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...die lange erwartete Antwort von Heller ohne Enkie... ;-)
Tach die Herren,
sorry, dass ich mich jetzt erst melde - liegt leider nur daran, dass ich die letzten zwei Tage in Berlin war und an keinen Rechner kam. Und erst einmal eins: ich freu mich wirklich (und das ist jetzt kein blöder Spruch), dass Ihr Euch hier so enthusiastisch mit mir beschäftigt. Wie sagt man so schön: „Bad News are good News!“ Also besser ihr schreibt böse Kritiken über mich, als gar nichts! :-)
Habe mir natürlich alle Posts gründlich durchgelesen und ich möchte mich nun auf keinen Fall rechtfertigen. Statt dessen präsentiere ich Euch hier voller Stolz meine Playlist vom Freitag, für die ich mich in keinster Weise schäme:
F. Massif: Somebody (F. Corsten RMX) – Purple Eye
Bas van Veen: Total Recall – Compressor
Donald & Giles: Manufactured – Liquid
Igor S.: Airforce One – ID&T
ATB: Ecstasy – Kontor
Bitte beachtet, dass hier nur die Scheiben stehen, die ICH gespielt habe. Ich kann Euch leider nicht sagen, was mein mir zugewiesener Partner Tommy Serano gespielt hat. Das waren alles Platten aus seinem Case, die ich alle selbst nicht kannte.
Und da Euch mal wieder ein wenig Hintergrundwissen fehlt, möchte ich das hiermit liefern:
Die Trance Nation am Freitag in Kiel war leider ein wenig unterbesucht – es haben noch einige hundert Gäste gefehlt, um die Kosten einzuspielen. Deshalb wurde beschlossen, den zweiten Floor erst gar nicht zu öffnen, da sich das ganze ansonsten zu sehr verteilt hätte. Die für dort eingeplanten DJ wurden statt dessen noch in das Line Up auf dem Mainfloor eingebaut. Wie Ihr wisst, war sowieso schon für jeden DJ nur eine Spielzeit von 45 Minuten vorgesehen. Da nun noch mehr DJs dazu kamen, reduzierte sich die Zeit auf 30 Minuten oder sogar noch weniger. Dazu müsst Ihr wissen, dass mein Partner Oliver Enkie mit einer Mittelohrentzündung zu Hause saß und Tommy Serano auch ohne seinen Partner Voodoo am Start war. Deshalb fragte uns Omid von H2o-Events (Veranstalter), ob wir nicht gemeinsam auflegen könnten, da so ein wenig Zeit eingespart werden würde. Tommy und ich kennen uns ein wenig aus Ibiza und von einigen gemeinsamen Freunden und deshalb stimmten wir direkt zu – sowohl Tommy, als auch Heller & Enkie spielen gerne auch mal reine Tribal und Progressive Housesets – in der Beziehung hätten wir eigentlich sogar gut zusammen gepasst. Im Atrium war ich aber nun mal als Trance DJ mit einem Trance-Case (in dem übrigens auch meine gesamte Top Ten dieses und des letzten Monats vertreten war) und nicht als House-DJ – hätte ja auch nicht so gepasst! ;-) Und selbstverständlich hatte auch Tommy den Sound dabei, wegen dem ihn die Veranstalter gebucht hatten. Der ist nun mal ein wenig mehr auf Großraum ausgerichtet. So, und jetzt stellt Euch mal vor, wir spielen Back II Back, also jeder eine Scheibe, zum aller ersten Mal gemeinsam und dann jeweils auch mit Platten, die der andere nicht kennt und die vielleicht auch nicht so ganz aufeinander abgestimmt sind. Wir haben uns beide Mühe gegeben, uns aufeinander anzupassen und ich denke, wir haben das auch so gut wie möglich hinbekommen. Denn während unserem ganzen Set haben die Leute auf der Tanzfläche gefeiert. Mir war selbstverständlich von vornherein klar, dass sich aus dieser Kollaboration kein Set ergeben würde, mit dem wir „echte“ Tranceheads begeistern hätten können. Mehr will ich dazu gar nicht schreiben – ich schäme mich für nichts! :-) Schön, dass Ihr das ganze so ernst nehmt! :-))
Ich will Euch aber noch etwas anderes erzählen: natürlich waren am Freitag hauptsächlich „Normalos“ und „Plastikraver“ vor Ort. Aber was habt ihr erwartet? Die Party fand im Atrium in Kiel statt und nicht in einem szenigen Tranceclub. Solche Partys sind aber für uns alle wichtig! Denn wir wollen doch alle eigentlich das selbe: die Tranceszene neu aufbauen. Meint Ihr, „coole Tranceheads“ sprießen plötzlich einfach wieder so aus dem Boden??! Wir müssen deshalb einfach wieder in die einfachen Großraumläden und dort versuchen, die Leute zu anständigem Sound hinzuerziehen. Deshalb finde ich auch, dass das Booking von den Veranstaltern sehr mutig zusammengestellt wurde. Da hätten auch einfach Master Blaster, Jan Wayne und Co. spielen können – wäre bestimmt eine ausgelassenere Party geworden! Statt dessen spielten aber Andy, Talla und auch Woody sehr coolen Sound und auch ich habe meiner Meinung nach vernünftige Trancescheiben gespielt. Damit haben die Leute fast vier Stunden Trance zu hören bekommen! Und es war auch immer etwas auf der Tanzfläche los, die Leute haben das also gut angenommen.
Nach dem Set von Woody haben sich Talla, Woody, Alex Morph und ich zusammengesetzt. Wir und auch verschiedene andere Trance-DJs aus Deutschland wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten und uns gegenseitig supporten. Dabei geht es z.B. um gemeinsame Bookings, Produktionen, Remix-Aufträge, Labeldeals, Kooperationen in Sachen Trance Nation-CD u.s.w.. Talla hat vorgeschlagen, dass wir uns regelmäßig treffen sollten, einfach um sich auszutauschen und gemeinsam an Strategien zu arbeiten. Nur wenn in Deutschland endlich wieder alle an einem Strang ziehen und sich unterstützen, statt sich gegenseitig zu dissen, schaffen wir es, eine neue Tranceszene aufzubauen. Die Holländer machen uns das doch schon seit Jahren vor. Vielleicht macht Ihr Euch auch einmal Gedanken darüber – denn wenn die Basis da nicht mitspielt, haben die DJs, Producer und Veranstalter gar keine Chance.
So, jetzt habe ich genug gepredigt... Freue mich schon sehr auf Eure Reaktionen! :-)
Ganz liebe Grüße an Euch alle!
Aga Heller (part of Heller & Enkie)
Last edited by Heller & Enkie on Jun-14-2004 at 15:43
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