|
So, ausführliches Review. wurde wie immer nicht speziell für dieses Forum geschrieben, aber ich was solls...
Berlin Episode: Weiß der Geier…jedenfalls zu viel, sonst wäre ich kaum süchtig nach dieser Stadt
Nachdem mir die Entscheidung zur TLFA zu fahren aus verschiedenen Gründen dann vergleichsweise doch schwer gefallen ist, kann man als kurzes Fazit sagen: Es war die richtige Entscheidung, auch wenn es eine etwas andere Nacht werden sollte. Da mal wieder keiner von euch faulen Säcken bereit war mitzukommen, gings zum wiederholten Male allein in die große weite Stadt^^
Kurz vor der Abfahrt in Bamberg Bargeld holen gewesen, dessen Definition ich Kartenfutzi erstmal bei Wikipedia nachschlagen musste, da sie mir entfallen war. Die Zeit bis zur Abfahrt meines ICEs vertrieb sich mein Hunger mit einem Besuch bei BK. Meine subjektive Wahrnehmung meldete sich beim Blick auf das Standardangebot dann auch sofort zu Wort und meinte, dass die Schweinepriester wohl die Preise angezogen hätten. Mein Gehirn konnte diesen Eindruck nicht widerlegen und so musste sich der Hunger mit einem normalen Chrispy Chicken Menu begnügen und auf die Maxivariante verzichten (mit ist nicht bewusst, dass ich jemals über 5€ für ein CCMaxiMenu gelöhnt hab). Beim Ausdrucken der Notfallversorgung aka BK-Gutscheine, war mir schon aufgefallen, dass die Standardmenus einen Euro teurer geworden sind, so zumindest mein Eindruck. Leider war der BK-Spezialist zu diesem Zeitpunkt gerade nicht im ICQ zugegen, so dass die Beantwortung der Frage vertagt werden musste.
Der Zug kam dann irgendwann und meine Standardhoffnungen wurden wie gewöhnlich von der Bahn nicht berücksichtigt. Anstatt einer angenehmen Erscheinung, von den gutaussehenden Singlefrauen habe ich mich schon seit längerem verabschiedet, als Nebensitzer, gabs nen abgehalfterten Dresdner (Nichts gegen Dresdener oder die wunderschöne Stadt an sich, aber dieser Typ entsprach so ziemlich jedem Prollklischee. Wäre der Dialekt nicht gewesen, hätte es genauso gut ein Schlacke-Fan sein können). Zog sich ein Bier nach dem nächsten rein und ging bei jedem, aber wirklich absolut jedem Halt, raus eine dampfen. Ich versteh ja, dass man das bei 5min Aufenthalt in Leipzig schafft, aber nicht bei 2min in einem der kleinen Käffer, bei denen man sich immer wieder fragt, wie zur Hölle die nen ICE-Anschluss bekommen haben. Zu dem Biergestank kam also auch noch der elendige Gestank vom Qualm hinzu. Am liebsten hätte ich den guten Herren gefragt, ob er Kneipenwirt ist und schon sein Deo für den heutigen Abend anlegt… Da fragt man sich dann doch woher die Leute das Geld für den teuren ICE nehmen.
Der Typ war jedenfalls in Leipzig verschwunden und die restliche Fahrt nach Berlin gestaltete sich somit gleich viel angenehmer.
Am Berliner Monumentalbau aus Glas und Stahl ohne Schweißstellen angekommen, stellte man wie so oft erst einmal fest: Shit, jedes mal wenn du in Berlin ankommst, schiffts…und dieses mal auch nicht zu knapp.
Von dieser Feststellung erholt gings zur S-Bahn und ab in die Friedrichstraße, um dem Dussmann mal wieder einen Besuch abzustatten. Die Clubculture Abteilung ist ja schon seit geraumer Zeit ziemlich geschrumpft und mit Blackmusic verseucht, also konnte man sich dort nicht allzu lang aufhalten. Da Dussmann aber auch viele schöne Bücher zu bieten hat, erstmal ausgiebig gestöbert und sogar Bücher gefunden, die mir gefallen hätten. Da meine Warteliste an rumliegenden Büchern dann aber doch gigantisch ist, konnte ich mich nicht durchringen, diese noch zu vergrößern. Stattdessen bin ich dann in den Keller gefahren, um einer meiner neuen Leidenschaften zu frönen. Ja, in so einer Klassikabteilung kann ich mich aktuell verlieren, auch wenn ich immer noch keine Ahnung von der Materie habe. Nach einer guten Stunde voller schauen, suchen, überlegen und abwägen, ist die Entscheidung dann gefallen. Ungefähr 70Teuronen wurden meiner Plastikkarte entzogen und Steffen freute sich das erste Mal an diesem Abend wie ein Keks. Insgesamt ca. 2h Stunden habe ich Dussmann beehrt und frage mich wieso es solch einen Laden nicht auch in anderen Städten gibt…
Draußen schüttete es nun richtig, wie im Internet vorhergesagt, aber wenigstens war es halbwegs war, verglichen zum letzten Jahr.
