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PvD Interview von tranceUNITED
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Tommy-Pi
Mache mal c/p

quote:

tranceUNITED:
Danke für Deine wenig Zeit die Du hast, und daß du dieses Interview mit uns machst, denn Creamfields steht ja an. Hast du dort eine Chance deine Kollegen zu treffen, und wie vergleicht man so ein Event mit z. B. der Nature One in Deutschland?

Paul van Dyk:
Natürlich habe ich die Möglichkeit meine Kollegen zu treffen. Das ist ja auch das Tolle an so einem Event. Jemand wie Nick Warren zum Beispiel treffe ich in der Regel ja nur auf Festivals oder wenn wir ihn selber einladen zu unseren Veranstaltungen. Das ist dann auch immer super, weil ich ja natürlich auch mit vielen der Leute sehr eng befreundet bin und da sieht man sich dann halt, ist natürlich eine super Sache.
Ansonsten muß man eigentlich sagen, hatten die englischen Festivals den deutschen lange Zeit sehr viel voraus. Das hat sich allerdings nach meiner Erfahrung in den letzten 2 Jahren schon verändert. Man muß einfach sagen, daß Nature One und Mayday, was jetzt zwar ein Indoor Festival ist, mittlerweile sehr viel professioneller gemacht sind als die englischen Veranstaltungen, besonders was die Produktion der Veranstaltung angeht.
Also wenn ich mich nur an den Bühnenaufbau von God´s Kitchen von Global Gathering vor 3 Wochen erinnere , das war geradezu gefährlich. Die Festivals in England sind natürlich schon toll, die Leute gehen da auch genauso mit , denn die Festivals kommen ja traditionell aus England. Aber man muß schon sagen, daß sie im technischen Bereich, wo ich als DJ arbeite, schon ein bißchen zu wünschen übrig lassen. Also ich kann mich an eine Sache erinnern. Das war ein Gatecrasher Festival vor anderthalb Jahren, wo Tiesto irgendwann so wütend geworden ist, dass er den Plattenspieler am Plattenarm genommen hat und ihn abgerissen hat. Also wie gesagt, da muß man schon sagen, alle Achtung, da haben die deutschen Veranstalter eine ganze Menge gelernt und sind da auch auf einem sehr guten Weg.

tranceUNITED:
Zur Zeit gibt es ja leider nicht mehr so viele große Festivals in Deutschland wie früher mal.

Paul van Dyk:
Sagen wir mal so, was heißt große Festivals? Ich finde z. B. wir haben in Berlin so was wie die Sommer Safari, das ist schon ein Festival. Aber das ist ein Festival, da gibt es ein Line up was eben speziell auf Berlin und Umland zugeschnitten ist. Dann kommen dann so 6000 bis 7000 Leute und das ist super. Insofern gibt’s da dann schon eine ganze Menge, also außer Nature One. Gut, die Liberty One ist ein bisschen eingegangen dieses Jahr, aber es gibt viele andere: das Vollton-Festival, es gibt die Dahnertalsperre, es gibt Melt, es gibt ja ganz ganz viele Festivals, die ja auch statt finden.

tranceUNITED:
Du bist gerade aus Athen zurückgekommen, wo du aufgelegt hast. Wie war die Atmosphäre da? Was für Eindrücke konntest du mitnehmen?

Paul van Dyk:
Athen war grandios, es war schon auch einer der besten Gigs in diesem Jahr. Zum einen, weil natürlich sowieso die Griechen gerade sehr euphorisch sind. Sie haben durch die Europameisterschaft den Leuten gezeigt „es gibt uns“. Keiner hat mit denen gerechnet und dann haben sie trotz aller Unkenrufe es auch geschafft, daß Olympia funktioniert hat und da sind sie sowieso gerade sehr euphorisch und sehr feierfreudig. Was aber auch noch ganz toll war, war, daß natürlich viele der Wettbewerber, z. B. grade die Schwimmer, die ja eigentlich schon lange fertig waren, jetzt zwei Wochen bis zur Abschlussfeier warten mußten. Da war z.B. dieser Ian Thorpe, der kam dann vorbei und sagte „Hey, I saw you in Sydney“, das war ein sehr sehr tolles Event, hat richtig Spaß gemacht.

tranceUNITED:
Dieses Interview ist für tranceunited.com, eine Seite aus Frankfurt für elektronische Musik. Was sind deine Erinnerungen an Frankfurt? Du hast ja schon im U60-Club, sowie im Dorian Gray aufgelegt, aber es fing doch schon viel früher bei den Omen-Parties mit Sven Väth und Kid Paul an?

Paul van Dyk:
Ich hab sehr gute Erinnerungen an Frankfurt. Es gab ja zu Anfang der 90er so ein bißchen einen politischen Clinch Berlin vs. Frankfurt. Ich weiß bis heute nicht, wo der her kam. Damals hab ich ja noch ganz am Anfang viel mit Kid Paul zusammen aufgelegt, bei den Submission Partys. Wie gesagt, bei uns gabs dieses Politische nicht, für uns gings um die Musik. Wir sind da einmal im Monat ins Omen gefahren und haben gespielt, was wir geil fanden und das haben auch die Frankfurter sehr respektiert. Danach kamen viele Sachen, der XS-Club zum Beispiel, klein und gemütlich, immer mittwochs, war eine super Sache. Wie gesagt, Frankfurt gehört, was elektronische Musik betrifft, natürlich auch zu den wichtigen Metropolen in Europa, da kam natürlich auch ganz viel her.

tranceUNITED:
Wi bist Du DJ und Produzent geworden?

