|
| quote: |
TV-RECHTE
DFL spekuliert auf Rekordeinnahmen
Mit einem gewaltigen Angebot hat die Deutsche Fußball-Liga den Preiskampf um die Bundesliga-Übertragungsrechte aufgenommen. Der Ligaverband will von den TV-Sendern deutlich mehr Geld - und nimmt dafür auch erhebliche Umgestaltungen beim Spielplan in Kauf.
Frankfurt am Main - 233 Pakete hat die DFL für die Verwertung der Bundesligarechte ausgeschrieben. Dafür liegen dem Verband 35 Bieter vor. Laut Präsident Werner Hackmann strebt die DFL eine Vergabe der Rechte bis Weihnachten an, die dann drei Jahre gültig sein wird. "Wir haben die begehrtesten Sportrechte in Deutschland zu vergeben. Die Ausschreibung der TV-Rechte ist die wichtigste Refinanzierungsquelle für die Vereine, die wir haben", betonte Hackmann.
DDP
TV-Übertragung in der Bundesliga: Premiere-Interessen im Vordergrund
Die DFL bietet sechs verschiedene Spielplanmodelle an, drei so genannte Regelspielpläne mit jeweils zwei Varianten. Der für die DFL vermutlich lukrativste Plan sieht vor, dass ab der Saison 2006/07 wieder ein Freitag-Spiel und außerdem neben fünf Partien am Samstagnachmittag auch ein "Spiel des Tages" am frühen Samstagabend stattfinden.
Zusammenfassungen dieser insgesamt sieben Begegnungen (inklusive des Freitag-Spiels) im frei empfangbaren Fernsehen (Free-TV) sollen bei diesem Szenario samstags erst ab 22 Uhr sowie zwingend auch am Sonntag zwischen 10 und 13 Uhr erfolgen. Sonntag-Spiele sind in allen sechs Paketen als Free-TV-Zusammenfassungen erst ab 22 Uhr vorgesehen.
Die sechs neuen Modelle kommen den Interessen besonders von Premiere entgegen. Der Abonnement-Kanal wünscht sich mehr Exklusivität, um mehr Kunden für sein Programm gewinnen zu können. Dafür will das Börsen-Unternehmen in Zukunft auch deutlich mehr als die derzeit 180 Millionen Euro pro Spieljahr an die DFL überweisen. "Wir wollen ein Ergebnis, das alle Interessen berücksichtigt, und haben uns deswegen bei der Ausarbeitung der Regel-Spielpläne viel Mühe gegeben", erklärte allerdings DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.
Die zum Teil einschneidenden Änderungen, die dem deutschen Liga-Betrieb möglicherweise ins Haus stehen, begründete Hackmann mit der Notwendigkeit höherer Einnahmen für die 36 Profi-Clubs: "Die Vereine sind darauf angewiesen, um in Europa konkurrenzfähig zu bleiben." Bisher erlöst die DFL von ARD/ZDF, DSF und dem Pay-TV-Sender Premiere 300 Millionen Euro pro Saison. Dieser Betrag soll deutlich angehoben werden. Dass dem Verband die Summe "400 Millionen plus x" vorschwebt, wollten aber weder Hackmann noch Seifert bestätigten. |
|