Last edited by Sonic-Trance on Jul-09-2009 at 06:18
Jul-09-2009 06:08
Vanditine
Welcome...
Registered: Aug 2005
Location: Leiden/Amsterdam (GTA #293)
Vier Tage nach dem Spektakel vom Wochenende bin ich jetzt - wie ich glaube - endlich wieder so klar im Kopf, dass ich nun ein paar Worte verlieren kann, die über das übliche Gestammel der vergangenen Tage zum Thema Wochenende hinaus gehen. Stellt euch auf das persönlichste Review ein, das ihr jemals von mir gelesen habt. Das Persönlichste... Ja, ein Superlativ. Aber ich glaube, dass dieses Wochenende tatsächlich nur Superlative zustande gebracht hat...
Back from Paradise - Luminosity Beach Event 2009 Ein Review.
Schon am Sonntagabend sagten Ronny und Kristin zu mir: "Kannst du dir vorstellen, wie beschissen es uns morgen Abend nach so einem Hammer-Wochenende gehen wird?" Und ich hab noch mit Überzeugung zu denen gesagt: "Ach das wird schon, das Leben geht doch weiter." Nun, was soll ich sagen... Heute ist Donnerstag und ich blicke auf drei Tage After-Hour-Depri zurück, die glaube ich in fünf Jahren Feierkarriere nie so schlimm ausgeprägt war. Ich hab hierzu gerade drei verschiedene Absätze formuliert und wieder gelöscht. Bringen wir es auf den Punkt: Ich fühl mich noch immer zum kotzen. Ich habe mir bis jetzt, in dem Moment, in dem ich gerade diese Zeilen schreibe, noch nicht die Zeit genommen, das Wochenende mit all seinen grandiosen Ereignissen wirklich in meinem Kopf Revue passieren zu lassen. Naiv wie ich war, dachte ich, ich würde aus Holland wiederkommen und mit neuer Kraft an alle anstehenden Aufgaben gehen. Stattdessen stecke ich in einer schillernden Krise, frage mich, wo eigentlich mein Leben vor Magdeburg hin ist und warum ich eigentlich so verwirrt bin. Ich bin gespannt, wie es sich anfühlt, wenn ich gleich alles runtergeschrieben habe (Edit: sehr viel besser ).
Vorfreude wie ein kleines Kind auf Weihnachten
Irgendwann vor Wochen schon rief mich Daniel an: "Jessy, haste heut schon mal ins TA geschaut? Da ist demnächst so ne Party am Strand in Holland. Sander und Jochen sind auch da." Ich dachte der verarscht mich. Fünf Minuten später hab ich Ronny auf die Mailbox gebrüllt: "AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHH DA MÜSSEN WIR HIN - DA MÜSSEN WIR EINFACH HIN!!!!!!" Was folgte war ein Planungschaos, das aber schlussendlich doch darin gipfelte, dass Ronny, Kristin und ich am vergangenen Freitag gegen 17 Uhr in einem zauberhaften kleinen Ort namens Lisse in ein Hotel eincheckten. Damit waren wir also zehn Autominuten vom Strand und 25 Autominuten vom Festivalgelände entfernt. Mein Gott, dieser Teil der Niederlande ist ja einfach mal total verträumt und wunderschön. Häuschen wie auf der Modelbahn, die Landschaft grün und eine Ruhe... wow! Wir sind dann noch am selben Abend zum Strand gefahren und dort habe ich zum ersten Mal realisiert: Wir sind hier - und das ist alles was für den Moment zählt. Auf der Rückfahrt zum Hotel haben wir dann ein riesiges Graffiti gesehen, das mit wenigen Buchstaben das schlichte Wort RELAX überdimensioniert dargestellt hat... Von diesem Augenblick an war das mein Mantra des Wochenendes.
