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Erstmal ganz grob. Ich studier Elektrotechnik/Akustik und arbeite seit über 2,5 Jahren inner Disse am Licht. Ausserdem leg ich ab und zu noch auf. Und damit's zum Thema passt, hab ich natürlich noch 'nen leichten Tinnitus.
Angefangen hat das ganze wahrscheinlich damit, dass ich ständig auf'm Rad zur Schule CD's gehört hab. Wer das auch tut/getan hat, weiß, dass wegen der Windgeräusche der Pegel meist ganz oben ist. In meiner Anfangszeit des Auflegens hab ich dann mangels Alternative mit diesen Knopfohrhörern gearbeitet. Derart vorgeschädigt hat's dann eines Tages in der so ziemlich lautesten Disse der Stadt geklappt (Die Bässe so krass, dass beim Bassschleg nicht nur die Belüftung scheppert, sondern die Luft vor den Monitoren wie in der Wüste flimmert). Nach 2 Tagen hatte ich immernoch einen gut hörbaren Ton im linken Ohr. Ich hatte keine andere Wahl als zu meinem BW-Doc zu gehen, der mich in's Audiometriekämmerchen geschickt hat und mich dann mit fiesem Grinsen und dem Spruch "Iss doch alles im normalen Bereich. Selber Schuld, was gehen sie auch in solche Läden." zurück zum Dienst schickte. Nix von Wegen Infusion, oder Medikamente...
Das Pfeifen ging gegen Ende der Woche fast komplett weg, ich höre allerdings immernoch bei relativ ruhiger Umgebung ein pfeifen bei ca. 3,5kHz. Mein Audiogramm zeigte im übrigen genau bei dieser Frequenz eine leichte Hörschädigung von 2-3dB. Das Geräusch stört mich eigentlich überhaupt nicht, vielmehr stört micht, das ich das Gefühl habe, das andere um mich bei großer Lautstärke ihr Gegenüber noch wesentlich besser verstehen, als ich das tue.
Inzwischen weiß ich, das genau dieser Bereich um 4kHz nicht nur der empfindlichste Bereich in Sachen Hören ist, sondern auch als Anzeiger für die sog. Lärmschwerhörigkeit gilt. Bei dieser Form, die auf Dauerlärmbelastung zurückgeführt wird, fällt zuerst das Hörvermögen um 4kHz um bis zu 60dB, danach verschwinden die Höhen, bis das Resthörvermögen bis etwa 1kHz verbleibt, allerdings auch um 30-40dB unter Normal.
Lärmschwerhörigkeit ist im Gegensatz zu den Schäden duch Laute Impulse nicht reversibel, sprich das Gehör wird sich davon definitiv nicht, wie nach dem sporadischen Discobesuch regenerieren!
Nachdem ich mir so meine Gedanken gemancht hab, welcher Belastung ich mich da jedes WoE aussetz, auch wenn die Lautstärke mit 75-80dB recht erträglich ist, trage ich seit etwa einem halben Jahr Profi-Gehörschutz. Der für mich beste Weg ist, die Stöpsel schon vor Bereten der Halle einzusetzen, weil sich mein Gehör dadurch schneller dran gewöhnt und ich eigentlich keinen Unterschied merk, ob nun die Anlage nicht ganz sauber eingestellt ist, oder die Stöpsel was schlucken. Einzig beim Auflegen verzichte ich noch auf Gehörschutz, aber da hab ich ja selber den Regler in der Hand.
Gefährlich sind verschiedene Formen von Schall... generell ist auf lange sicht jeder Pegel über Sprechlautstärke gefährlich. Schädigungen im Bassbereich werden allerdings kaum wargenommen, da wir dort eh schlecht hören... Kurzfristig ist so grob alles über 2-3kHz für's Ohr gefährlich, da hier die Häärchen um die 4kHz auf Grund der Geometrie der Hörschnecke stark belastet werden.
Generell kann man sagen, dass z.B. ein Pegel von ca. 70dB über etwa 8h pro Woche noch keine Gefahr bedeuten. Bei 80dB sind das allerdinfgs nur noch knapp 2h, wenn ich die Zahlen richtig im Kopf hab. 120dB jedenfalls hält der Mensch nur etwa eine Minute ohne bleibende Schäden aus.
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