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Sehr schön, mal wieder ein Thema bei dem ich mich mit einer hoch-philosophischen Meinung weit aus dem Fenster lehnen kann...
Es hängt meiner Meinung nach davon ab, wie weit man sein eigens Emotionspotential bereits erschlossen hat bzw. bereit ist es zu erschliessen.
Musik allgemein ist ein Träger von Emotionen, vermittelt uns also bestimmte Emotionen, wie Melancholie, Freude, Trauer, usw. .Trance ist Musik, die, im Gegensatz zu diversen anderen Musikrichtungen, ganz auf die Musik als Emotionsträger setzt. Bei vielen anderen Musikrichtungen wird auf Worte als Emotionsträger gesetzt. Worte erfordern vom Gehrin eine gewisse Transferleistung, indem erst der Sinn der Wort erfasst werden muss, mit der Melodie in Einklang gebracht werden muss und dann eine Emotion ausgelöst wird.
Bei Trance fällt dieser Assoziationsschritt weg, da als Träger der Emotion nur die Musik dient, welche keine Transferleistung des Gehirns erfordert und somit direkt assoziiert werden kann (das was hier für Trance gilt, gilt übrigends auch für Klassik, deshalb liegen diese beiden Richtungen so eng beieinander).
Wenn nun jemand sein ganzes Leben lang nur Musik gehört hat, die diese Transferleistung erfordert, so sucht das Gehirn ständig nach dem Emotionsträger Stimme und wartet auf etwas, dass es assoziieren kann, bei Trance kommt jedoch nichts. Da jedoch hier die Musik der Träger der Emotion ist geht unterschwellig ins Gehirn ein und erzeugt einen unterschwelligen emotionalen Reiz (unwillkürliches Füßewippen etc.). Dieser Reiz findet jedoch auf der unteren emotionalen Ebene statt, da das Gehirn gar nicht höhere Emotionen zulässt, da es ja immer noch auf "seinen" Emotionsträger "Stimme" wartet. Also kann das emotionale Potential, dass große Tiesto Werke u.ä. inne haben nicht erschlossen werden, sondern es werden nur die niedrigen Emotionen ausgelöst. Dies kann durchaus auch bei "Kommerziellem" Trance der Fall sein, ist jedoch ebenfalls bei großen Werken der Fall. Daher nur die Reaktion: "Ganz nett..".
Diesen Zustand bezeichne ich als "nicht vollständig erschlossenes Emotionspotential". Wie kann nun das vollständige Emotionspotential erschlossen werden?
Schwierige Frage und es gibt eigentlich nur eine Antwort: Das Gehirn muss dazu gebracht werden nicht mehr auf den Emotions Stimulus "Stimme" oder ähnliche Emotionsträger zu warten, sondern vollkommen bereit sein, den Emotionsträger Musik voll zuzulassen. Meiner Meinung nach funktioniert es nicht oder nur sehr selten, wenn die Person dazu gebracht wird sich mit voller Aufmerksamkeit ein Trance Lied anzuhören, da meist noch ein natürlicher inner Widerstand vorhanden ist ("Ja, ja, red Du nur"...."Ich werd Dir schon zeigen, dass das Quatsch ist"...."Wenns den unbedingt sein muss, dann tue ich Dir halt den Gefallen").
Eine echte Chance besteht deshalb in meinen Augen nur, wenn das Gehirn abgelenkt wird und diese "Warethaltung" damit durchbrochen ist. Dies kann entweder durch eine bewusste "Leistungsminderung" des Gehirns (z.B. durch Alkohol oder Drogen) erfolgen oder (und dies erscheint der erfolgversprechendere Weg) durch ständige "Berieselung" mit Trance in ganz alltäglichen Situationen, in denen die Person gar nicht aktiv an "Musik hören" denkt. Beispiel: (Übrigends genau meine Geschichte, wie ich zu Trance kam)
Vier Arbeitskollegen gehen nach ihrer Arbeit in einer Diskothek jeweils noch zu einem der vier Arbeitskollegen, dessen Wohnung auf dem Nachhauseweg der anderen liegt, um noch ein wenig zu entspannen, bevor sie alle ins Bett gehen. Bei dieser Person läuft nur Trance, was sich auch auf mehrmaliges Bitten nicht ändert, also wird es eben irgendwann akzeptiert ("Bei dem läuft halt nix anderes"), aber auch nicht besonders wahrgenommen. Bei irgendeinem dieser Besuche kommt ein Thema auf, dass eine der Personen nicht besonders interessiert, also versucht man sich irgendwie anders zu beschäftigen. Man schaut sich um, denkt an dieses und jenes (das Gehirn ist abgelenkt!) und hört plötzlich ganz unwillkürlich der Musik zu. Der volle emotionale Transfer gelingt und die Person ist plötzlich so begeister, dass sie am Ende des Lieds fragt: "Können wir das nochmal hören?". Der Wohnungsinhaber grinst und lässt das Lied nochmal ablaufen und die Trance Gemeinde hat ein neues Mitglied.
Die entscheidenden Faktoren dieses Beispiels waren: 1. Wiederholt Trance ausgesetzt zu sein und irgendwann den inneren Widerstand aufzugeben, so dass es "akzeptiert" aber auch nicht mehr wurde. 2. Eine Situation des abgelenkt sein, in der das Gehirn "offen" war, so dass das volle Emotionspotential erschlossen werden konnte.
So, ich hoffe es denken jetzt nicht alle hier: Was für einen Bullshit hat er uns denn jetzt erzählt!? Wie gesagt, dies ist meine ganz persönliche Theorie, die man glauben kann, aber nicht muss. Wer eine andere Meinung hat: Bitte hier posten, da sie mich echt interessieren würde!
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