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Raveline - Interview's
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| Felicity |
Gedacht für: Alle die sich (leider) dieses großartige Heft nich zulegen können/wollen etc.
Markus Schulz - Miamis Superstar
H eute Helsinki, morgen Tel Aviv, übermorgen Amsterdam. Dann wieder zurück nach Miami und am nächsten Wochenende wieder nach London. Vor unzähligen Flugmeilen schnell noch einmal einen Zwischenstopp bei seiner deutschen Familie eingeplant. So sieht der Terminplan von Markus Schulz aus, der in den letzten Jahren die globale, progressive Bewegung prägte wie kein anderer.
Als wir den sympathischen deutschen Amerikaner am Frankfurter Flughaben begrüßen, haben wir Glück, dass unser Interview nicht ein Tag früher stattfindet. Denn da wäre hier dank des Besuches von Herrn Bush gar nichts mehr gegangen. Jetzt ist von diesem ganzen Trubel nichts mehr zu spüren. Auf Terminal Eins herrscht wie immer reges Treiben. Wir mischen uns unter die Reisenden und schnuppern von der internationalen Luft. Inmitten des Getümmels suchen wir das Gesicht des Mannes, der mit seiner Sendung "Global DJ Broadcast" überall in der Welt Aufmerksamkeit erregt. Als Treffpunkt vereinbaren wir ein imposantes Modell des neuen, 555 Passagiere fassenden Riesen-Jumbos A 380, der die Boeing 747 in Zukunft ablösen soll.
Nachdem wir mit einer ruhigen Sitzecke fernab aller Hektik ein geeignetes Plätzchen für unser Interview gefunden haben, erfahren wir, das es Neues au dem globalen Dorf des progressiv Trance zu hören gibt.
Für diesen Sommer kündigt Markus zunächst einmal sein erstes Künstler-Album an, auf das er das ganze letzte Jahr in endlos langen Studio-Sessions hingearbeitet hat. Außer dass es in gemixter Form vorliegen wird, verrät er, dass er darauf mit vielen Künstlern zusammengearbeitet hat, mit denen er schon immer zusammen arbeiten wollte. Inzwischen habe er 17 Tracks, von denen er sich eine engere Auswahl vorbehält. Mit dabei u.a. Produktionen von Vokalisten wie Jes von Motorcycle, Innerstate, Solid Globe und Anita Kelsey. Auch hat er sich mit dem schwedischen Produzenten Özgür Can und Homie Austin Leeds zusammen ins Studio gesetzt. Einige seiner neuen Lieder wird er darüber hinaus auf seiner Mix-Compilation "Miami05" featuren. Diese wird, wenn ihr diese Zeilen lest, auf Armada erschienen und gerade mal eine Woche jung sein. Während seine erste Compilation "Coldharbour Sessions 2004" für seine Zeit in London steht, wo sein Studio in der "Coldharbour Lane" zu finden war, spiegelt "Miami05" jenen Sound aus der Hauptstadt Floridas wieder, an dem er tatkräftig mitgewirkt hat.
Musikalische Selbstfindung auf Coldharbour
Der Deutsche, der mit 13 Jahren nach Amerika ging, weil seine Mutter einen Amerikaner heiratete, sollte seinen musikalischen Weg allerdings nich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten finden. Einmal beschrieb er seine anfänglichen Gehversuche als eine lange Reise, die ihn nicht immer straight nach vorne führte. Im Gegenteil:
"Als ich noch in Boston in Arizona lebte, fühlte ich mich extrem verloren. Ich glaubte noch nicht einmal, dass die Leute das verstanden, was ich versuchte zu machen."
Erst als er sich Ende der Neunziger auf eine musikalische Wanderschaft begab und in London landete, wusste er, wohin ihn der Weg führte. Tagein, tagaus, bis in die Nächte hinein studierte er hier in seinem "Coldharbour"-Studio die von ihm bevorzugte Musik. Er sagt, er habe sie sogar hier fühlen und weiterentwickeln gelernt. Dabei habe ihn jene Richtung zwischen Trance und House angesprochen - jene aufregende Tiefe progressiver Musik, die es früher noch nicht gab und heute so sehr von Melodien profitiert.
"Früher hat dich Trance immer direkt umgehauen - wie ein Schlag ins Gesicht", erklärt er. "Ich habe es aber immer schon ein bisschen deeper gemocht. Und da ich in dem Progressiven die Melodien vermisst habe, habe ich versucht, beides miteinander zu kombinieren."