Paul van Dyk:
So richtig wollte ich das ja gar nicht. Dadurch, daß ich im Osten groß geworden bin, konnte ich ja nie in die ganzen Clubs gehen. Dann war das halt einfach so, ich hab eben schon sehr viel über elektronische Musik gewußt, weil wir in Berlin mit ein, zwei Radiostationen sehr gut bestückt waren, die auch spannende Musik gespielt haben. Und dann war die Mauer weg und ich bin in die ganzen Clubs gerannt. Ich fand es sehr ernüchternd, denn es war nicht so toll, wie ich mir das in meinen kühnsten Träumen erhofft hatte. Die Musik war auch sehr langweilig. Und ich wusste, da gibt es eben so viele andere Sachen und dann hab ich angefangen, Tapes für Freunde und für mich zu machen, so fürs Auto. Einer meiner Freunde hat dann kurz nachdem der Tresor in Berlin aufgemacht hatte, er kannte auch die Türsteher, dann irgendwann mal ein Tape von mir abgegeben, weil er mitbekommen hat, daß sie musikalisch ein bisschen mehr machen wollten. So hatte ich meinen ersten Auftritt. Als ich dann aufgelegt habe merkte ich natürlich wie toll das ist.
Mit dem Produzieren war das so, daß dadurch, daß ich so was wirklich völlig anderes aufgelegt habe als die anderen in Berlin, die ganzen Magazine auf mich aufmerksam geworden sind. Die haben gesagt „Da ist doch dieser neue Junge aus dem Osten, der macht so und so“. Sie wollten auch viele Interviews machen und einer der Freelance-Journalisten, die mich interviewt haben, war Cosmic Baby. Wir haben uns auf Anhieb super verstanden und haben angefangen, weil er so ein kleines Setup zu Hause hatte, auch mal Musik zu machen. Ich hatte eine sehr klare Vorstellung, wie das sein soll, was ich möchte. In der Sekunde, wo ich dann quasi meinen Pianoriff auf der „Visions Of Shiva“ hatte, wußte ich, daß ich jetzt auch lernen wollte wie das geht. Das war für mich das, was ich machen wollte.

tranceUNITED:
Du bist sehr oft in USA auf Tour. Wie gefällt es dir da? Was machst du da so am Tag? Kannst du was von den Städten sehen? Wie findest du meine Heimatstadt Boston, da legst du ja manchmal auf im Avalon oder Axis.

Paul van Dyk:
Ich bin seit 1994 regelmäßig in den Staaten gewesen, hab natürlich auch zu New York eine sehr enge Beziehung, weil ich damals immer einer der Stammgäste bei Disco 2000 war. Immer mittwochs im Lionhide, mit Michael Alec und Keoki. Das war glaub ich das größte Ding nach Studio 54 was es so gab Anfang der 90er, und da war ich dann schon dabei. Dann war ich in Läden wie im Paladium und sonst was, als das mit dem Twilo dann schon los ging, da war ich mit dabei. Also ich hab dann schon eine relativ enge Beziehung, habe da Freunde und war da immer mit dabei. Es gab da z. B. ein paar von meinen englischen Kollegen, die dann irgendwann mal Ende der 90er meinten, wir Europäer zeigen jetzt mal den Amerikanern wie Trance so funktioniert. Da hab ich immer gesagt, dass es das Großkotzigste sei, das es gibt. Ich war 1994 in Clubs, die gab es schon 5 Jahre, die haben spannende und interessante Musik gespielt. Die brauchen keine Europäer, um die zu beglücken, wenn überhaupt sind wir Teil dessen. Und ich bin dann immer froh, daß ich meine musikalische Idee mit in die Entwicklung des amerikanischen Trance, House, wie auch immer, mit einbringen konnte und ich hab eigentlich in der Regel immer überall Spaß. Boston wiederum ist das so ein Ding, zum Einen ein bisschen was persönliches, ich kenn John Debo schon sehr lange, der ja maßgeblich am Axis und Avalon mitgemacht hat. Wir sind gute Freunde und natürlich hat man da sowieso immer einen persönlichen Bezug. Boston ist auch eine geile Stadt, sie ist jung, frisch, da passiert ganz viel. Ich glaube durch den regelmäßigen Austausch, dadurch, daß immer wieder neue Studenten kommen, bleibt die Stadt auch vital, das vibriert förmlich immer. Es macht immer super Spaß.

tranceUNITED:
Du bist ja jedes Wochenende unterwegs. Ich kann mir gut vorstellen, daß das mega anstrengend ist. Wie schaffst du das?

Paul van Dyk:
Es ist natürlich schon sehr viel Arbeit, wenn man es nur von einer Seite betrachtet. Da das, was ich mache, sich für mich allerdings nicht wie Arbeit anfühlt, sondern super viel Spaß macht und es mich erfüllt, gewöhnt man sich auch irgendwie daran viel unterwegs zu sein. Auf der anderen Seite, wenn man was so viel macht wie ich das Auflegen, und es nicht mag, dann wird es ganz schnell zur Belastung. Wenn man es aber so liebt wie ich das tue, dann macht das einfach Spaß und dann gibt das einem auch was. Wenn ich am Plattenspieler bin, bin ich total wach und bin da voll bei der Sache.

tranceUNITED:
Du legst am 3 September in Sven Väth´s neuem Club auf. Mit welchen Erwartungen gehst du dahin?