"Ok, dann treffen wir uns bei euch am Zelt"
Schon am Donnerstagabend erreichte mich die grandiose Nachricht, dass Daniel und Timm nun doch in Zaandfort sein werden. Ich hab mich riesig gefreut, weil das zwischenzeitlich nicht danach aussah. Im Schlepptau hatten die beiden die bezaubernde Julia - keine Ahnung, ob du hier angemeldet bist, jedenfalls freue ich mich darauf, dich bei der Nature wiederzusehen Das war natürlich Anlass, sich direkt am Samstag zu treffen und gemeinsam das Festivalgelände zu stürmen. Zuvor galt es allerdings erst einmal, einen gemeinsamen Treffpunkt und einen Parkplatz zu finden, der nicht ein Euro die Stunde kostet. Es klappte aber alles, zwischenzeitlich trafen wir auch noch Eric und Danielle aus Holland und kamen kurz nach ein Uhr auf dem Festivalgelände an.
General Info
Ich war offen gestanden überrascht. Das Gelände war super klein, was ein recht familiäres Party-Wochenende vermuten ließ. Es gab zwei Open-Air-Floors, einer davon etwas größer mit fest installierter Bühne, der andere ein wenig kleiner mit der wunderbaren Option, sich einfach direkt nebenan im Sand auf einige Liegen schmeißen zu können. Das war perfekt, weil man von dort aus die Musik noch ganz wunderbar hören konnte, aber trotzdem Blick aufs Meer hatte. Wiedereinlassbändchen ermöglichten zudem kurze Ausflüge ins Meer - und die waren besonders am Samstag wirklich angenehm. Wie immer bei Holland-Partys gab es Getränke- und Essensmunten (wir hatten irgendwann nur noch eine rote Munte fürs Essen, aber noch zig blaue für Getränke. Jedes Mal, wenn Kristin oder ich Ronny fragten, ob wir eine davon haben könnten, zog er ausnahmslos IMMER zuerst die rote Munte aus der Hosentasche :P ) und weil es für die verhältnismäßig wenigen Besucher zahlreiche Theken gab, hatte man immer innerhalb kürzester Zeit ein Getränk zur Hand.
"You missed half of the show"
Und als wir das Gelände eine Stunde nach Startschuss des Festivals betreten haben, sagte ich noch: Morgen müssen wir aber pünktlich sein, denn der Sander fängt zwölf Uhr an. Joa, dementsprechend überrascht war ich, als ich Sander dann bereits am Samstag hinter den Turntables des zweiten Floors gesehen habe. Es ist wie verhext. Seit zwei Jahren verpasse ich seine Sets entweder komplett, oder zumindest in Teilen. Zu meiner eigenen Überraschung war mir das aber an diesem Wochenende irgendwie auch grad völlig Wurscht. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt, dass ich wahrscheinlich nie wieder ein ElSandro-Set vollständig miterleben werde... :P Dafür waren die verbleibenden 45 Minuten wirklich sehr sehr toll. Richtig bewusst kann ich mich allerdings nur an Rex Mundi und Susana mit Nothing at all erinnern.
Keine einzige Wolke am Himmel
Wenn ich mir überlege, wie dermaßen oft ich in der vergangenen Woche bei wetter.com geschaut habe, wie das Wetter werden soll... Unglaublich: am Samstag war den kompletten Tag nicht eine einzige Wolke am Himmel zu sehen. Diesen wunderbaren Umstand haben wir dann zum Anlass genommen, uns während des Jorn van Deynhoven-Sets gemütlich auf die Liegen zu ballern. Das war echt ibizenkisches Feeling. Wie unglaublich wunderbar!!! Zum Thema Jorn van Deynhoven: Er hat Divine gespielt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich diesen Track noch mal live hören würde. Das war 2005 DAS LIED für mich. Rumspringerei von Feinsten. Man ey, Leute, lasst euch mal auf der Zunge zergehen, wie viele saugeile Partys wir alle schon gefeiert haben... Ich fühlte mich sofort zurück versetzt zur GTA-Party in Jever, auf die Pydna zu Armin, nach Ibiza ins Amnesia. Ganz ehrlich: wenn ich dieses Leben so nicht führen würde, ich würde mir wünschen, dass ichs hätte...