So entwickelte sich sein unverkennbarer düsterer, melancholischer, aber doch zart besaiteter "Coldharbour"-Sound, der bis heute in seinen Produktionen und DJ-Sets einfließt und sich in seiner Heimat in Miami fortsetzt.
Meister Virtueller Tanzflächen
Nach seinem musikalischen Selbstfindungsprozess in London wäre er dann für die nächsten Schritte einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen. In Miami bot man ihm bei dem Radio-Sender 93.1 eine Sendung an. In einer bisher noch nie da gewesenen Kooperation zwischen einem lokalen Sender und verschiedenen Internetradio-Stationen verwandelte "Global DJ Broadcast" die Welt in einen einzigen virtuellen Floor, auf dem der aufstrebende Stern die heißesten Tunes der Woche und Sets internationaler Gast-DJs präsentierte. Mit dem überwältigenden Ruhm, der ihm demzufolge zuteil wurde, stieg plötzlich die Nachfrage, den Meister der virtuellen Tanzfläche einmal live und hautnah zu erleben. Bald standen so nicht nur Bookings in Amerika und Europa auf seinem Terminkalender, sonder auch in Asien und Australien.
Zwar müssen wir zur Zeit noch auf seine legendäre Sendung infolge der Umstrukturierung des lokalen Radiosenders 93.1 seit Mitte Februar verzichten. Da sich dem Global Player aber inzwischen eine Tür nach der anderen öffnet, werden seine Fans an den Rechnern in Zukunft diesbezüglich kaum zu kurz kommen. Man darf gespannt sein, denn der sonst eher bescheidene und zurückhaltende Mann gibt sich in diesem Fall geheimnisvoll.
"Vielleicht machen wir etwas ganz Großes?!",
antwortet er auf die Frage nach der Zukunft seiner Sendung und lächelt.
Von Geben Und Nehmen
Unter seinen zahlreichen Produktionen und Remixes auf namhaften, internationalen Labels ragen vor allem seine Releases auf Armada hervor. Dort erschien nicht nur seine erste Compilation "Coldharbour Sessions 2004", sondern auch auf Electronic Elements die Release-Serie "Coldharbour Sessions", auf denen Markus Tracks verschiedener Projekte vereint. Sein eigenes Label "Coldharbour Productions" rückt somit in greifbare Nähe. Das erste Release ist mit Keo für April angedacht. Während er seine langjährige Arbeit mit Armin van Buuren, dem Hauptverantwortlichen von Armada, als etwas Ungezwungenes beschreibt, das sich ohne künstlichen Druck und Eifer infolge gegenseitiger Interessen und Gemeinsamkeiten entwickelt habe, bewertet er die Bedeutung seines Labels wie folgt:
"Mit einem eigenen Label habe ich die Möglichkeit, das auszudrücken, was ich auf meinem Weg finde. Gleichzeitig ist es eine Plattform für die Künstler, die normalerweise keine Plattform für diese Art von Musik hätten. Für mich ist es daher eher eine Möglichkeit, zu geben als zu nehmen. Heutzutage verdient man mit einem solchen Label nicht sehr viel Geld."
Während er, wie er selbst ausführt, vor wenigen Jahren noch auf die Hilfe anderer angewiesen war, um seinen eigenen Weg zu finden, habe er also nun endlich die Gelegenheit, anderen Nachwuchstalenten Türen und Tore zu öffnen. Seine eigene Erfahrung lehrt ihn allerdings, dass manche Beziehungen einem vielleicht den Weg erleichtern, aber dass es letzten Endes immer noch auf Talent, Vision und vor allem die Bereitschaft zu harter Arbeit ankommt.
"Eine Gelegenheit ist nur eine Gelegenheit - man muss hart arbeiten, um eine Tür zu öffnen. Aber man muss doppelt so hart arbeiten, um durch die Tür zu gehen."
Was also ist seine Vision? Da er von sich und seiner Musik glaubt, noch längst nich an der Grenze aller Möglichkeiten angelangt zu sein, will er mit dem, was er gerade macht, einfach weitermachen. und irgendwann einmal?
"Irgendwann einmal, wenn ich nicht mehr in der ganzen Welt unterwegs bin, will ich einen Radiosender aufbauen, der nicht lokal sondern global denkt und all die verschiedenen Städte auf der Welt miteinander vereint. Denn Radio verfehlt heutzutage immer noch die globale Community. Die einzelnen Sender sind immer noch auf bestimmte Städte beschränkt, obwohl die Welt, das globale Dorf, immer kleiner wird." |
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| McP68 |
danke für das posten des interviews, hab die zeitung diesmal nicht.
Finde es eigentlich recht interessant. Hab so einiges üben den Typen noch nicht gewusst ;).