Paul van Dyk:
Ich geh davon aus, daß es ein geiler Club ist. Ich kenne die Jungs die die Anlage gemacht haben, das Sound System von Steve Dash, den ich persönlich aus New York sehr gut kenne. Ich denke mal, daß es soundtechnisch ziemlich geil ist, ansonsten hab ich natürlich auch viele tolle Sachen vom Design des Clubs gehört. Ich habe allerdings auch schon gehört, daß es das ein oder andere Problem mit den Besucherzahlen gibt, da das Konzept noch nicht so ausgewogen ist, wann was statt findet. Aber ich denke, daß das alles kommt und ich finds eine tolle Sache, daß jemand so viel Geld ausgibt um einen vernünftigen Tanztempel in Deutschland zu installieren. Auf der anderen Seite muß man jetzt auch zusehen, daß das Konzept für jeden einzelnen Tag auch mit konkreten Besucherzahlen beglückt wird.

tranceUNITED:
Talla 2XLC hat zudem bald wieder seinen alten Technoclub am Start und zwar im Café Royal. Werden wir dich dann öfters in Frankfurt sehen können? Du hast ja ein freundliches Verhältnis zu Talla.

Paul van Dyk:
Dem steht überhaupt gar nichts entgegen. Wir haben natürlich zum einen, dadurch daß wir im Vergleich zu vielen der Kollegen unsere Sachen auch weltweit veröffentlichen, uns sehr global angelegt. Wir müssen das dann natürlich immer alles unter einen Hut kriegen, und das ist dann eben nicht nur Frankfurt und Berlin, sondern dann kommen auch viele andere Orte dazu, die wir versuchen entsprechend zu bestücken und da zu sein.
Frankfurt ist eine geile Stadt, war schon immer richtig auf dem Plan, was elektronische Musik betrifft und wenn ich da jetzt mal in einem Jahr nicht so häufig war, dann hat das keine persönlichen Affinitäten oder so. Es hat in den letzten 2 Jahren allerdings ein bißchen an der Location gehapert. Das U60 ist zwar ein cooler Club für eine bestimmte Form von Musik und auch für eine bestimmte Klientel, die jetzt, muß ich sagen, vielleicht nicht so unbedingt meine Zuhörer sind. Ich mag allerdings auch lieber größere Decken und daher ist das nicht ganz so toll. Wir hatten ja versucht eine Location zu finden in Frankfurt, wo alles stimmen würde. Jede Location hat so ihren eigenen Vibe, so wie der U60-Club der eher mehr schranzig ist und dann gibt es Locations, die mehr zu meiner Musik passen. Ich denk, wenn der Talla was neues macht, daß es eine tolle Location ist, aber ich geh auch davon aus, daß der Cocoon Club unglaublich ist, und vielleicht bin ich dann ja viel öfters da als wir hier alle denken.

tranceUNITED:
Du hast dich ja sehr für „Rock The Vote“ engagiert. Gab es dafür einen bestimmten Grund? Es hat ja überwiegend mit der amerikanischen Politik zu tun.

Paul van Dyk:
Das muß man ein wenig balancieren. Das hat nicht nur mit amerikanischer Politik zu tun, sondern auch ganz viel mit Demokratie. Gerade im Zusammenhang mit „Rock The Vote“ vermeide ich ganz klar zu sagen wen ich wählen würde, weil ich es nicht angemessen finde als deutscher Staatsbürger zu sagen wen sie wählen sollen. Aber was ich schon sagen kann und was völlig korrekt ist, wenn die Amerikaner die Polizei der Welt sein wollen, können wir als Europäer schon verlangen, daß so viele Leute wie möglich ihre demokratischen Rechte und Pflichten wahrnehmen und den richtigen Polizeichef wählen. Daher denke ich ist es klar, warum ich mich da engagiere. Ich hoffe schon, daß da ein politischer Richtungswechsel passiert, weil wie mit dem "War On Terrorism" zum Beispiel umgegangen worden ist, hat die ganze Welt nur gefährlicher gemacht. Die Frage ist, gehen wir das alles mit Mitteln wie humanitärer Hilfe und Bildung an oder versuchen wir Leuten zu helfen und zu sagen, daß es nur gemeinsam geht auf diesem Planeten oder man sagt „wem immer es nicht paßt, okay dann schicken wir unsere Soldaten hin und machen die platt“. Das sind die zwei Richtungen. Und man darf nicht vergessen, daß das, was die heute entscheiden, uns noch in 20 Jahren beschäftigt. Daß wir heute einen Bin Laden haben ist der Fehler der Reagan-Administration und so kann man das immer schön zurück verfolgen, wer die Fehler gemacht hat.

tranceUNITED:
Dein Album „Reflections“ ist schon eine Weile auf dem Markt mit vielen spannenden Stücken. Was hat dich allgemein zu diesen Tracks inspiriert?

Paul van Dyk:
Eigentlich alles, was ich so in den letzen paar Jahren erlebt hab'.

tranceUNITED:
Mein Lieblingstrack ist „Nobody Forget“. Ich stehe auf diese Ambientart der Tracks. Werden wir in Zukunft mehr Tracks dieser Art hören, wie „Nobody Forget“ oder damals „Vega“?

