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Bisher habe ich schon sehr ausführliche Reviews gelesen und schöne Bilder gesehen.
Nachdem ich sehr lange geschlafen habe und bereits die ganze Nacht der ASOT 350-Übertragung gefolgt bin, nehme ich mir jetzt mal die Muße, die Eindrücke der Mainacht zu schildern.
Man hätte es früher wissen müssen. Wenn der 1. Mai auf einen Donnerstag fällt, nehmen viele den Brückentag als Urlaub und sind dann bereits am Mittwochnachmittag auf der Autobahn. Scheinbar alle irgendwie in Richtung Dortmund, denn für die lumpigen 100 km von Köln, für die man normalerweise ein gutes Stündchen benötigt, brauchten wir (ich + DJDiPain) an diesem Nachmittag 2:40 Stunden. Den Ronski Speed, den ich unbedingt erleben wollte, konnte ich somit knicken.
Nach erträglicher Abwicklung am Eingang kamen wir in die Mainhall, deren Sound uns gewaltig beeindruckte. Da kam einem ja von Anfang an ein Bass entgegen, dass der gesamte Körper mit vibrierte. Das Gefühl habe ich lange nicht mehr erleben dürfen. Gut, bei der indivuellen Performance von Moonbootica erhoffte man sich zumindest inhaltlich noch eine bessere Ausschöpfung möglicher Pontenziale. Ich habe die schon einige Male als DJs erlebt, doch lasst die bitte nicht laut singen, zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Die sind als DJs so klasse.
Warten brauchte ich auf tatsächliche Klasse nicht allzu lange, denn Alex M.O.R.P.H. und Woody von Eyden ließen mich zum ersten Mal auf diesem Event richtig abheben. Meine Kräfteeinteilung hinsichtlich des da noch Bevorstehenden ließ jedoch nur kleine dafür jedoch umso größere emotionale Sprünge zu. Ein richtig toller Auftakt. Schönes Set und bereits um 20.45 Uhr Gänsehaut.
Den Anthony Rother lasse ich bei all gebührendem Respekt mal weg. Er spricht mich einfach nicht an.
An Sven Väth hatte ich besondere Erwartungen. Er ist Deutschland, wenn bei großen Events das beste aus unseren Laden auf den Tisch serviert wird. Er fing recht larifari an, war nicht so der Bringer, nett zu hören. Die 2. Hälfte seines Sets brachte dann die Power in das Oval, die ich von ihm erwartet hatte. Klasse. Dazu wurden die Visuals zum ersten Mal so richtig zum Einsatz gebracht. Das wurde mir so richtig bewusst, als ich zum Forentreffen ganz hinten einen herrlichen Überblick über die Masse hatte. Sah das super aus. Die beweglichen Quader zusammen mit den mehrfarbigen Lasern. Da wollte es i-motion wohl mal zeigen, dass man den Holländern in derartigen Dingen auch Paroli bieten kann. Und sie können es tatsächlich. Klare Steigerung gegenüber letztem Jahr. Diesmal ein Mehr an Qualität als an Quantität. Alleine das brachte neben dem tollen Line-Up schon einen Atmosphäre-Schub. Man ließ es mich spüren, dass ich mich an einem besonderen Ort befinden sollte. Und Sven Väth unterstützte dieses Gefühl eine gute Dreiviertelstunde lang.
Auf Paul van Dyk war ich sehr gespannt. Ich wusste nicht, ob ich ihn noch als Trancer sehen sollte oder nicht. Zuletzt hat er mich nicht mehr so richtig gekickt, obwohl ich weiß, dass er es drauf hat. Er bretterte los, als wollte er den Väth in die Soft-Schmalz-Kategorie ballern. Aber wenn ich sein Set nach der Ähnlichkeit zu einem anderen Set bewerten müsste, sagen wir mal eher zu Armin van Buuren oder eher zu Westbam tendierend, würde ich ihn näher an Westbam einordnen. Ein bißchen Trance und viel Geknalle. Also, ehrlich gesagt gehört er nicht mehr in meine persönliche 1. Liga. Ich würde somit nicht mehr weit fahren, um ihn unbedingt zu erleben. Vielleicht kommt er ja mal nach Köln. Dann würde ich mal nachdenken.
Members of Mayday sind so eine Art Tagesschau für die Mayday. Das Wichtigste aus der Geschichte der Veranstaltung in Form von Gehüpfe. Ganz nett und wegen der vielen Leute, die kommen, um genau das zu sehen, auch atmosphärisch ganz ansprechend.
Westbam bot dann auch mal die Gelegenheit, sich etwas zur Nahrungsaufnahme beschaffen, mal auf die Tribüne zu setzen und den Blick von oben in die Masse schweifen zu lassen, darüber hinaus auch mal anhand der anderen Hallen zu sehen, wie groß die Mayday doch geworden ist. 25000 Leute, richtig viel Volk in den Hallen. Wenn es Westbam nicht auf den Mainfloor geschafft hätte, dann hätte ich die anderen Hallen und die vielen Menschen wohl nicht gesehen. Gut organisiert, auch zeitlich so gesetzt, wann bei den meisten der Hammer und der größere Hunger kommt. Bei der Nature-One wird er samstags auch den Open-Air-Floor schmücken. Also, schon mal die Würstchen für den Massenansturm vorbraten. Westbams Set hat aus meiner Sicht den Monotonie-Oskar des Abends verdient. Unerträglich.
Alter Ego. War das krass und abgefahren. Ein Test für die Funktionstauglichkeit der Ohren, aber irgendwie hatte das was. War gar nicht übel.
Was muss man zu Armin van Buuren noch sagen? Er war das absolute Highlight der Mayday. Der Mann ist zur Zeit einfach nur ein Gigant. Jetzt packt er sogar noch die Deutschen, nachdem er die Welt bereits fast ganz erobert hat. Das war ja eine Stimmung und ein Set, das gut auf uns Deutsche zugeschnitten war. Hart aber herzlich, ohne ein Bretter-Armin zu sein, sowie immer für eine Überraschung gut. Mich hat es richtig weggeballert und der Mann schafft es immer und immer wieder. Traumhaft.
Bei Chris Liebing wollte ich mich nicht wieder auf die Tribüne setzen, sonst wäre es eng geworden mit dem Wachzustand ohne Drogen. Bewegung war angesagt. Die Monotonie des Sets half mir dabei, doch fand ich seine Interpretation von Monotonie recht ansprechend. Es gefiel mir.
Menno de Jong war der Grund dafür, noch bis zum Ende der Mayday durchzuhalten. Eigentlich schade, dass man ihn als Finisher einsetzt, doch war ich überrascht von der hohen Anzahl der Fans, die seinetwegen noch durchgehalten haben. Es waren nur noch Leute anwesend, die bereit waren, sich von seiner Musik anstecken zu lassen. Aufgrund der vielen bekannten Gesichter könnte man es auch Familientreffen nennen. Und das hatte etwas gewaltig Ansteckendes, ein hochinfektiöses Set, das mich noch mal richtig kickte und für ein Happy End einer phantastischen Mayday 2008 sorgte.
Die Bilder der Nacht folgen noch. Vor allem viele bekannte Gesichter drauf, denen ich teilweise erstmalig bewusst persönlich begegnet bin. War eine gute Idee mit dem Forentreffen um 0.00 Uhr.
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