Markus Schulz vor paar Jahren noch garnicht so bekannt stimmt. Das erste was ich von ihm gehört habe war den Connected Remix. Das war glaub ich erst 2003. Also ist das nicht mal 2 Jahre her. |
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| AbovetheskY |
also thx 4 posting the interview feli! :) habe die raveline zwar, aber leider hatte ich noch immer nicht die zeit gefunden, sie auch wirklich aufmerksam durchzulesen. aber dank dir konnte ich das interview jetzt nebst leckerem cappu in aller ruhe geniessen! :D
finde es äusserst interessant was er darin erzählt, welche ziele er verfolgt und erreichen möchte!
die erfolgsgeschichte des herrn markus schulz hat noch längst nicht ihren höhepunkt erreicht, davon bin ich überzeugt!
freue mich auch sehr auf das demnächst erscheinende artistalbum.
allein die aufzählung, wer alles mit daran beteiligt sein wird, weckt mehr als nur neugierde!
wie ich finde, ein wirklich sehr informatives interview! :) |
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| King][Randy |
| Danke für das Interview welches an mir vermutlich vorbeigezogen wäre. Sehr interessant was MarkES zu erzählen hat, ich wusste gar nicht das er demnächst sein Artistalbum released:) Ich denke wir werden dieses Jahr und besonders in Zukunft noch sehr sehr viel von MarkES hören:eyespop: |
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| globalgirl |
| Thank you for this post. It is always very intresting to me to read interviews about Markus when he is on the road. Nicely written:) |
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| aTaK |
Klasse Idee mit dem Globalen Radio !!!
Markus rooooxxxxx !!! |
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| Felicity |
Nathan Fake
"I think i'd like to become more known for making non-dancefloor music."
Von Nathan Fake wissen wir nicht so richtig viel. Da erschien urplötzlich eine extrem dicke Nummer auf James Holdens Border Community Label, die es in alle populären Cases geschafft hat und allerorten hoch und runter gespielt wurde. Die Meisten dachten erst, dass Nathan Fake nur ein Projekt vom BC Labelchef ist, aber bald gab es das Gesicht, jede Menge Remixes und Veröffentlichungen auf einer vielzahl anderer Labels dazu, und es war klar: Da gibt es jemanden Neues, der mit seinem frischen Sound locker eine Brücke zwischen Progressive House und Electro schlägt, dem ein oder anderen Helden der Nacht den Rang abläuft, mit seinem 'boyish good look' sicher nicht nur die Frauenwelt beeindruckt und dazu noch irre witzig ist. Nathan ist 21 Jahre alt, kommt aus der deepsten und ländlichsten Gegend in Norfolk und heißt wirklich so. Kein Fake! Grund genug für uns, sich endlich mal mit diesem Herrn zu treffen und ihn ein bisschen auszufragen.
RL: Wo komst du her?
NF: Ich stamme ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Norfolk, das ist der ländliche Teil Englands. Vor drei Jahren bin ich in eine etwas größere Stadt namens Reading gezogen, um dort zu studieren. Jetz bin ich zwar fertig mit Studieren, werde denke ich aber trotzdem hier bleiben, weil es nicht weit bis London ist, meine Freundin hier lebt und ich hier viele meiner Freunde habe.
RL: War ist dort stylemäßig geboten, und was bedeutet Style für dich?
NF: Klamottentechnisch und so? Das ist mir nicht wirklich wichtig. Ich bin schon pingelig bei dem, was ich trage, es gibt aber keinen Style, den ich mir bewusst ausgesucht hätte. In meiner Stadt gibt es viele 'Emo Kids', du weißt schon, die Haare tief ins Gesicht, Nietengürtel und so. Da stehe ich nicht wirklich drauf. Und dann haben wir hier noch jede Menge von diesen Burberry-tragenden-Vollhelden - aber die gibt es denke ich überall.
RL: Haben dich dieses kleine Kaff und die Universitätsstadt Reading musikalisch inspiriert und geprägt?
NF: Ich denke nicht, dass mich der Ort oder die Stadt beeinflusst haben. Viel eher das Ausziehen von Zuhause, das Selbständigwerden und so. Wobei, wenn ich Zuhause in Norfolk bin, fühle ich mich entspannter, der Natur näher und mache dann auch eher entspanntere Msuik - Ambientmäßig. Reading bringt mich dazu, Techno zu produzieren.
RL: Ok, der Ort hat also dich einen gewissen Einfluss. Wie sieht es mit Menschen aus? Wer und wessen Musik hat dich geprägt und während deiner ganzen Zeit begleitet? Welche Musik gefällt dir?