Da die Pressefutzis in den Tagen zuvor so sehr über die misslungene Architektur der neuen US-Botschaft gewettert hatten, wollte ich die Chance nutzen und mir selbst ein Bild von dieser machen. Mein Unterbewusstsein meldete auch noch was von Botschaftseröffnung, just an diesem Tage. Woran ich allerdings nicht gedacht hatte war, dass die Botschaft ja viel zu klein für so etwas sein könnte und die prolligen Amis lieber das ganze Brandenburgertor sperren lassen, um auf einer abgeschirmten Bühne Dudelmusik laufen zu lassen, welche, den parkenden Ü-Wagen zufolge, in alle Welt übertragen wurde. Außenrum laufen ging auch nicht, da nach Starbucks dann alles gesperrt war. Der vor mit befragte Polizist, schien mich als Ortskündigen zu identifizieren, anders kann ich mir seine Antwort auf meine Frage, ob man denn gar nicht mehr durchs Brandenburgertor komme, nicht erklären. „Über die Dorothen und die Wilhelm. Aha, ok, Gott sei Dank, konnte ich damit dann doch was anfangen(in Bamberg kenn ich bis heute nur 5Straßennamen und das nach 2Jahren Studium!). Auf meinem Umweg beschäftigte mich dann die Frage, ob ich nach 2h Berlin schon wieder ins Berlinerische verfalle oder wieso der „Meester“ mich nicht als Touri identifiziert hat. In Gedanken versunken durch die Straßen spazierend, kamen mir viele Leute mit Abendgarderobe entgegen. Unter ihnen auch Werner Sonne, seines Zeichen ARD Hauptstadtkorrespondent fürs Moma. In meiner leichten Beklopptheit hab ich ihn dann sogar angesprochen. Ein äußerst sympatischer Mensch, der auch zur Botschaftseröffnung wollte und sich richtig gefreut hat, dass man ihn mal jemand erkennt und er somit 10min der O-Ton „staubtrockenen Sehen und Gesehenwerden Gala“ fortbleiben konnte. Naja, Clinton und Bush sen. sieht man auch nicht alle Tage, aber was solls….
Jedenfalls bin ich dann wieder zum HBF spaziert und zum Alex gefahren, an dem sich die EMO Jugend schon fröhlich am besaufen war. Ab ins Nikolaiviertel zu meinem Stammlokal und noch ne Stärkung zu mir genommen, bevors zurück zum HBF Sachen verstauen ging. Danach dann ab zur Arena. Auf dem Weg die Flasche Wodka Lemon getötet (wieso mach ich eigentlich immer so Todesmischungen?).
Leider ging auf mein Angebot, dass ich den zweiten Gästelistenplatz, welchen ich am Mittwoch Abend 10min nach Bekanntgabe des Gewinnspiels gewonnen hatte *danke Corinna!* verschenke, niemand ein. Also hab ich allein die normale Gästeliste gesucht und nach Auskunft bei der Paying Guestlist auch gefunden. Danach dann ab in die Arena und erstmal zum Fan-Shop, neue Shirts begutachten und einsacken. Da stand dann der Matthias rum, mit welchem ich schon öfters per Studi Kontakt hatte. Wir haben uns erstmal ne Stunde verquatscht Pauls erstes Set hab ich nur mit halbem Ohr und nicht auf der eigentlichen Tanzfläche gehört, so dass ich dazu nix sagen kann. Danach ab zur Mau5. Die Bilder sind bekannt, die Videos inzwischen glaub auch. Schönes Set, ihr hattet nicht zu viel versprochen, nach eurem FFM Trip. Ab und an hat er auch mit Maske aufgelegt. Auch wenn ich kein Fan der Mau5 bisher war, so konnte er einige Sympathiepunkte sammeln. Besonders positiv fand ich, dass Paul ihm ne Zugabe zugestanden hat. Joel war auch so freundlich und hat mein Shirt unterschrieben, womit ich ne Welle der Autogramm- und Bilderwünsche losgetreten habe, die er glaub auch alle geduldig erfüllte. Jedenfalls wurde dann von hinten ziemlich gequetscht.
Danach dann wieder Matthias getroffen und draußen auf dem Freigelände verquatscht.