Paul van Dyk:
Ja das ist möglich. Ich gehe ja nicht ins Studio und sage, ich mache das oder das. Es gibt so zwei Grundsätze, wie ich vorgehe. Entweder hab ich ein spezielles Thema, woran ich schreiben will, wie bei „Time Of Our Lives“ oder „Like A Friend“ wo Lyrics eine ganz wichtige Rolle spielen, dann ist die Musik auch so, daß es dem Topic gerecht ist.
Man kann ja nicht ein Stück machen wo man ein ernstes Thema angehen will und die Musik ist dann Happy Hardcore, das geht ja auch nicht.
Der andere Weg den ich gehe ist, daß ich eine bestimmte Atmosphäre in meinem Kopf habe, die ich dann einfach musikalisch umsetze. Bei „Never Forget“ war es so, daß ich, als ich das erste mal „Schindlers Liste“ gelesen hab so aufgewühlt war, daß ich ins Studio ging und anfing Musik zu machen. Und hab dann auch am nächsten Morgen nicht wieder in diese tief traurige Stimmung zurück gefunden. Deshalb lag dieser Song und ist ganz lange nicht gewachsen. Bis er dann irgendwann fertig war, waren 3 oder 4 Jahre vergangen. Man muß ja auch so eine Stimmung aufgreifen um sie umsetzen zu können.

tranceUNITED:
Vor vielen Jahren hattest du mal in einem Interview bei WBCN Boston gesagt, du würdest gerne mal was mit Chicane machen, aber es fehlte immer an der Zeit. Kommt da vielleicht noch mal was?

Paul van Dyk:
Ja da gibt es viele. Chicane war sicherlich nur ein Beispiel. Genau so gern - und das planen wir auch - würde ich gerne was mit Nick Warren (Way out west) machen, sowie mit BT, wenn ich mal Zeit habe. Es gibt ganz viele Leute, es ist nur ein Timing Problem, aber ich denke über kurz oder lang wird sich das alles regeln lassen und wir werden schon irgendwas machen. Das mit Chicane weiß ich nicht, weil ich gar nicht weiß, was die jetzt machen. Seit sie sich von Alex Gold und X-Travaganza verabschiedet haben ist da auch nicht mehr so viel Tolles gekommen.

tranceUNITED:
„Wir Sind wir“ ist eine Zusammenarbeit mit Heppner und erzielte Platz 16 der Charts. Der Song ist klasse und die ganze Idee einzigartig. Wie bist du auf die Idee gekommen und wie war die Zusammenarbeit mit Peter Heppner?

Paul van Dyk:
Die Produktionsfirma, die „Das Wunder Von Bern“ für das ZDF gemacht hat, ist an mich rangeterten, weil sie wollten, daß ich ein Stück Musik mache. Das ist ja schon eine Thematik und ein Stück Musik zu machen ohne textliche Aussage wird dem Thema nicht gerecht. Da ich Peter Heppner und seine Arbeit sehr schätze, sagte ich, wenn ich das mache, ruf ich ihn an und frag, ob er es mit mir zusammen machen will. Wir haben uns in Hamburg getroffen und haben uns die Dokumentation angeschaut, um zu sehen, was wir da machen können. Wir waren da sehr berührt und gerührt, nicht von dem Fußballerischen, sondern von dem Gefühl und dem gesellschaftlichen Moment, welches es damals ausgelöst hat.
Da wussten wir, daß wir es machen. Ich hatte auch relativ schnell die Musik fertig, die auch der Stimmung angepaßt war. Das mit dem Text hat ein wenig länger gedauert, weil die Thematik sehr vorsichtig angefasst werden mußte. In Deutschland gibt es ja die Problematik der Geschichte, die man sensibel anfassen muß. Peter hat den Text geschrieben und man konnte sehen, daß er sich über jedes Wort sowie die Position jedes einzelnen Wortes Gedanken gemacht hat . Leider gab es Journalisten, die versucht haben, irgendein "Gedankengut" rein zu interpretieren.

tranceUNITED:
Das Video zu „Wir Sind wir“ ist schon was besonderres und für mich eines der besten Videos, das ich seit langem gesehen habe. Von wem kam die Idee? Wie wurde das gefilmt? Das sah alles so echt aus, als ob Heppner damals dabei war.

Paul van Dyk:
Natürlich bietet sich die Idee schon selbst an.
Peter, der Regisseur, und ich hatten eine ähnliche Idee wie wir das machen wollten.
Das Video wurde in einem alten Abrissgelände von einer Zementfabrik in Rüdersdorf bei Berlin gedreht. Dieses Video, genau wie der Song, maßen sich nicht an vollständig zu sein. Wir haben wichtige Bilder der Nachkriegsgeschichte genommen, ob es der Mauersprung war, die Wiedervereinigung oder die Zeit dazwischen. Wir haben quasi Bilder genommen die aussagekräftig waren, die auch eine Stimmung tragen. Wir haben im Original ausgewählt und recherchiert wo der Kameramann denn gestanden hatte, um diesen Gegenschuß zu machen. Und dann haben wir genau diese Situation nachgebaut und mit altem Filmmaterial gedreht. Dann diese Gegenshots, die es ja eigentlich nicht gibt, quasi gefilmt, wo man dann sieht, wie der Kameramann (Heppner) das Originalbild gedreht hätte. Was auch noch sehr spannend war, war, daß alles sehr authentisch war. Das waren keine gefakte 50er Jahre Anzüge, sondern es waren originale Anzüge aus den 50er Jahren. Oder wie bekloppt meine Frisur im Video aussieht - so sehe ich ja gar nicht aus. Da waren Leute dabei, die sich auch kultur-historisch mit Klamotten auskennen und sagten, daß sie so damals wirklich aussahen. Es war alles im Ganzen ein toller Videodreh...

tranceUNITED:
Wie sieht die Zukunft für 2004 aus? Arbeitest du schon an einem neuen Album und Remixen? Kommt vielleicht noch ein Track von „Reflections“? Vielleicht ein Jan Johnston Track?