NF: Für mich ist Musik gut, wenn sie etwas hat, was mich packt. Du liegst auf dem Sofa, hörst dir Musik an, und plötzlich ist da etwas, was dich aufstehen lässt, und du sagst 'ooh!'. Ich stehe auf alles, was abgedreht oder richtig schön ist. Z.B. auf Four Tet oder auf M83s erstes Album. Das ist mein absoluter Favorit, wenn es morgens ums Aufstehen geht. Milaneses Album '1up' ist auch großartig. Als ich noch jünger war, habe ich mir immer die Musik von Oribal und Aphex Twin angehört. Irgendwann wollte ich dann Sachen wie die machen. Ah, und Slam sind natürlich auch cool. Außerdem mag ich Bands wie Mogwai (schottische Gitarren-Band) sehr gerne. Ich stehe auf deren umhüllenden Sound. Derb und dreckig und doch irgendwie sehr klar. Es ist unglaublich, wie deren Akkorde mit ihren Melodien zusammen funktionieren. Dann mag ich noch sehr gerne die etwas minimaleren Sachen von Labraford und Brain Eno. Da gibt es eine Nummer von Brian Eno & Harold Budd, die kann ich mir nicht anhören, weil sie mich einfach zu traurig macht. In den vergangenen Jahren hatte natürlich James Holden großen Einfluss auf mich. Darauf, wie ich meine Musik anpacke, wie ich über einige Dinge denke und noch vieles mehr. Das ganze Border Community Ding ich wirklich unglaublich. Petter und The MFA haben natürlich auch einen großen Einfluss auf mich. Wir sind alle befreundet. Mit Petter spreche ich fast täglich, wir tauschen Ideen und Tracks aus. Dasselbe mit James. Es ist toll, so zu arbeiten und sehr schön, dass ich das mit Freunden machen kann.
RL: Was ist dir wichtig, wenn du komponierst?
NF: (Smile) Das mich verdammt noch mal nichts und niemand stört! Ich bin ein Bedroom-Producer, und das ist super, weil so die Musik Teil meines alltäglichen Lebens ist. Ich denke, es wäre viel schwieriger für mich, wenn ich jedes mal erst irgendwo ins Studio gehen müsste, um Musik zu machen - das ist dann so unspontan und gezwungen. Ich mochte Studios noch nie so richtig. An der Uni war mir das immer zu klinisch und viel zu eng. Ich mag es lieber zuhause an meinem Rechner zu sitzen, mit Cubase herumzuspielen und mir dabei eine Tasse Tee und ein paar Toasts reinzuhauen.
RL: Was macht den Nathan-Fake-Sound aus?
NF: Keine Ahnung. Ich habe schon immer so Musik gemacht, wie ich es mir dachte. Niemand hat mir je gesagt, wie ich irgendetwas machen oder mein Equipment verwenden soll. Ich denke, so etwas ist nicht schlecht, um seinen eigenen Sound zu finden. Normalerweise fange ich mit einem Groove oder so an und entwickle dann die Melodie drumherum. Meine Sachen sind sehr melodisch, und ich versuche immer meiner Musik etwas Besonderer zu geben, was sie abgefahren oder was auch immer macht. Für mich ist es wichtig, nicht zu sehr darüber nachzudenken was ich tue während ich es tue. Am besten ist es, wenn es einfach so aus einem herausfließt. Vielleicht liegt es aber einfach auch an meinem scheiße alten Rechner. Keine Ahnung. Ich weiß, das viele auf meine Musik blicken und darauf wie ich arbeite und sagen "Was zur Hölle machst du da?" Aber hey, es scheint zu funktionieren.
RL: Beherrschst Du ein Instrument?
NF: Ja, ich spiele Klavier und Keyboard. Wobei ich nie richtig klassischen Unterricht wie James hatte. Als ich klein war, habe ich irgendwann ein keyboard bekommen, ich glaube ich war so acht Jahre alt, und da habe ich dann angefangen, mir das Spielen selber beizubringen und seitdem entwickelt sich das. Ich spiele sehr gerne. Es ist gut, um Musik zu schreiben, denn man lernt sehr viel darüber, wie Melodien und Akkord-Strukturen funktionieren. Ich wünschte, ich könnte besser Gitarre spielen. Ich bin Linkshänder und irgendwie kam ich immer nur an eine Gitarre für Rechtshänder und habe so nie richtig gelernt darauf zu spielen. Ich fidele einfach ein bisschen auf ihr herum und kann einstimmge Melodien und Akkorde spielen.
RL: Hast du auch in Bands gespielt oder gab es von Anfang an nur elektronische Musik?