Gänsehaut trotz 30 Grad Hitze
Gegen 16 Uhr haben wir uns dann zu Airbase auf den Mainfloor begeben. Auf den hatte ich mich total gefreut, denn er war ein ausschlaggebender Grund, dass ich damals vor über sechs Jahren so richtig bei Trance hängen geblieben bin. Habe ihn bisher erst einmal gesehen, bei einer Trance Energy, aber da wars so dermaßen leise, dass Timms und Armins "Viva Kolonia" sein Set übertönen konnten. Wo wir im Übrigen gerade bei Timm sind: Der Gute hat ja am Wochenende was an die 80 Minuten mit seiner Cam gefilmt und beim Airbase-Set einen definitiven Trend gesetzt. Er ist nämlich einfach mal auf die Bühne hoch und hat neben, hinter, vor und überhaupt um den kompletten DJ ringsrum gefilmt und gefeiert. Und das schönste dabei: Es hat absolut niemanden gestört. Man Timm, ich bin so gespannt auf "das Material" :P Das Set von Airbase war im Übrigen wunderbar, aber auch hier kann ich mich nur bewusst an seinen aktuellen Track "Back" erinnern. Seit Wochen freue ich mich jedes Mal, wenn im Build Up die Bassline erst do ganz leise ausm Hintergrund kommt und dann immer lauter wird, bis dann beim Einsatz alles explodiert. Als ich den Track dann live hörte, hatte ich bei 30 Grad Hitze Gänsehaut. DAS WAR SO GEIL
"Kristin, ICH BIN NASS!!!!"
Im Anschluss daran gings erstmal zurück zu den Liegen. Entspannifizieren war angesagt. Schon während den letzten Zügen des ElSandro-Sets sind Fabian und sein Papa zu uns gestoßen. Ich wollt an der Stelle noch mal betonen, wie sehr mich das gefreut hat, dass du mal wieder mit dabei warst, Fabian Ich glaub das letzte Mal war bei der Nature 2005 oder so, dass wir die Gelegenheit hatten, zusammen zu feiern. Ich hoffe, das wiederholt sich bald mal wieder. So, wo war ich: entspannifizieren. Joa, Timm, Kristin, Fabian, Julia und ich sind dann erstmal ins Meer und da weder Kristinchen noch ich Badeklamotten anhatten, sind wir halt so wie wir waren, mit Rock und Oberteil in die Fluten gesprungen. Währenddessen wars super, erwies sich nur hinterher als eher unpraktisch, weil wir erst nach zwei Stunden hupsen wieder trocken waren.
Es zählt nur das hier und jetzt
Schon während unserer ab-ins-Meer-und-auf-den-Liegen-sonnen-Session stand Misja Helsloot hinter den Plattentellern. Ich weiß, dass es geil war, aber ich kann mich nicht mehr erinnern, warum genau. Ich weiß nur noch, dass sich bei diesem Set zum ersten Mal ein Gefühl eingestellt hat, dass ich seit langem anstrebe. Ich war einfach nur da und habe den Moment genossen. Es war egal, was vorher war, es war egal, was nachher kommen würde. Es zählte einfach nur der Augenblick. Und der war zuckersüß. Parallel dazu entwickelte sich der erste leichte Kopfschmerz. Ich habs auf wahrscheinlich zu wenig Flüssigkeit geschoben, hab aber trotzdem weitergefeiert, weil dazu war ich schließlich da
"Die haben jetzt schon alles gespielt, was ich hören wollte. Ich frag mich, was da jetzt noch kommen soll"
So was hatte ich ja original NOCH NIE! Das Festival war, als RAM 18 Uhr die Player übernommen hatte, gerade mal sechs Stunden am laufen und ich hatte im wesentlichen schon alles gehört, was ich hören wollte. Man hat ja immer so akute Favoriten, die man gern mal so richtig laut hören möchte. Tja und plötzlich setzte Going wrong ein und ich sag noch total verdutzt zu Ronny (nach dem Euphorieschrei) "Mein Gott, was es nich alles für Lieder gibt". Und dann... dann kam "Walk the Edge". Und damit hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet. Ich stand, als die ersten Töne zu hören waren neben dem Pult und bin erst verhältnismäßig spät auf die Tanzfläche. Als dann die Fläche einsetzte (der MC wurde aus dem Publikum mit Shut up" beschimpft und war daraufhin leise) war das der zweite Moment der Gänsehaut. Dann kam der Einsatz - allgemeines Gespringe - und dann etwa drei vier Sekunden nach dem Einsatz stand eine kleine Jessy auf dem Floor und hat in den Massen plötzlich Rotz und Wasser geflennt. Nicht nur mal so ein zwei Tränen verkniffen, nein so richtig geflennt. Ich hab keine Ahnung wieso. Das kam von einer Sekunde auf die nächste - total plötzlich. Aber es war die ultimative Befreiung in dem Moment. Es war DAS GEILSTE!!! Das absolut GEILSTE!!! Und auf diesen Moment warte ich auch schon seit fünf Jahren, denn dass es uns allen mal die Kehle kurzzeitig zuschnürt, das kennen hier glaube ich alle.