Paul van Dyk:
Nein, das glaube ich nicht, daß da noch eine Single von „Reflections“ kommen wird. Ich bin gerade mit dem Studio umgezogen und konnte die letzten zwei Monate gar keine Möglichkeit finden, Musik zu machen. Das mit dem Studio ist demnächst irgendwann fertig. Ich arbeite gerade an einer interessanten Geschichte und nächstes Jahr gibt es das Deutsch-Japanische Jahr, wo halt die Kultur und Gesellschaft in Japan modern präsentiert wird.
Wenn man einen Japaner fragt, was wir Deutschen so machen, dann antworteten sie, daß wir entweder überdimensional viel Bier trinken oder alle mit bayerischen Lederhosen rum laufen, das stimmt ja nicht ganz. Und um das irgendwie zu repräsentieren, hat das Auswärtige Amt veranlasst, daß so eine Art Imagefilm gedreht wird, wo nicht nur viele bekannte deutsche Bürger, sondern auch normale Leute gefragt werden, was für sie Deutschland ist und was es für sie bedeutet. Dazu gibt es auch Musik und die werde ich mache.
Dies ist wieder eine sehr spannende Sache, bei der es mehr um das Idealistische geht, wo ich es einfach toll finde, daß ich dabei bin und unsere Miteuropäer zu präsentieren, wenn man so will, um das Wort Deutschland zu vermeiden...
Ich plane auch eine „Politics Of Dancing 2“, was so Ende Februar/Anfang März 2005 kommen soll. Demnächst gibt es noch einen Remix für die „Summerdream“, was ich halbwegs fertig habe, ich muß es nur noch richtig im Studio abmischen. In meinen Sets spiele ich es ja schon. Bald wird es auch noch einen Remix für „Freefall“ von Nu NRG geben.
Das sind so die Sachen, die anstehen, ansonsten habe ich natürlich einen Hund, ab morgen sogar zwei, die ja auch meine Zeit in Anspruch nehmen, nicht zu vergessen eine super Frau, mit der ich ja auch so viel Zeit wie möglich verbringen möchte.

tranceUNITED:
Du hast ja schon mit sehr vielen Künstlern zusammengearbeitet. Wer fehlt Dir da noch?

Paul van Dyk:
Da gibt es viele, aber ich hoffe mal, was mit Nick Warren von Way Out West oder wieder mal was mit BT zu machen.

tranceUNITED:
Du machst ja sehr oft deine PVD-Reworks. Schön zu hören, aber nicht schön, daß man es nicht kaufen kann. Ist es nicht viel Aufwand, neben allem was du machst, auch noch diese Reworks zu machen, wo du im Endeffekt ja nicht richtig davon profitieren kannst?

Paul van Dyk:
Wenn man von Profit spricht, hab ich nichts davon. Ich weiß, es ist immer schwer nachzuvollziehen und viele denken, der hat sie nicht mehr alle oder er erzählt das nur, aber die Sache ist, ich bin einfach ein totaler Freak, wenn es um elektronische Musik geht.
Nichts nervt mich mehr, als wenn da ein total geiler Track ist, aber total scheiße klingt und ich ihn dann deswegen nicht spielen kann. Also nehme ich dann die Elemente, die mir gefallen und wichtig sind, und mache einen Remix, den ich dann für mich spielen kann.
Für mich ist das genau so wichtig, wie es vielleicht für einen anderen DJ wichtig ist, eine Stunde länger im Plattenladen zu sein. Insofern profitiert nur mein DJ Set, weil ich dann einen Track spiele, der nach im Rework einfach besser klingt.
Und da gibt es einige Sachen, an denen ich gerade gearbeitet habe, wo ich richtig stolz drauf bin. Man könnte die sicherlich als Remixe veröffentlichen, aber eigentlich ist es nicht in meinem Interesse, weil ich relativ viele Stücke bearbeite. Dann würde man so 10-15 Remixe pro Monat von mir haben und das kann es ja auch nicht sein.
Ich habe auch in dem Moment den Anspruch, den Track künstlerisch zu verändern, weil ich ja so den Song geil finde, sonst hätte ich ihn ja erst gar nicht gemacht. Ich versuche den Track nur produktionstechnisch zu gestalten, so daß es eher mein Geschmack ist, als wie es vorher war.

tranceUNITED:
Vandit hat sich in den letzten Jahren zu einem der besten Labels in Deutschland entwickelt. Was ist dein Geheimnis?

Paul van Dyk:
Es hat gar nichts mit Geheimnis zu tun! Die Philosophie dahinter ist, daß wir einfach Musik veröffentlichen, die wir selber geil finden. Und weil wir sie selber geil finden, können wir das natürlich auch rüber bringen und den Leuten vermitteln. Wir finden halt einen Chris-Liebing-Remix genauso passend wie einen Modulation-Remix, was musikalisch vielleicht ein Stück weit auseinander liegt, was aber trotz allem auch einfach der Vandit Sound ist.
Man kann das halt nicht nur auf eine Sache festschreiben, sondern es geht eben vom knüppeligen Chris Liebing Techno bis hin zu Italo House.

tranceUNITED:
Ich denke mal, du bekommst eine riesige Auswahl von Demos. Ist es nicht manchmal schwer, zu entscheiden, wer und was auf Vandit erscheint?

Paul van Dyk:
Die Problematik ist die, daß wir mehr gutes zugeschickt bekommen als wir veröffentlichen können. Wir sind jetzt ja auch keine riesengroße Firma oder so, und wir wollen uns ja natürlich auch um die Musik und um die entsprechenden Künstler kümmern können.
Das andere ist, daß ich, glaube ich zumindest, mittlerweile schon erkennen kann, wer da Potential hat, das über einen Glücksgriff bei den Songs hinaus geht. Wie viele Leute haben wir schon in den letzten 15 Jahren erlebt, wo die Leute gesagt haben, daß sei der große neue Held unter den DJs und er nur noch tolle Sachen machen wird... leider Gottes gabs dann nach dieser einen Platte nur noch Scheiße. Es gibt super viele Talente, wir hören uns halt ganz viel Musik an und das, was wir toll finden, veröffentlichen wir dann - vorausgesetzt, wir haben die logistischen und zeitlichen Möglichkeiten.

tranceUNITED:
Du bist ja bekannt dafür, neue upcoming Künstler auf Vandit zu unterstützen. tranceUNITED-Member Matthew Adams machte ja schon auf sich aufmerksam. Wann und wer wird ihn unter Vertrag nehmen? Angeblich hast du ja seinen Remix für „Autumn“ in Boston gespielt.