NF: Ich war in einigen Bands, als ich noch auf dem College in Norfolk war. Da war ich so 17 oder 18 Jahre alt. Es war aber nie was Richtiges dabei, wobei das vielleicht auch daran lag, dass man in einer Rockband nich wirklich einen Keyboarder braucht.
RL: Es gibt eine Menge Produzenten, von deren Tracks man genau weiß, was man zu erwarten hat - nämlich nichts oder das was sie schon seit Jahren machen. Das hat aber auch sein Gutes, weil man weiß, woran man ist. Wie sieht das bei dir aus? Was möchtest du mit deiner Musik erreichen, und was dürfen wir von dir erwarten?
NF: Ich habe keine speziellen Ziele, die ich erreichen möchte, aber ich denke, man wird noch mehr von mir außer Clubmusik hören. Die Leute kenen hauptsächlich meine Clubsachen und meine Remixes, weswegen sie auch etwas in der Art erwarten. Nathan der Techno Producer. Einige bezeichnen meinen Sound sogar als Computer Funk. Ich war mir nicht sicher, wie 'The Sky Was Pink' funktionieren würde, weil es einfach etwas ganz Anderes war als das, was ich bis dahin gemacht hatte. Das war ein psychedelisches Electronic-Rock-Teil und überhaupt nicht dieses Techno-Ding. Backed up wurde das ganze durch James Remix, auf den dann alle völlig abgefahren sind. Es gab aber auch viele, denen das Original gefallen hat, was mich natürlich umso mehr gefreut hat. Mein kommendes Album spielt sehr viel mit diesem Psychedelic-Electronica-Sound, und ich hoffe, die Leute werden erkennen und Spaß daran haben, dass ich nicht nur Dance-Music machen kann und möchte.
RL: Was halten deine Eltern von deiner Musik?
NF: Sie mögen sie! Sie wollen immer meine neusten Sachen hören, die ich gemacht habe. Ich denke immer, wenn meine Mum es mag,k habe ich wohl einen guten Job gemacht. Sie macht immer sehr lustige Kommentare, auch über andere. Ich habe ihr irgendwann einige von James neuen Songs vorgespielt, einer davon ist sehr noisy und crazy, und sie meinte 'oh, dear, dreht er jetzt durch?' (lacht) Sie mag die meisten seiner Songs wirklich.
RL: Es ist ja oft so: Die erste Platte kommt raus, ist sehr erfolgreich, und das Leben fängt an, sich zu verändern. Was hat sich bei dir verändert seit der ersten 12"?
NF: Wirklich ziemlich viel. Seit 'Outhouse' released wurde, bin ich zweimal umgezogen. Dann habe ich natürlich viele andere Tracks und Remixes gemacht und angefangen, ein Album zu produzieren. Als meine erste Platte herauskam, war ich nauch auf dem College. Der größte Unterschied zu heute ist, das ich jetzt Musik fulltime mache. Ich spiele nun die meisten Wochenenden in Clubs, das ist cool, schlaucht aber auch ziemlich. Es ist großartig, in die ganzen tollen Städte zu reisen, dort nette Menschen zu treffen und für diese meine Musik zu spielen. Es ist aber auch anstrengend, weil ich immer weniger Freizeit habe, und das nervt. Trotzdem mache ich das natürlich lieber, als irgendwelche Regale in Supermärkten aufzufüllen.
RL: Wenn du in Clubs spielst, dann als Live-Act. Hat es dich nie gereizt, auch aufzulegen?
NF: Zu der Zeit, als meine erste Platte herauskam, wurde ich mit Emails von Promotern überschwemmt, die wollten, das ich in ihrem Club auflege. Ich weiß, es gibt viele Leute, die einen Luftsprung gemacht hätten, aber ich habe halt doch nie aufgelegt. Klar könnte ich losgehen und mir zweit Turntables zulegen, ein paar Platten kaufen und dann bei vielen Gigs auflegen, aber das heißt nicht, dass ich darin auch gut wäre. Dieses DJ-Ding war aber auch nie etwas, was ich erreichen wollte, und ich hätte keinen Spaß daran, es nur zu tun, weil es möglich wäre. Ich spiele live und liebe es. Wenn ich jemals auflege, dann in irgendeinem Hinterzimmer oder in einer Lounge und dann spiele ich Rock und Electronica-Kram und nicht Prog-Tech-Minimal-Zeug.
RL: Was ist das nächste, was wir von dir höhren werden?