"Let your feels go - you might find that you're not lost"
Das war einfach das geilste. Beide Floors waren mittlerweile ordentlich gefüllt und die Stimmung war bombastisch. Die sind alle so toll mit der Musik mit der Musik mitgegangen. Das Ganze steigerte sich noch, als Roger Shah dann auf dem Mainfloor sein Set zum Besten gab. Erstmal war das Set ja schon an sich eine Show. Der jute hat live gespielt, was heißt, sämtliche Melodien hat er direkt auf einem Keyboard gespielt. Süßeste Aktion dabei: er hat einen ausm Publikum nach oben geholt, nahm seinen Zeigefinger und musizierte mit ihm zusammen. Wunderbares Bild Tja und dann kam Lost. Es hat ausgereicht, den Lautstärkeregler nur ein klein wenig runter zu nehmen und man hörte, dass alle Anwesenden lautstark mitgesungen haben. Wow - was für ein Moment!!!! Wahnsinn. Im Anschluss folgte Who will find me und wenn dann bestimmt 500 Leute "hey hey it's a beautiful day it will be ok it will be ok" singen, dann glaubst du das! Ich hab schon wieder Gänsehaut, wenn ich nur daran zurück denke. Und dann spielt der white sand und ich war fertig. Eigentlich hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt nur noch auf Ronald van Gelderen gefreut, aber selbst das war in diesem Moment egal. Die sonne ging gerade unter und die Stimmung war einfach perfekt. Schon zu diesem Zeitpunkt hab ich zu Ronny gesagt: Ich kann mir jetzt getrost nen Strick nehmen - geiler wirds nicht mehr (und dabei war Miller zu dem Zeitpunkt noch gar nicht dran gewesen).
"Mein Hirn verkraftet glaub ich nur noch fünf Sprünge pro Minute ohne Schmerzen"
Und dann kam er: der van Gelderen Einer der Lieblingsliebsten für mich zu Zeit. Lange habe ich aber nicht durchgehalten. Ich hatte hämmernde Kopfschmerzen, die sich besonders beim Rumgespringe im hinteren Teil meines Kopfes bemerkbar machten. Und weil dieses Festival auf eine wunderbare Art und Weise grandiose Flächen und harte Basslines miteinander vereinte, ging es einfach ohne Gespringe und ausgebreitete Arme nicht, so richtig zu feiern. Hab mich dann mit Daniel, Ronny und Fabian an die Seite gesetzt und dabei zugesehen, wie sich die Treppe neben der Bühne so langsam in ihre Einzelteile aufgelöst hat. Soviel zum Thema Gespringe
Die Nachwehen des ersten Tages
Aufgrund einer Suche, die hier nicht weiter erläutert werden soll, kamen wir erst gegen halb drei in der Nacht im Hotel an. Zu diesem Zeitpunkt war ich in einem vollkommen erbärmlichen Zustand. Die Kopfschmerzen waren nun über den kompletten Kopf gewandert, mir war übel, ich hatte Schüttelfrost und den Tinitus meines Lebens. Ich bin in das Zimmer rein und in den Klamotten, die einige Stunden zuvor noch im Meer waren, mit Sand an den Beinen und einer Blumenkette in den Haaren sofort komatös eingeschlafen. Ich betone das deshalb so explizit, weil ich immer noch Aussetzer habe, was den Samstag anbelangt. Mir fehlen so ein paar Stellen des Tages einfach komplett. Dazu muss man aber auch sagen, dass ich zu Ronny noch am selben Abend sagte, dass ich mich an so gut wie nichts mehr
erinnern kann, was im Laufe des Tages passiert war. Ich war in Sorge, dass das vielleicht nicht wiederkommen würde. Am Sonntag in der Früh ging es mir dann aber bis auf ein leiser gewordeneres Fiepen in den Ohren wieder hervorragend. Tja, das hat man dann davon, wenn man ohne Kopfbedeckung, Gehörschutz und mit zu wenig Flüssigkeit nen Tag am Meer feiert. Diagnose: Sonnenstich. Aber meine Beschwerden waren wenigstens nur temporär. Denn außer Sonnenbrand auf der Kopfhaut (boa, kämmt euch damit mal die Haare... es ist so angenehm, wenn der Schmerz nachlässt...) bin ich halbwegs verschont geblieben. Ganz im Gegensatz zu Kristin, die ziemlich zu kämpfen hatte. Daniel erinnerte mich hingegen an die Wand einer Freundin. Die haben wir mit so ner Tupftechnik teilweise rot eingefärbt, nur dass das der Wand wahrscheinlich um einiges weniger weh getan hat, als Daniel...