Paul van Dyk:
Ja, das stimmt, daß ich seinen Remix für „Autumn“ in Boston gespielt habe. Ich kenne da nicht genug Material, was er noch so gemacht hat und möchte das auch nicht an einem Remix fest machen. Jemand, bei dem ich jetzt letztens gesagt habe „Wow“, und der auch jetzt zwei Remixe für uns macht, ist Marc van Linden. Der ist bisher auch noch nie so in Erscheinung getreten, daß ich gesagt habe „Geil“. Wir werden uns so in den nächsten 1 - 2 Wochen treffen. Dann werden wir uns mal unterhalten, was er so vorhat.

tranceUNITED:
Marc van Linden ist übrigens Mitglied bei uns. Wer noch?

Paul van Dyk:
Es gibt tolle viele Talente, auch aus Berlin, Dan Reeves z.B., der macht auch tolle Sachen. Das Problem ist halt einfach nur, daß ich niemanden signen und ihm mehr oder weniger suggerieren möchte, daß er jetzt alle Zeit der Welt von uns kriegt, die wir ihm widmen, um ihm zu helfen oder Sachen beizubringen und dann haben wir letztendlich doch nicht die Zeit dafür. Ich glaube, das ist dann wirklich unfair. Dann sag ich lieber „tut mir leid, ich find die Sachen toll, aber es geht halt nicht“.
Wir haben ja auch z.B. NU NRG zu uns geholt, als sie kein Schwein kannte, und ich kann dir sagen, daß es sehr viel Arbeit ist, und da fließt auch sehr viel Energie vom ganzen Team mit rein. Bei uns sitzen keine 100 Leute, die es dann mit vielen verschiedenen Setups machen können. Das gestaltet sich bei uns halt auch so ein bißchen als Familienunternehmen. Ich finds schlimm, jemanden zu signen und dann den Versprechungen nicht gerecht zu werden. Deshalb mach ich es dann lieber erst gar nicht.

tranceUNITED:
Da gab es übrigens auch mal einen berühmten Football-Trainer in den USA für die Denver Broncos, der auch Dan Reeves hieß.

Paul van Dyk:
Vielleicht hat er da seinen Künstlernamen her, wer weiß?

tranceUNITED:
Zur Zeit leidet die Tranceszene in Deutschland ein wenig, ist nicht so gewachsen wie in Holland oder UK. Warum ist das Deiner Meinung nach so, und was muß gemacht werden, damit es wieder aufwärts geht?

Paul van Dyk:
Ich muss ganz ehrlich sagen, daß ich glaube, daß man gar nicht so richtig realisiert, was woanders statt findet. Natürlich ist es so, ich nenne es mal die Holland Force, daß ich immer wieder erstaunt bin, wie die es schaffen, fast jedes Wochenende Raves zu haben, wo 50000 – 60000 Leute sind. Allerdings, wenn du dann öfter mal in Holland bist, dann weißt du auch warum. Das Problem ist, da gibt’s halt keine normalen Diskotheken. Das heißt, wenn die normale Sekretärin oder Friseuse mit ihrem Freund ausgeht, dann geht sie zu so einem Rave, hört sich da zwei Stunden lang Zeug an, was sie noch nie in ihrem Leben gehört hat und geht dann wieder. Auf der anderen Seite kommt dann eben auch noch dazu, daß Holland ein kleines Land ist und immer seine Protagonisten unterstützt. Die sind da alle am Start.
In Deutschland ist das ein Stück weit anders, da ist es ja schon eher so, daß man, wenn man berühmt ist, eher ein Problem hat. Da wird dann natürlich auch viel intern kaputt gemacht im Vorfeld, um das gar nicht größer werden zu lassen, hab ich manchmal den Eindruck. Auf der anderen Seite kommen so viele geile Sachen aus Deutschland, daß ich nicht glaube, daß wir uns, was den musikalischen Output angeht, verstecken müssen. Zudem gibt es ja auch so viele tolle Veranstaltungen. Ich glaube nicht, daß es in UK oder Holland wesentlich besser oder weiter ist.
Elektronische Musik ist schon global auf dem Weg nach vorn. Das ist ja auch das, warum es keine Auswirkung auf elektronische Musik in der Form hat,wenn es auch irgendwann lokal stagniert, weil ein Club in irgendeiner Stadt, egal wo in Europa, zu macht.

tranceUNITED:
Was sind Dein 3 Lieblings Tracks 2004?

Paul van Dyk:
Was ich ganz geil fand, war von THE FREAK -„Rising Angel“ und „Cosmic String“ von MARCOS, da sind so viele Sachen. Einer der Songs, die ich für mich selbst wieder entdeckt habe, und den ich absolut liebe, ist „Mind Circus“ von WAY OUT WEST, kann natürlich auch ein Track des Jahres sein, den man zwei Jahre zuvor vergessen hat und plötzlich taucht er wieder auf und ist ganz groß.

tranceUNITED:
Du hast ja letztes Jahr den Riesentrack „Rush“ (AALTO) zu Vandit genommen. Eine Zusammenarbeit mit Anjunabeats wäre doch genial, oder ein gemeinsames Producing?