NF: Wer weiß das schon. Wenn ich nicht produziere oder unterwegs bin und in irgendwelchen Clubs als Live-Act auftrete, liege ich bei mir oder meiner Freundin rum, höre Musik und schaue DVDs an. ich habe gerade erst das College beendet und versuche nun solangsam herauszufinden, was ich mit meinem weiteren Leben anfangen möchte. Vielleicht fange ich an, einen Roman zu schreiben, designe ein Brettspiel oder bringe meine eigene Unterwäsche-Kollektion heraus oder so was in der Art.
RL: Was ist Erfolg für dich?
NF: Puh, ich bin mir nicht sicher. Ich denke, wenn Leute meine Musik mögen und sie sich kaufen. Im Moment fühle ich mich sehr erfolgreich.
RL: Gibt es etwas, was du schon immer einmal laut sagen wolltest?
NF: Ich bin kein sehr lauter Mensch. Dennoch möchte ich etwas loswerden: Schaut auf eure Eltern, arbeitet hart und seit nett zueinander. |
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| pillGrim |
@Felicity:
Vielleicht solltest du in dem Thread-Namen auch erwähnen welche Interiews du genau meinst. Bin mir sicher, dass der Thread dann öfters angeklickt wird. Gerade wo du noch das NF Interview ergänzt hast.
... war nur so ´ne Idee! |
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| XeCUTionER |
hatte ich noch gar nicht gesehen!
danke für deine mühe feli!!!!!! |
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| nz-fan |
Klaase!! Danke fürs reinstellen!! :)
| quote: | | auf den namen markus schulz wurde ich zum ersten mal durch sein release "markus schulz - you won´t see me cry" aufmerksam. veröffentlicht wurde diese 12" glaube ich im jahre 2000. |
Jepp, das habe ich auch mitbekommen und auch das er wohl früher Radioshows gemacht hatte...... hatte den Namen jedenfalls schon füher öfter gehört.......
Viele Grüße
:) |
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| Bloodflower |
| quote: | Originally posted by Felicity
...ich habe gerade erst das College beendet und versuche nun solangsam herauszufinden, was ich mit meinem weiteren Leben anfangen möchte. Vielleicht fange ich an, einen Roman zu schreiben, designe ein Brettspiel oder bringe meine eigene Unterwäsche-Kollektion heraus oder so was in der Art. |
HAHAHA!!!!!!! einfach geil der mensch. :) |
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| Felicity |
Ravline 05.2005
Mylo
Hannover im März. Um uns herum tobt die CeBIT, während hier in Halle 27 die Aufbauarbeiten für die am Abend stattfindende Dance-Music-Award-Verleihung (inkl. Aftershow) voranschreiten. Nach und nach treffen die ersten Künstler ein, un der Interview-Präsentations-Darstellungs-Marathon beginnt. Unter ihnen ist auch der Schotte Myles MacInnes, der vergangenes Jahr mit seinem Dancefloor-Hit "Drop The Pressure" nicht nur im Vereinigten Königreich für eine Menge Hysterie sorgte, sondern auch in Deutschland auf sich aufmerksam machte. Der anstehende Album Release in Deutschland und die Nominierung für den DMA-Newcomer-Award führten den 26-jährigen in die einzige deutsche Großstadt ohne Dialekt. Zwischen halb aufgebauten Kulissen und Backstage-Kabinen ohne Dach treffen wir Mylo, um gegen den vorherrschenden Lärmpegel anzukämpfen und etwas über Philosophie und West Coast zu erfahren.
Eine musikalische Bilderbuch karriere hat der eher klein gewachsene, sympathische Schotte nichthinter sich, es ist die eines Quereinsteigers mit steiler Kurve nach oben. Alles gebann auf der Isle of Skye. Dort wuchs Myles auf, inmitten des Nordatlantiks, weit weg vom pulsierenden London un dem Rest der Welt. Völlig losgelöst von Trends und Strömungen sog er die Musik auf, die das Radio, namentlich der Sender 'Atlantic 252', in den Äther stieß und lernte Gitarre und Piano spielen. Musik begleitet ihn auch auf dem Weg zu seinem Studium in Oxford. Dort schrieb er sich für Philosophie ein und landete schließlich musikalisch bei Kraftwerk, Serge Gainsbourg, Daft Punk und Speed Garage. Als er dann ein Philosophie-Stipendium in Californien erheilt, kam zu seinem bisherigen Repertoire noch der typische Westcoast-Flow dazu.
"Das war eine tolle Zeit. Ich hatte einen alten VW Scirocco. Damit fuhr ich viel herum und hörte Radio. Das ist dieser Vibe von West Coast Music, den kann man aus allem heraushören, von Randy Newman bis Dr. Dre."