Dadurch auch das zweite Paule Set verpasst (so etwas wäre mir früher nie passiert) und erst zu Jules wieder rein. Bretterei vom feinsten. Das gibt auf der Nature ordentlich einen auf die Mütze. Electro Slut von Dom&Pat rockt auf großer Anlage noch mal besser als ohnehin schon auf kleiner. Komisch fand ich, dass keine Security mehr auf der Bühne waren und irgendwelche Assos sich da aufgeführt haben, als wären sie die größten. Jedenfalls hat einer der Assos dem dem guten Mann auch die Dinge zum signieren hoch gereicht. Auch hier wurden die Autogrammwünsche nebenbei geduldig erfüllt. Die „Tanzeinlagen“ von einem dieser Pseudogogos gingen Judge dann auch auf den Keks, als der genau vorm DJ-Pult rumhüpfte. Ansonsten hat Judge ne lustige Art mit dem Publikum zu spielen. Er fordert, …ach, muss man einfach mal gesehen haben. Leider führte diese harte Spielweise dann auch dazu, dass sich die ohnehin ziemlich leere Arena, binnen der zwei Stunden von 4-6Uhr nochmals deutlich leerte. Paul fands jedenfalls gut, zumindest den Schluss, als er anwesend war, denn der gute Mann hüpfte durch die Gegend, dass man denken konnte, er hatte hinter den Decks ein Trampolin stehen. Das dritte Set vom Paule hab ich dann aber mitbekommen!!!!!!!!!
War ganz nett, aber wie das in den frühen morgen Stunden nun mal so ist, ist es sehr experimentell und anders. Einige nette Sachen dabei, aber so wirklich umhauend war es nicht.
Um 7.30 war dann Schluss, ja es wird immer früher, aber die Meute war einfach fertig nach 2h mit Vollgas auf der Überholspur bei Jules.
Beim Abholen meines Rucksacks noch Inii gefragt wo sie ihre HFC-.Assos gelassen hat. An der Tür Matthias mit Judith und Co. getroffen, die dann auch wusste wer ich war, nachdem ich ihren Namen hab fallen lassen^^
Jedenfalls wars viel zu hell draußen. Kann die Sonne nicht Rücksicht nehmen auf arme Clubberer? Ich bin ja fast blind geworden als ich rauskam. Irgendwie gabs dann auf der Rücktour noch nen Nazischwein (Fastglatze, ne Narbe auf der Stirn und Thor Steiner Klamotten sind eindeutig), der irgendwie meinte man müsste ihm den Weg zur S-Bahn zeigen. (Seid ihr den noch losgeworden?)
Da mein Zug erst recht spät ging, konnte ja keiner ahnen, dass so früh Schluss ist, beim HBF wie letztes Jahr an die Spree gesetzt, ein wenig gedöst und dann zum Zug.
Ausnahmsweise mal direkt hinterm Lokführer gesessen ab Leipzig. Da wird einem schon mulmig, wenn der bei voller Fahrt sich anfängt zu strecken und beide Arme in die Höhe reißt oder irgendwas in seiner Aktentasche sucht. Ist man ja als Autofahrer nicht so gewohnt.
Diese Mal gabs allerdings die gutaussehende weibliche Nebensitzerin. Fuhr von Berlin bis Bamberg, wurde aber vom Freund zum Zug gebracht. Den Skripten nach zu urteilen auch Studentin, ich tippe auf was Wirtschaftwissenschaftliches, genau konnte ich die Themen allerdings nicht lesen. Nach Plaudern war mir nicht zu Mute, auch wenn ich nicht pennen konnte, wie sonst üblich. Ich werde eben auch älter. Glaub die hat nen schlechten Eindruck von mir, meine Hose (Shirt hatte ich gewechselt) stank erbärmlich nach Arenamief und sie wollte sich auch sicherlich gar nicht mit mir unterhalten 
Fazit: Anders als sonst, hat sich dennoch gelohnt, auch wenn 2007 mit Gudde Launebäre Carl Cox besser war. Der BK-Spezialist hat dann zur Nature nen neues Shirt auf dem dann weiß auf schwarz steht, was wir eh schon alle wissen... Meiner einer hat auch wieder nen paar neue Shirts im Schrank. Quasi allein feiern ist weiterhin doof. Lust auf EDM und ständig was Neues hält sich weiterhin in Grenzen und zu Armin van Boring brauch ich definitiv ne Alternative. Lasst im CC was ordentliches laufen….Bleib ich lieber bei altbekannten EDM Sachen und vertiefe sonst meine Klassikkenntnisse.
___________________
"Es steht mit der Sache der Menschheit nicht so gut, daß das Bessere der Mehrzahl gefiele, ein großer Haufe ist Beweis des Schlechtesten."
Seneca, Vom glückseligen Leben
Last edited by Skuz on Jul-21-2008 at 22:25
|