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Aus den Ruhr Nachrichten
| quote: | Nie spielt er den Disko-Messias
Schon die Blickrichtung des Publikums signalisiert, dass hier nicht irgendein Dienstleister, sondern ein Star am Werke ist. Alle gucken in Richtung Deejay-Pult. Deutschlands heißester Pop-Export Paul van Dyk ist zu Gast im Sixx.PM. Und promotet seine Internet-Radio-Show "Vonyc Sessions", wo er seine Favoriten in Sachen Dance-Elektronik spielt. Van Dyk tourt auf der ganzen Welt, spielt pro Jahr nur eine Handvoll Termine in Deutschland. Umso stolzer ist Veranstalter Lars van Josten, dass van Dyk schon zum dritten Mal auf dem Thier-Gelände vorbeischaut: "Paul kommt ausgesprochen gern ins Sixx.PM."
Tosen
Knapp 2000 Leute bevölkerten am Freitag das Sixx.PM und den zuhouse-Club. Mit van Dyk, Moguai, Phil Fuldner, Larse und Ante Perry war ein stolzes Aufgebot an Deejays am Start. Punkt 1 Uhr: Großes Johlen, das zu einem Tosen anschwillt. Das Willkommen für den besten Deejay der Welt (laut Umfrage des "DJ-Magazins"). Van Dyk legt los. Trance-House ist sein Stil. Sein Set atmet eine Grundwärme durch erhabene Schwellklänge und pastorale Zwischenspiele. Ist jederzeit tanzbar, vermeidet aber plumpes Bassgebolze. Technoides Dampfhämmern lässt sich erstmals nach 20 Minuten vernehmen. Das Publikum steht eng an eng wie die Heringe, tanzt auf dem Fleck. Und geht lauthals mit, wenn sich ein Crescendo aufbaut und ein Bass-Stakkato den Beat zurück bringt.
Energiedrink
Van Dyk regelt und pegelt, ist konzentriert dabei. Er bedient zwei Laptops, zwei Keyboards, Mischpult und Effektgerät. Gelegentlich nippt er an Wasser oder am Energiedrink. Die großen Posen sind seine Sache nicht. Manchmal hat er die Faust oben, wiegt sich im Takt, macht einen Hüpfer. Aber nie spielt er den Disko-Messias, der triumphal die Arme ausbreitet. Van Dyk ist ein Weltstar, aber nicht eitel. Sehr sympathisch.
Lange Nacht
Star spielen darf das Publikum: Auf dem Tanzpodest genießen junge Mäuse zehn Minuten Ruhm und ein Wollmützenträger macht sich schwer zum Affen. Paul van Dyk lässt den Beat marschieren. Nie überreißt er das Tempo. Anschlüsse und Übergänge sind perfekt, das Programm ist organisch fein austariert.
Gute Arbeit! Nach zweieinhalb Stunden klatscht van Dyk artig Beifall fürs Tanzvolk, bedankt sich und übergibt an Moguai. Es wurde eine lange Nacht mit den Meistern der Turntables. - kai
11. März 2007 | Quelle: |
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