Tag zwei: Starten wir doch ein wenig ruhiger...
Wir sind ja auch doof. Hätte man im Vorfeld mal den Timetable studiert, hätte man festgestellt, dass Sander tatsächlich am ersten Tag dran war und dass der zweite Floor am Sonntag erst 15 Uhr öffnet und auf dem ersten bis zum selben Zeitpunkt nur sehr sehr unbekannte DJs spielen werden. (Das machte Michael de Kooker und Monogato aber nich weniger gut - ganz im Gegenteil. Besonders Monogato war echt toll!!!) Ich betone das nur deshalb so, weil ich noch bevor wir aufs Gelände gefahren sind, Ronny und Kristin noch an jeder Tanke halten lassen habe und sie dann noch durch die Zaandforter Innenstadt geschleift habe, weil das Kind einen Gehörschutz wollte. Hab ich dann auch gefunden. Drecksdinger. Die haben SO WEH GETAN. Beim reinmachen, beim Tragen und besonders beim raus machen. Ich habe dann also abgewogen, was wohl schmerzhafter sein würde: ein erneuter Tinitus oder diese scheiß Teile da. Hmm... ich weiß gar nicht so recht, wohin die Dinger dann eigentlich verschwunden sind...
"Ey, heut abend kommt der Miller - da muss ich fit sein"
Mein oberstes Gebot des zweiten Tages war: Schonen für Miller!!! Nachdem ich bei van Gelderen am Vorabend überhaupt nicht mehr in der Lage war zum hupsen, weil einfach zu fertig, hieß das für mich also in erster Linie: Massen Kohle in alkoholfreie Getränke investieren und zwei Stunden auf den Liegen zusammen mit den anderen chillen. Timm und Kristin waren meines Wissens nach die einzigen, die zu dem echt sehr sehr geilen Classics-Set von Cor Fijneman richtig feiern waren. Ich hab son bisschen vor mich hingedöst, war aber sofort hellwach, als Cosmic Gates Exploration of Space aus den Lautsprechern hämmerte. Wow - das sind meine Anfänge gewesen. Es war so toll dabei zuzusehen, wie die Massen im Einsatz total ausgeflippt sind. Ich liebe diese Szene. Es ist so so wunderbar!
Scheiden tut weh...
Nachdem Timm gegen 17 Uhr verkündet hatte, er würde es gar nicht einsehen, jetzt gehen, er bleibe hier, konnten Julia und Daniel ihn dann doch irgendwann noch überzeugen, sich zu ihnen ins Auto zu gesellen und den Weg Richtung Heimat anzutreten. Fabian tat es ihnen gleich und plötzlich waren wir nur noch zu dritt. Wobei... das ist eigentlich auch untertrieben, denn man hatte ohnehin das Gefühl, jeden zweiten, der auf dieser Veranstaltung zu gegen war, von irgendwoher zu kennen. Und dann waren da natürlich noch so liebe Leute wie die Britta, die ohnehin irgendwie immer da sind und feiern bis der Arzt kommt. Jedenfalls haben wir drei uns dann erstmal Ernesto angesehen (oder war es Bastian? hmm) und die Gelegenheit genutzt, noch einmal kräftig den vorherigen Tag zu wiederholen. Im vergleich zu diesem war es am Sonntag in den späten Nachmittagsstunden erhelblich leerer als noch einen Tag zuvor. Das war aber super, denn so hatte jeder so richtig richtig toll Platz zum Tanzen und die Leute, die da waren, verbreiteten eine derart tolle Stimmung, dass es gar nicht hätten mehr sein müssen.