Nach einem Jahr zog es ihn jedoch zurück nach Schottland, um das zu machen, was ihm am meisten auf der Seele brannte:
"Seit meiner frühesten Jugend wollte ich schon Platten produzieren."
Er kaufte sich einen iMac und startete
"Ich fing einfach an zu machen, es gab keinen Masterplan."
Demos wurden verschickt und die Sache kam schnell ins Rollen. Bald trafen die ersten Angebote ein. Dennoch entschied er sich nach einer Weile, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, und so gründete er zusammen mit seinem Freund Linus Loves das eigene Label Breastfed Music. Die ersten beiden 12inches "Wolves of Miami / Muscle Cars" und "Paris FOur Hundred" wurden 2003 in England veröffentlicht und schlugen ein wie eine Bombe ein, 'Deep Impact'. Vor allem seine Produktion "Drop The Pressure" entpuppte sich als wahrer Dancefloor-Killer, der vergangenes Jahr auch vermehrt in deutschen Clubs auftauchte.
"Ich höre ihn ab und an immer noch in diversen Clubs, und jedes Mal brennt die Tanzfläche. Ein Geschenk für jeden DJ, ein Eletro-Monster gespickt mit Effekten und Filtern und einer großartigen Dramaturgie. Hände in die Höhe und warten auf die nächste Schockwelle"
Ich mag es, mit einfachen Mitteln einen Track mit den Waffen eines DJs zu beeinflusse. Der DJ kann in der Zwischenzeit getrost auf Toilette gehen..."
Das britische Hipster-Magazin The Face beschrieb Mylo als britische Antwort auf Röyksopp. Viele DJs, vom Club-Resident bis hin zu größen wie Laurent Garnier, hatten seine Scheiben im Repertoire, der Track wurde zur Single der Woche bei diversen Radiostationen; so nahmen die Dinge ihren Lauf. Es folgten Remix-Aufträge, Live-Auftritte und die ersten Schritte als DJ.
"Ich bin prinzipiell Musiker, das Auflegen kam erst später dazu, ich übe noch, aber es wird immer besser und macht auch eine Menge Spaß."
Zu seinen Favoriten gehören neben Metro Area, Daft Punk, Black Strobe, Röksopp und Les Rhythmes Digitales auch einige deutsche Sachen wie Tiefschwarz oder das Kölner Kompakt Label. Wenn er auflegt, dann gern etwas härter und schneller als der Stuff vom Album, un dzur Prime Time kommen viele in Deutschland produzierte Tracks zum Einsatz.
Destroy Rock'N'Roll
Das Debüt-Album "Destroy Rock'n'Roll", das im UK ohne Marketing-Tools veröffentlich wurde, kam langsam, aber stetig ins Rollen. Nun erscheint ea auch in Deutschland via Superstar Recordings. Myles ist zum ersten mal in Deutschland und nicht nur wir sind wirklich gespannt, ob er hier an seine Erfolge in der Heimat anknüpfen kann. Die Erwartungen sind groß, die Vergleiche mit Air, Daft Punk und Röyksopp gewichtig und manchem Journalisten erschienen die doch etwas übertrieben. Aber schon der erste Kontakt mit dem Album entspannte und bei näherem Hinhören, bzw. beim Hören zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle, ergreift das ALbum den Hörer. Es gibt eben diese Momente, da macht es Doppelklick. Bei manchen, von der Presse hochgelobten Alben wartet man noch nach Jahren auf diesen Effekt.
"Ich wollte etwas Eklektisches machen, viele verschiedene Genres von elektronischer Musik. Ich bin nicht wirklich up to date. Als ich das Album machte, war ich nicht 'in touch with the scene', so machte ich es einfach, wie es mir in den Sinn kam. Wenn es schon nicht hip ist, ist es wenigstens mein Ding."