Paul van Dyk:
Grundsätzlich steht dem auch nichts im Wege, es ist ja meistens so eine zeitliche Frage. Ich finde viele von den Sachen von Anjunabeats toll.

tranceUNITED:
Was benutzt du beim Produzieren? Eher Soft- oder Hardware?

Paul van Dyk:
Eine Mischung aus beidem.

tranceUNITED:
Es ist bekannt, daß du die Musik von Alanis Morrissette gut findest. Was hörst du außerdem gerne privat?

Paul van Dyk:
Jetzt gerade „Lincoln Park“!

tranceUNITED:
Du tendierst ja zum Auflegen mit Final Scratch. Legst du bald nur noch ohne Vinyl auf? Was sind die Vorteile des Final Scratch für dich?

Paul van Dyk:
Das mit dem Final Scrath haben viele noch nicht richtig verstanden.
Auf den Schallplatten ist so ein Timecode dran, so ein Piepston. Dieser Timecode wird zum Laptop geschickt und das Programm versteht den, der besagt, auf welcher Stelle die Platte sich befindet. Dann lädt man ein Stück Musik in einen virtuellen Cartslot, und so kann ich alles genau machen wie mit Scratchen, auch beschleunigen oder anhalten - genau wie mit einer Platte. Der Timecode auf dem Audio File sagt genau, wo die Platte gerade ist. Das heißt, ich muß alle diese technischen DJ Skills beherrschen wie jeder andere auch.
Meiner Meinung nach wird Final Scratch schwieriger, weil es so viele Möglichkeiten gibt. Da sag ich einfach mal, hat man mehr Chancen abzuen.
Also ich bin total begeistert von Final Scratch. Ich gehöre ja nicht zu denen, die mal eben ihr System umstellen. Ich finde die Möglichkeiten grandios und ich finde, es hat meinem Auflegen nicht geschadet, sondern viel mehr Möglichkeiten gebracht, musikalisch was zu machen, während ich auflege.

tranceUNITED:
Was ist deine persönliche Lieblingseigenproduktion?

Paul van Dyk:
Ich hab keine liebste Eigenproduktion. Die sind für mich alle gleich wichtig.

tranceUNITED:
Tiesto hat ja vor kurzem erst bei der Opening Cermony von den Olympischen Spielen in Athen aufgelegt. Wie wichtig ist das für die Weiterentwicklung von elektronischer Musik für die Zukunft?

Paul van Dyk:
Das Problem zu dieser Thematik ist, daß es hierbei egal ist was ich sage... Die eine Hälfte wird sagen, der Paul hat Recht und die andere Hälfte sagt, Paul ist nur neidisch, daß er nicht da war.
Als ich zuerst gehört habe, daß Tiesto da auflegt, war meine Reaktion „Oh Geil“, aber auf der anderen Seite gibt es eine eiserne DJ Regel, die sagt, daß ein DJ da auflegen soll, wo die Leute einen auch sehen wollen. Das muß letztendlich jeder für sich selbst entscheiden.
Ich muß ehrlich sein, ich glaub nicht, daß es so viel für elektronische Musik gebracht hat, weil man es ja effektiv kaum gehört hat. Das Problem dabei ist ja auch diese ganze Arroganz, die man antrifft bei der Thematik der elektronischen Musik und wie das Ganze behandelt worden ist. Bei der BBC z.B. haben die oft den Namen von Tiesto falsch gesagt oder Sachen wie „Oh our DJ is still going strong“ von sich gegeben - so Aussagen waren scheiße.
Dann ist es die Frage, ob man sich mit so was überhaupt einen Gefallen tut. Tiesto hat sich sicherlich selber als Namen einen Gefallen getan, aber ich glaube nicht, daß er sonderlich viel Spaß beim Auflegen hatte. Ich habe ja keine vorprogrammierten Sets, für mich ist die Interaktion mit den Leuten wichtig. Wenn ich mir vorstelle, daß ich irgendwo auflege, und da marschieren gerade alle Nationen rein und kein Schwein interessiert sich, was ich auflege, dann macht es auch keinen Spaß.
Wenn sie mich gefragt hätten, glaube ich nicht, daß ich es gemacht hätte.

tranceUNITED:
Du hattest gerade eine Sondersendung bei Fritz (Blue Moon), bei der aufgrund Deines Videos das Thema "Deutschland und Nationalstolz" war. Das war eine tolle Idee.
Wie siehst du die Zukunft in Deutschland in dieser Hinsicht? Wird sich da mal was ändern?

