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| quote: | Originally posted by AndiH
und mit was sollte man deiner meinung nach "die wirtschaft ankurbeln"? wenn ich dich richtig verstanden hab, willst du die wirtschaft durch eine erhöhung der staatsausgaben (die wir in der ökologie eingespart haben) im wirtschaftlichen bereich - also eine expansive fiskalpolitik. wenn du jetzt in wirtschaft aufgepasst hättest, dann wüsstest du, dass zwar die vermehrten staatausgaben in einer offenen volkswirtschaft mit flexiblen wechselkursen kurzfristig zu einer einkommenssteigerung führen und die konjunktur durch vermehrte investitionen und konsum steigt; da aber dieser effekt auch eine verstärkte geldnachfrage mit sich bringt, die bei gleichbleibendem geldangebot einen zinsanstieg hervorruft, der infolge eines crowding-out effektes auf die investitionen drückt und die inländische währung durch den zufluss an ausländischem kapital aufgewertet wird, hat die wirtschaft an sich leider gar nix davon. wenn es so einfach wäre, die wirtschaft anzukurbeln, warum haben die wirtschafler der bundesregierung das nicht schon lange gemacht?
deswegen bin ich der meinung, dass du derartige aussagen etwas überlegter treffen solltest |
So, jetzt weiss ich endlich was Du studierst.
Bevor ich mich jetzt Volkswirtschaftlich äußere will ich noch darauf hinweisen, dass Mystero nichts von einer expansiven Fiskalpolitik erwähnt hat, sondern nur von Investitionen in Bildung und Ökologie.
Eine expansive Fiskalpolitik stellt allerdings Investitionen in Form von Nachfrage nach nicht-öffentlichen Gütern (Bildung ist ein öffentliches Gut)von Seiten des Staates dar, ist also in meinen Augen was anderes als das, was Mystero beschrieben hat.
Jetzt zur VWL:
Wenn ich mich richtig an mein Grundstudium erinnere, so liegt der Grund für den crowding out (Für alle nicht BWL/VWL* er: Die Nachfrage des Staates verdrängt die private Nachfrage, was sich aber empirisch übrigens nicht so eindeutig belegen lässt...;-)) nicht in den gestiegenen Zinsen aufgrund der gestiegenen Nachfrage, sondern in den gestiegenen Zinsen aufgrund des gestiegenen Preisniveaus, was dann m/p (Geldmenge/Preis) senkt und die Zinsen steigen lässt.
Das mit der Deflation habe ich nicht ganz verstanden. Ich denke, dass Du davon ausgehst, dass die Deflation durch das gestiegene Preisniveau entsteht. Dagegen spricht, dass die hohen ausländischen Investitionen durch den Zufluß (billigeren, da niedrigeres Zinsniveau im Ausland) ausländischen Kapitals wieder die Geldmenge erhöhen würde. Diese Gefahr sehe ich also nicht so unbedingt, zudem wir deshalb eine unabhängige Zentralbank haben und durch die EU und die EZB diese Situation auch nicht mehr so besteht, wie Du so beschreibst.
Was du dabei auch unterschlagen hast ist, dass diese Situation zu einem höheren Lohnniveau führt , aber alles in allem bin ich auch kein Keynesianer, halte also von nachfrageorientierter Politik auch nichts, sondern zähle mich eher zu den Neoklassikern.
Fazit: Ich stimme AndiH zu, wenn ich auch die Begründung etwas anders sehe, denke aber das Mystero und AndiH etwas aneinander vorbei geredet haben und stimme deshalb auch Mystero zu, dass Investitionen in die Bildung und die Ökologie (Allerdings nur indirekt, also über Anreize, nicht über direkte Investitionen des Staates) eine gute Sache sind, die im globalen Wettbewerb langfristig zu Wettbewerbsvorteilen für den Standort Deutschland führen werden.
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