Einfach nur zauberhaft
Zum Thema Stimmung: Wir sind dann rüber zu Pedro del Mar und was dort ab ging, ... ich finde da kaum Worte für. Könntet ihr euch bitte das folgende Video ansehen: Das bringt es besser zum Ausdruck als alle Worte, die ich jemals dafür finden könnte:
Pedro war so ZAUBERHAFT!!!! Guckt euch den doch mal an... Das war, als könnte er selber nicht fassen, was er da mit dem Publikum angestellt hat. Wunderbar. Kurze Zeit später hat er dann von Delerium Silence gespielt. Die waren alle so geil aufs mitsingen, dass ich um mich herum bestimmt sieben verschiedene Textvarianten gehört habe, die eigentlich nur beim vor SIIIIIIIIIIIIIIIIIIILLLEEEEEEEENCE einen gemeinsamen Nenner gefunden haben Sehr geil!
Von Zombies und Pommes
Also zuerst mal bin ich, als ich vom Pedro aus vollkommen versteuert rüber zu Rank 1 auf den zweiten Floor wollte, fast in den Miller reingelaufen. Daraufhin hab ich dann geschätzte zehn Minuten nur noch Zeug gestammelt, dass im Wesentlichen nur noch irgendwas mit Jochen Miller und Hunger bedeuten sollte. Hunger - Essen - dazu hab ich ja noch gar nix gesagt: Es gab das Standart-Festival-Menü in Form von überteuerten (aber super leckeren) Pommes, Burger und ich glaub so was in die Frikadellen-Richtung. Und ja, man kann zwei Tage nur von Pommes und Frühstück leben :P Rank 1 war glaub ich auch ganz cool, ich kann mich da aber nur an Zombie Nation erinnern, was mich aber derartig in das ehemalige Babylon im Münchner Kunstpark Ost versetzt hat, dass ich kurzzeitig die Tanzfläche verlassen musste. Oh ja, auch das sind meine Anfänge gewesen :P ^^
In den Sonnenuntergang tanzen
Was musikalisch folgte, war für mich eine totale Überraschung. Wie bereits erwähnt, war Airwave hinter den Tellern aufm zweiten Floor. Gottchen, hat der gebrettert... geil, geil, geil Und wenn er mal nicht gebrettert hat, hat der es tatsächlich gebracht exakt zum Sonnenuntergang Energy 52 mit Cafe del Mar im Three'n'one remix zu spielen? Ich stand da und konnte es nicht glauben. Ronny und ich haben und den Sonnenuntergang angesehen und in dem Moment als die Sonne komplett verschwunden war, baute sich gerade die Melodie auf. Ich schau ihn an und sag nur noch: Beeil dich, dann schaffen wir den Einsatz noch! Wenige Augenblicke später sprangen wir dann durch die Massen. Ein perfekter Moment, das Glück liegt im Detail und the best things in life are free...
MIIIIIIIIILEER - MILLER TIME!
Also erstmal einleitend sei vermerkt, dass der Miller gespielt hat, als sei er auf der Flucht. Sein Set fühlte sich (um mal mit den Worten von Douglas Adams zu sprechen) an, als werde einem mit einen in Zitronenscheiben eingelegten Goldbarren das Hirn aus dem Schädel gedroschen. Ich konnt gar nich so viel schreien wie ich wollte. Das war einfach der Höhepunkt des Wochenendes! Und dabei muss man zugeben, dass er nach einem grandiosen Airwave-Set tatsächlich einfach mal seinen Einstieg versaut hat. Der Übergang vom letzten Airwave-Track zum ersten Miller-Track war ne Katastrophe und mit dem Remix von Michael Jackson Thriller machte er sich glaube ich auch nicht nur Freunde... Es hat dann jedenfalls noch zwei weitere Tracks gebraucht (das war dann Lost Connection) bis er die Menge wieder unter Kontrolle hatte. Aber von diesem Augenblick an ging es nur noch straight forward. Der hatte zum Teil drei Platten am laufen und hat daraus live was Neues zusammengezaubert. Das Set ging viel zu schnell vorbei und ich hoffe wirklich, dass wir es dieses Jahr noch mal zu ihm schaffen.