Der Einstieg ins Album offenbart aufs Neue seine Liebe zu Californien und zu den Fahrten um Los Angeles und die San Francisco Bay Area. "Valley of the Dolls" ist ein Intro, das sich nahtlos an das Outro "Definitve Breaks" vom Phoenix Debütalbum "United" (auch mit Doppelklick und ähnlicher Wirkung) anfügt. Die einen (Phoenix) verabschieden sich pathetisch im Sonnenuntergang, während der andere (Mylo) den Tag am Meer eröffnet. Die folgenden Tracks "Sunworshipper" und "Muscle Cars" schließen sich nathlos an. Ein feines Downbeat-Electronica-Trio voller Westcoast Vibe, mit aufsteigendem Tempo, hymnisch eröffnet und ein guter Einstieg in MacInnes' Musik-Kosmos. Mit nur wenigen Ausnahmen hält das ALbum den Pegel oben, die Tracks entfalten sich prächtig. "In My Arms" ist ein Disco Brett mit Kim-Carnes-Sample ("Bette Davis Eyes"), dezent eingebuat, wirkungsvoll, während "Guilty of Love" incl. Prince-Sample einem 80er Jahre Liebesfilm mit Adriano Celentano entsprungen scheint. Der Titelsong "Destroy Rock'n'Roll" betreibt extremes Name-Dropping, alles was Rang und Namen hat in Rock / Pop wird runter gezählt und gedisst. Gedisst? Nicht ganz, natürlich steckt ein Funken Wahrheit dahinter, aber Myles ist auch ein Meister des Witzes, der Ironie und des Sarkasmus, es funkelt förmlich aus seinen Augen, als er grinsend erklärt:
"Gehuldigt wird Daft Punk und Röyksopp mit "Otto's Journey" und "Paris Four Hundred", geschmeichelt wird der Seele mit "Zenophile", einem lazy House-Tune, und "Emo-tion 98.6" beendet den Trip mit einem sanften Breakbeat und streicherartigen Synthesizer-Wallungen. Was bleibt, ist ein extrem gutes Gefühl und die Erkenntnis, dass ich mein bisher bestes Album des Jahres gehört habe."
So, Is It New?
Es ist heutzutage schwierig bis unmöglich, Musik neu zu erfinden, das kann auch Myles MacInnes nicht, aber es ist eine Gabe und Kunst, die Elemente im richtigen Moment an der richtigen Stelle einzubauen, umzubauen, aufzubauen. Dann rocken auch wieder der Vocoder, die Filter und Cuts mit der Lautstärke, denn das beherrscht Mylo ausgezeichnet mit seiner eigenen Leichtigkeit des Seins. Den Druck, der um ihn herum aufgebaut wird, schüttelt er ab:
"Ich spüre keinen Druck, darüber denke ich nicht nach, dazu bin ich viel zu beschäftigt mit meinen Auftritten und Remix-Aufträgen. Ich bin froh so wie es läuft. Vielleicht kommt der Druck, wenn ich ins Studio gehe, um das zweite Album aufzunehmen, aber dann werden ich auch nicht zusammenbrechen."
Und falls es tatsächlich nicht funktionieren sollte, dann hat era uch noch sein Philosophie-Studium, das er unbedingt noch zu Ende bringen möchte, auch um "die dunklen deutschen Philosophen wie Nietzsche und Heidegger zu verstehen." Es sind zumeist Newcomer im elektronischen Bereich, die mit ihrem Debüt-Album (Siehe Massive Attack, Daft Punk, Phoenix, etc.) großartige Platten veröffentlichen, daran dann immer gemessen werden und letzlich an dieser Bürde zu zerbrechen scheinen. Man höre nur das aktuelle Daft Punk Werk "Human After All" an. Nur einige wenige produzieren weitere ähnliche gute Alben. Mylo, mit seiner absolut positiven Ausstrahlung, unverdorben, unbeeinflusst und bodenständig, ist zu wünschen, dass er dies schafft.
Wenn man wie er auf einer abgelegenen Insel aufwächst, dann schafft man sich zwangsläufig einen eigenen Kosmos, den man unbeirrbar - dennoch offen für Einflüsse - und unverseucht von Hype und Blablabla mit sich herumträgt. Wie er mit dem Druck umgeht, dass sagt ja schon der Titel seiner Rave-Hymne: Destroy Rock'n'Roll! So lange es Musiker wie Myles MacInnes, abgelegene Inseln und den iMac (bzw. inzwischen den MacG5) gibt, muss man sich keine Sorgen um die Zukunft von Dancefloor Musik und Raveline machen, denn dann haben wir immer wieder über neue Talente zu berichten.
Den Newcomer-Award bekam er in Hannover (leider) nicht, aber eine Nominierung für das beste Album und den besten Live-Act 2005 sollte für das kommende Jahr mindestens möglich sein. Und es ist Mylo durchaus zu wünschen, dass er noch weitere deutsche Städte sehen wird, egal ob mit oder ohne Dialekt-Kontakt, denn solche frischen Typen können mit ihren Tracks einen Club mitreißen. Daran liegt Myles viel, steht er doch auch mal gerne auf der anderen Seite des DJ-Pults.
Wie auch des Öfteren bei der Optimo Sunday Night Session in Glasgow, nach der er dann jedes Mal zwei Tage braucht, um wieder auf die Beine zu kommen...Hände in die Höhe! |
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