Paul van Dyk:
Lass mich das in zwei Teilen beantworten.
Ich muß sagen, daß der eine Journalist von der Berliner TAZ, der ziemlich viel losgetreten hat, sich leider als einer rausgestellt hat, der dem eigenen Anspruch nicht gerecht wird.
Wenn er Peter und mir vorwirft, wir hätten viel konkreter und spezifischer jeden Raum für Interpretation weglassen und uns noch konkreter mit der Thematik auseinander setzen müssen, dann hätte er genau mit derselben Verantwortung an den Text ran gehen müssen. Das, was er gemacht hat, das Ding total auseinander zu bauen, anders zusammen zu setzen und es dann zu interpretieren und uns was unterstellen zu wollen, dann so eine Aussage zu bringen. Er arbeitet zwar im Journalismus, von daher muß er ja zuspitzen und wird der Thematik nicht gerecht, daher muß ich sagen, ist es schade, daß wir so Journalisten haben und schade, daß wir keine haben, die dieser Verantwortung gerecht werden. Zum anderen muß ich sagen, daß mit einer Aussage einer 18jährigen Mädel überein stimme, die was sehr schönes gesagt hat. Das Problem der ganzen Thematik unserer Geschichte ist, daß wir uns dessen in Deutschland allen bewusst sind.
Ich glaube, die Leute, die das negieren und sagen, daß es nie statt gefunden hat, sind wirklich verschwindend gering und ich glaube, wir alle wissen, daß das nie wieder passieren darf.
Die Problematik ist aber, wenn du einem 10jährigen Kind in seinem ersten Geschichtsunterricht sagst, du bist Täter, du bist schuld, dann fragt es sich auch irgendwann „wie? Ich hab doch gar nichts gemacht!“.
Der andere Punkt dabei ist dann aber auch ein ganz wichtiger, das hat wiederum dieses Mädel gesagt – ein Problem ist, daß die immer jeweils vorige Generation der nachfolgenden Generation sagt, wie sie damit umzugehen hat. Ich glaube, es wäre viel wichtiger, daß man der entsprechenden Generation, die mit der Symptomatik zu leben hat, die Werte vermittelt, daß so was nie mehr passieren darf, Werte vermittelt, daß man tolerant, respektvoll und friedvoll miteinander umgehen muß. Dann entdeckt nämlich diese Generation diese Werte ganz alleine und da brauchen wir dann auch keine Angst zu haben, daß so was je wieder passiert.
Natürlich haben wir eine gemeinsame Schuld als Deutsche für das, was passiert ist. Ich glaube einfach, daß es wichtiger ist, daß wir das, was wir aus den Fehlern der Geschichte gelernt haben, weiter vermitteln an die nachfolgenden Generationen und dann kann so was auch nie wieder passieren.

tranceUNITED:
Wenn du die Wahl hättest, nur noch eine Platte aufzulegen, welche wäre es? Ein paar zur Auswahl: “Welcome to the dance“(Des Mitchel), “Into the night“ (4 Strings) oder „Synaesthesia“(Thrillseekers)?

Paul van Dyk:
Ich glaube, ich würde fragen, ob ich noch mehr Auswahl hätte. Das sind drei ganz geile Platten, keine Frage. Da gibt es ja auch noch andere tolle Musik. Also wenn ich nur eine spielen dürfte, dann „Synaesthesia“(Thrillseekers).

tranceUNITED:
Wie findest du eigentlich die neuen Remixe für „Synaesthesia 2004?

Paul van Dyk:
Ich finde die nicht so toll. Sorry, daß ich das so sage. Ich finde, der beste Mix ist der alte Originale „En Motion Mix“. Der Mix danach, den ich geil finde, ist mein Vandit Dub Mix, weil er dem Song so ein Housy Feeling gibt. Ich finde, das waren so die zwei Mixe, die alles mit der Thematik gemacht haben, was notwendig war. Das, was jetzt da ist, braucht keiner so richtig. Da kann man ja auch noch das tolle Original spielen.

tranceUNITED:
Paul, vielen Dank, daß du dir die Zeit genommen hast, diese Fragen zu beantwortet.
Wir freuen uns, dich am 3. September in Frankfurt zu sehen.

Paul van Dyk:
Und ich freue mich, da zu sein. Dann feiern wir schön.



Sehr interessantes Interview imo.
Lohnt sich, das zu lesen.

Er spricht u.a. über neue Produktioenen, Tiesto @ Olympics und auch der feine Herr Adams wird angesprochen :p :p
Floppy
sehr nett und auch paar recht interessante Sachen dabei!
thx Tommy :)
Tommy-Pi
Bedank dich bei tranceUNITED.com die haben das Interview gemacht ;) ;) ;)
XeCUTionER
ja, hatte das interview auch schon gelesen!
fands auch cool, wenn auch anstregend zu lesen, weil die antworten teilweise so lange sind :) :)
vandit_freak
dann muss der Matthes mal mehr Material schicken :)
Bloodflower
quote:
Originally posted by vandit_freak
dann muss der Matthes mal mehr Material schicken :)


glaub ich nicht ;)
ist mit sein leuten schon ganz gut versorgt :)
darkstar
öhmm....will mir des wer vorlesen?
McP68
Nettes Interview, danke!! :D

Zu der "Adams" stelle.. ich glaube Deek hatte doch schon paar was bei dennen eingeschickt oder??

Die hams bloss nie angehört.. bzw. hams einfach fallen gelassen?! :whip:

Aber die Sache mit Vandit is ja durch.
ShellSh0ck
quote:
Originally posted by McP68
Nettes Interview, danke!! :D

Zu der "Adams" stelle.. ich glaube Deek hatte doch schon paar was bei dennen eingeschickt oder??

Die hams bloss nie angehört.. bzw. hams einfach fallen gelassen?! :whip:

Aber die Sache mit Vandit is ja durch.


ja es gibt da so eine art auswahlverfahren, naja und die grösste hürde ist immernoch markus! :D :p
deek knows what i mean. :)

Ps: Paul soll sich nicht rausreden, ihm wurden schon genug CDs von Deek zugesteckt.
Mysterio
Sehr gutes Interview :) Danke schön!

Floppy
quote:
Natürlich ist es so, ich nenne es mal die Holland Force, daß ich immer wieder erstaunt bin, wie die es schaffen, fast jedes Wochenende Raves zu haben, wo 50000 – 60000 Leute sind.


höre grad ASOT und da is mir das auch wieder bei den Werbeblöcken aufgefallen.. die Holländer haben echt ein Event nach dem anderen.. :eyes:
DJ NGE
Ich muss gerade herzlich über "Lincoln Park" lachen :stongue: :stongue: :stongue: :stongue:
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