Resumé
Ach Gottchen, jetzt hab ich schon so viel geschrieben und finde immer noch, dass noch nicht alles gesagt ist. Dieses Festival war ungelogen das Herausragendste, was ich bisher mitmachen durfte. Da waren so viele wundervolle Momente bei, Momente, die so viel Emotion beinhalteten, dass sie kaum in Worte zu fassen sind, Momente, die einfach nur Gänsehaut, breites Grinsen, wildes Springen, ... ARGH DAS WAR EINFACH DAS GEILSTE!!!! Ich bin ohne Ende dankbar, dass ich das erleben durfte, denn nach der absolut herausragenden ASOT 300 vor zwei Jahren habe ich nicht daran geglaubt, dass etwas vom Gefühl her vergleichbares noch einmal stattfinden würde. Ich freue mich riesig, dass wir alle vor Ort so eine tolle Zeit hatten und schaue mit geballter Vorfreude auf die Nature One in etwas über drei Wochen!!!!
Vielen, vielen Dank für das tolle Wochenende!!!
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I don't know where I'm going from here. But I promise it won't be boring!
Jul-09-2009 14:07
skyline34
Senior tranceaddict
Registered: Mar 2009
Location: Den Haag
wooooooooooooooowwwwwww. sadly i don´t understand this but that´s really a very very big and i think a very good party Review.
Ich war bzw bin leider immer noch im klausurstress-aber pünktlich zur nature habe ich den kopf wieder frei freue mich dass die party so ein erfolg war-letztes jahr war es für mich -nach der nature - auch das highlight. QUALITATIV HOCHWERTIGER TRANCE MUSS EINFACH UNTERSTÜZT WERDEN! Luminosity verkörpert dies für mich. Die Intuitionparties sind dagegen z.B. meiner Meinung nach nur mittelmaß.
CU @ Trance One...ups sorry.. NATURE ONE
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.::Aktuelle Favorites::.
Nitrous Oxide & Adam Nickey - Moon Dust
John O’Callaghan – Out Of Nowhere (Stoneface & Terminal Remix)
Adam Nickey - Callista (Stoneface & Terminal Mix)
Akesson - Flavour Park
Nv & Noy - Ibiza
Above & Beyond - Anjunabeach
Tommy Baynen - Blue Morning
Inpetto - The Milky Way
Kyau & Albert - Be there 4 you (Rafael Frost Remix)
Jul-09-2009 14:40
Simcut
Berlin Addict :)
Registered: Jun 2000
Location: Herts, England | UKGTA #1
I'm still so damn gutted I couldnt make this!
Jul-09-2009 14:56
Cosmique
Supreme tranceaddict
Registered: Dec 2003
Location: Berlin
wow jessy, ein wahnsinns review, das beim Lesen eine Gänsehaut zaubert
Ich sag da nur: Und demnächst schleppt ihr mich gefälligst wieder mit. Meine Arbeit ist nämlich weg!!! .
Aber ich warne vor: Nature geht nicht, da seile ich mich vermutlich gerade in Frankreich von irgendeinem Felsen ab...
Jul-09-2009 15:44
Hueppemann
olle Partysau
Registered: Oct 2007
Location: Köln
Danke Dir, Jessy, für dieses traumhafte Review. Erinnerungen an das letzte Jahr wurden in mir wieder erweckt, wo es auch unbeschreiblich familiär und emotional war, ein kleines Trance-Event mit unzähligen Superlativen.
In diesem Jahr haben Katia und ich den Besuch der Unighted in Paris vorgezogen. Durch Deinen Bericht habe ich jetzt das Gefühl, 2 Veranstaltungen erlebt und genossen zu haben. Alleine das Lesen war schon ein Event für sich.