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Khalid Boulahrouz hat jetzt einen Nebenjob. Der beinharte HSV-Abräumer will sich als rasender Reporter was dazu verdienen. Für die HSVLIVE führt der Holländer in seinem ureigenen Slang zukünftig in jeder Ausgabe exklusive Interviews und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Als ersten nahm er „Die Welt“- und „Welt am Sonntag“-Redakteur Matthias Linnenbrügger in der AOL Arena in Manndeckung.
Amigo, warum machst Du immer so schlechte Noten, Mann?
Ich dachte, ihr Spieler lest keine Zeitung und guckt euch die Noten gar nicht an.
Machen wir auch nicht, Mann. Aber mein Nachbar kommt immer und fragt, warum ich nur Fünf hab.
Ich probiere immer, die Noten ganz objektiv zu verteilen. Manchmal liegt man als Reporter sicher auch falsch. Es ist nicht immer einfach, 22 Spieler auf dem Platz gerecht zu benoten. Bei Dir gucke ich jetzt aber ganz genau hin. Dann klappt’s vielleicht auch mit dem Nachbarn…
Danke schön. Kannst Du bisschen Fußball spielen, Amigo?
In der Jugend galt ich bei Stellingen 88 als Talent.
Machst Du Spaß, Mann? Jugend ist lange vorbei.
Leider. Heute hab ich nur noch Adduktorenprobleme. Nach dem ersten Sprint muss ich meistens runter. Deswegen bin ich ja auch Reporter geworden.
Wie lange bist Du beim HSV?
Seit 2000. Ich habe kaum ein Spiel verpasst. In der letzten Saison war ich nur beim UI-Cup in Olmütz nicht dabei.
Haben wir auch ohne Dich geschafft, Amigo. Wer ist Dein Lieblingsspieler bei uns?
Was willst Du hören?
Ich stell Fragen, Mann!
Rafael van der Vaart.
Du machst mich kaputt. Ich mach kein Interview mehr mit Dir. Gehst Du nächstes Mal lieber zu Rafa, ich mach dann Interview mit BILD oder MOPO. Ist Konkurrenz für Dich oder?
Jeder will die beste Geschichte haben, das ist normal. Wir müssen uns dem Wettbewerb auch stellen. Wenn immer alles in anderen Zeitungen steht, sind deine Leser unzufrieden.
Schreibst Du immer Wahrheit, Amigo? Jetzt mal seriös.
Als Reporter bist du immer darum bemüht, die Wahrheit zu verbreiten. Wenn du fünf Mal schreibst, wen der HSV alles holen will und keiner von denen kommt, wirst du schnell unglaubwürdig.
Wen rufst Du an für Informationen?
Deine Quellen darfst du als Reporter nie preisgeben. Das ist ein unbeschriebenes Gesetz.
Mach schon, Mann. Erstes Interview von mir muss gut werden!
Dann musst Du eine andere Frage stellen.
Hast Du schon mal Pressekarten auf dem Schwarzmarkt verkauft?
Natürlich nicht.
Amigo, schwör das!
Ich schwöre.
Ok, Mann. Gut so. |
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