es dir auch nicht erlauben, dich den wirtschaftlichen faktoren zu verschliessen. das ist das älteste wirtschaftsgesetz überhaupt. der unterschied ist eben der, dass sunshine live tatsächlich ein wirtschaftsunternehmen mit über 30 festangestellten, an die 30 festen zulieferern (dazu gehöre auch ich) und einer bestehenden gesellschaftsform ist. das ist das, was uns im wesentlichen vom individualistisch betriebenen webstream unterscheidet.
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Das Ziel, das wir (die Leute im Forum) verfolgen, ist doch überspitzt gesagt ein Exorzismus an den Leuten, die glauben, Groove Coverage ist Trance. Da das nicht so funktioniert wie im Film (man wär das geil ), ist wohl allen klar.
Also muss man den Leuten das anders klar machen, und das geht übers Radio, indem man sie häppchenweise anfüttert und ihnen zeigt, dass es viel besseres gibt. Womit wir hoffentlich mit der Mehrzahl der Mitarbeiter bei SSL übereinstimmen.
Und da ist dann SSL gefragt. Man spielt dann eben einen Track von GC /Rocco etc. weniger, dafür einen von M.I.K.E. oder so, als Beispiel...
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ebenfalls völlig korrekt: über nacht den kommerziellen bestand an musiktiteln herauszufeuern und durch eben "qualitativ anspruchsvollere" musik zu ersetzen würde im hörer den folgenden gedankengang hervorrufen "bin ich beim richtigen sender ?". mir schienen gestern auch einige leute überrascht, was ihnen ab 18.00 uhr zwei stunden lang um die ohren wehte. die reaktion war dieselbe, wenn auch ins positive. wenn sie ins negative geht, dann ist es schwer den hörer zum neu einschalten zu bewegen.
man kann den leuten schon klar machen, was ein gutes stück musik ist und was nicht, aber dazu muss man in ihnen auch das interesse wecken ein bewusstsein dafür zu entwickeln. alleine darüber könnte ich sicher eine doktorarbeit schreiben. ein bewusstsein entwickelt sich langsam und auch nur, wenn man es nährt. das habe ich mir zur aufgabe gemacht, nachdem mir selbst einige sachen auf den zeiger gingen. das begann vor 2 jahren als einsamer ritt gegen die windmühle mit sehr vielen steinen auf dem weg. mal ein kleiner einblick in die trickkiste "diggerman":
- spiele grundsätzlich nur das, was du persönlich als gut befindest und auch den hörern gefallen könnte und lass dich von niemandem einlullen
- spiele auch im radio nur das, was du auch in einem club spielen würdest und fange bloss nicht an zu trennen in "das ist was für radio, das was für draussen"
- wenn du weder zu kommerziell noch zu kredibil daherkommen willst, dann überlege dir gut, welcher sound die "goldene mitte" zwischen beiden extremen darstellt
- die meisten leute denken, dass dieser sound gar nicht mehr existiert. alleine ihn zu spielen um zu zeigen, dass es ihn tatsächlich noch gibt reicht aber nicht: gib den leuten die infos, WAS du spielst, WOHER du es hast, WER dahinter steckt, WARUM du es spielst und gut findest, sage WAS dazu zu sagen ist, erzähle die geschichten um den track herum, die du kennst. das weckt interesse und schafft nahrung für das bewusstsein deiner hörer.
- spiele auch ruhig mal eine coverversion und sei es nur, um den leuten zu erklären dass es ein cover ist, sage was du zum ursprungstitel sagen kannst und erzähle auch diese geschichte. auch das nährt das bewusstsein deiner hörer.
- spiele den leuten nie etwas vor, sei immer ganz du selbst. wenn du gut drauf bist, lass sie dran teilhaben. wenn du einen scheiss tag hattest, dann halte dich lieber zurück, anstatt auf biegen und brechen den kasper zu machen.
- schau den hörern auch mal auf den mund und sage das, was sie denken, aber nicht selbst sagen wollen. das schafft nähe und die hörer würden lieber ein bier mit dir trinken gehen wollen, als ein autogramm zu erbetteln.
vor 2 jahren begann also die operation "charly - ein mann räumt auf" mit 23.000 hörern, kaum support durch deutsche labels und heftigster kritik seitens der djs, produzenten, labels aufgrund dieser haltung. heute sind es 111.000 hörer, der support hat sich dahingehend gebessert, dass tatsächlich scheiben die zur show passen eingehen, die kritik ist der anerkennung gewichen.
alleine für die hörer hat es sich also aus meiner sicht voll gelohnt, ging aber nicht von heute auf morgen. und für wen würde ich bitte radio machen, wenn nicht für die hörer ?
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Abgesehen von ein paar kleinen Änderungen/Additions im Programmschmema, die wir uns wünschen, ist es doch also eher eine sanfte Umstellung des Inhalts, oder?
Allerdings ist dabei auch eine gehörige Portion Akzeptanz für andere Hörergruppen von unserer Seite erforderlich. Denn die Umstellung geht nunmal nicht von heute auf morgen.
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hätte ich so nicht schöner schreiben können *verneig*
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Die Frage die man sich dann aber auch stellen muss ist eine, die schonmal hier im Forum aufgetaucht ist.
Wollen wir denn überhaupt, dass unsere Musik häufiger läuft und von jederman gehört wird. Wir befürchten doch dann einen Sell-Out, sodass uns die vorher so geliebten Tracks bald seber aus Hals raushängen. Beispiel Motorcycle: Wahnsinnstrack, aber totgespielt. Leider. |
das kann man durchaus so umsetzen, dass man einem "burn-out" vorbeugen kann. das dauert aber auch etwas und schliesst nicht aus, dass sich tatsächlich mal wieder ein hit herauskristallisiert, der eben dann massivste plays ernten wird.
totgespielt würde ich "a.t.r.c." nicht nennen. wenn man den track liebt, kann man ihn nicht totspielen. logisch, oder ?
greetz,
charly - the diggerman
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