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Alle Jahre wieder rollt die Reisewelle auf Europas Strassen. Eine Zeit, in der die Unfallhäufigkeit besonders kritisch ist: 40.000 Menschen sterben in Europa jährlich , das entspricht 110 Verkehrstoten Tag für Tag. Am gefährlichsten, so die Statistik, sind die Straßen in Griechenland: 180 Verkehrstote kommen dort auf 1 Million Einwohner. Am wenigsten gibt es in Grossbritannien, Schweden und den Niederlanden: 60, 66 und 68, das ist nur ein Drittel so viel wie in Griechenland. Deutschland liegt mit Italien und Österreich im Mittelfeld. Warum sind Grossbritannien, Schweden und die Niederlande am sichersten? - Beispiel Niederlande: Seit das Land mit rigoroser Verkehrsüberwachung insbesondere die Geschwindigkeit kontrolliert, gehen die Unfallzahlen zurück.
Auf allen Strassen wird man auf mögliche Radarkontrollen hingewiesen, wer in Holland zu schnell fährt, geht ein hohes Risiko ein, erwischt zu werden. Und wer erwischt wird, für den wird es teuer: Wenn man in den Niederlanden um 20 Stundenkilometer zu schnell fährt, kostet es100 Euro. Spitzenreiter in Europa ist jedoch Finnland: 455 Euro sind dort fällig, wohlgemerkt bei nur 20 K-M-H zu schnell. Deutschland und Österreich sind mit 28 bzw. 30 Euro am "billigsten", - mit 110 bis 155 Euro liegen Italien, Spanien und Griechenland im Mittelfeld. Die EU macht Druck, dass in allen Mitgliedstaaten die Verkehrskontrollen verschärft werden: Automatische Radaranlagen sind in Skandinavien und Großbritannien schon die Regel, Holland und Frankreich ziehen gerade nach. Die Kommission hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Zahl der Verkehrstoten bis 2010 zu halbieren. Dazu gehört auch die Diskussion ums Tempolimit: Deutschland ist inzwischen das einzige Land in Europa ohne generelles Tempolimit auf Autobahnen, - Brüssel ist dies schon seit langem ein Dorn im Auge.
Ein weiterer Schwerpunkt sind Gurtpflicht und Fahrzeugsicherheit: Bei konsequentem Gurtanlegen vorn und hinten verspricht sich die EU jährlich 10.000 Verkehrstote weniger, aber immer noch gibt es Fahrer, die sich dem verweigern. Dabei ist bewiesen, dass ein Crash mit 50 Stundenkilometern einem Sturz aus einem vierstöckigen Gebäude entspricht. Gurtpflicht besteht inzwischen in allen Ländern Europas. Wiederum sind Deutschland und Österreich bei der Nichtbeachtung am "billigsten": 21 und 30 Euro. Richtig teuer kann es in Griechenland werden: 155 Euro, auch die skandinavischen Länder sind mit 90 bis 100 Euro relativ rigoros. In Spanien sind es 90, Italien 70 und in Frankreich 35 Euro. Bussgeld kostet es neuerdings auch, wenn man auf offener Straße keine leuchtfarbene Warnweste trägt, z.B. nach einem Unfall oder bei einer Panne: In Italien 30, in Spanien 60 Euro, Österreich und Portugal ziehen nächstes Jahr nach. Grundsätzlich gilt: Überall in Europa erfolgt die Ahndung von Verkehrsverstößen immer konsequenter, nur eine Lücke wurde noch nicht geschlossen: Wer als ausländischer Verkehrssünder nicht an Ort und Stelle abkassiert wird, ist noch einmal davon gekommen, nur zwischen Deutschland und Österreich gibt es ein Abkommen, dass Bussgelder auch im Heimatland vollstreckt werden. Aber am besten ist immer noch, es gar nicht so weit kommen zu lassen. - Das trägt außerdem dazu bei, dass das Urlaubsland in guter Erinnerung bleibt.
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