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1. Diese Weltuntergangsdiskussion ist IMHO daneben.
2. Das Paul van Dyk ein besserer DJ ist, das erlaube ich mir, rein faktisch mal festzustellen (ohne rosarote PVD-Brille). Ich habe den André ein paar Mal gesehen und er mag ja ordentliche Tracklistings haben, aber in puncto Programming und Technik fehlt ihm dann doch noch was, um ein Großer zu sein.
3. Wenn ich mir ATB's Post ansehe, lese ich schon in den ersten Zeilen puren Neid und eine unterschweliige Beleidigung. Das ist IMHO in jedem Fall verwerflich.
4. Ob ATB das Ganze erfunden hat, Geschehenes etwas "aufgebauscht" hat oder ob es sich wirklich so zugetragen hat, steht im Moment für mich außer Diskussion, weil wir es nicht wirklich nachprüfen können. Fakt ist aber, dass die beiden offensichtliche Differenzen haben, die man nicht so austragen sollte.
5. Auch der beste DJ ist kein Messias, auch nicht unser Paule. Ich bin der festen Überzeugung, dass auch PvD seine Fehler macht (wie wir alle auch). Wer 24/7/365 quer durch die Welt tourt mit einem wirklich straffen Terminkalender und oft lange Nachtschichten schiebt und tagelang nicht schläft, ist de facto manchmal einfach platt, ausgelaugt und richtig abgefuckt. Da kann dann auch schon mal der Flash der Fotokamera Auslöser für einen kleinen Ausraster sein. Wer von uns würde sich anmaßen, nie mal über die Strenge zu schlagen oder sich nie mal im Ton zu vergreifen? Streitereien dieser Art (wenn die Geschichte denn jetzt wahr sein sollte) gibt es im Showbiz immer wieder und sind oft simple Neid/Eifersucht/Geltungsbedürfnis-Kisten.
6. Ich erwarte von einem DJ nicht, dass er 101% seines Lebens perfekt verbringt. Ein DJ, der ständig durch Arroganz, Ausraster und sonstige - IMHO - "Ausfälle" auffällt, büßt bei mir kräftig Sympathien ein. (Bestes Beispiel: Tillmann Uhrmacher: "Verpiss Dich!" <--zu Fan mit Autogrammwunsch; Mittelfinger zu Fan mit Autogrammwunsch auf der Mayday und dutzende dieser Ausraster, von denen ich mindestens 5 selbst miterlebt habe). Wenn Paul, Tijs oder andere "Größen" sich "mal" daneben benehmen, dann verurteile ich sie noch lange nicht pauschal. Gerade Paul van Dyk hat - IMHO natürlich - desöfteren Charakter und eine differenzierte Sichtweise zu vielen zentralen Themen, die mir persönlich sehr imponiert.
7. Politische Statements wie Paul sie immer wieder durch Wort und Tat erbringt, sind - wieder IMHO - sein gutes Recht als Person des öffentlichen Lebens. Dazu gehört desöfteren Mut und Überzeugung ("no War" - T-Shirts im Roxy trägt man sicher nicht aus Spaß). Wenn er damit manchmal aneckt, ist das quasi vorprogrammiert. Wie hier jetzt schon öfter von seinen Boykotts in Österreich und Israel zu lesen war, fehlt mir aber doch irgendwo der eigentliche Kontext. Hier wird es immer so hingestellt, als schere PvD alle Österreicher über einen Kamm. Wenn man sich aber mal seine Statements dazu anguckt, geht es ihm aber über ganz andere Sachen. Ich habe dazu noch ein etwas älteres Interview in der Raveline (zusammen mit Westbam), wo er erklärt, warum er und Westbam eine zeitlang nicht in Österreich spielen wollten. Der wesentliche Punkt war nämlich, dass sowohl in seinem eigenen als auch in Westbam's Stab ein sehr großer Anteil an homosexuellem Personal war. Die österreichische Regierung zu diesem Zeitpunkt (mit dem bekannten Rechtsextremisten Jörg Haider) stellte durch ihre rechte Politik wichtige Grundsäulen einer Demokratie in Frage, wie z.B. Freiheit der Persönlichkeit, Toleranz (auch gegenüber Homosexuellen). Als Zeichen des Protestes gegen die Regierung und auf den ausdrücklichen Wunsch der homosexuellen Mitarbeiter hin, haben sich Paul und Max dann schließlich auf diesen Boykott geeinigt, der von vielen weiteren Szenegrößen nur begrüßt wurde. Gerade die elektronische Musikszene ("Technoszene" allgemeinhin) steht doch im Wesentlichen für Toleranz und ein Gemeinschaftsgefühl, das niemanden ausgrenzt und von daher wollte man in einem Land, das mit seiner Politik diesem entgegenstrebt, durch Boykott ein Zeichen des Protests senden.
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