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Hartz IV, seid ihr dafür oder dagegen? (pg. 4)
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dEEkAy
stiffi: du klingst wien roter aber zählst dich als FDPler :D in kamen hängt die welt schief ;)
TomTom
Das kommt wohl ganz auf die Perspektive an...ich habe zur Zeit einen relativ sicheren Job und kann daher leicht sagen, ich habe nichts gegen das Harz IV-Programm, da ich es als notwengig erachte. Wenn ich nun aber im Osten leben würde und wäre mit einer Arbeitslosenquote von über 10% konfrontriert wäre und definitiv wenig Chancen auf einen Vollzeitjob hätte, würde ich das natürlich ganz anders sehen. Ich setze hierbei voraus, dass wir über Leute reden, die arbeiten wollen und nicht auf Schmarotzen aus sind. Das ist die große Gefahr bei dieser ganzen Diskussion um die Arbeitsreform...viele Leute werden in einen Sack mit dem Promilleanteil gesteckt, der wirklich keinen Bock zum Arbeiten hat und nur auf staatliche Unterstützung um jeden Preis aus ist.

Wenn ich beispielsweise die letzten 20 Jahre gearbeitet hätte und immer die vollen Beiträge in die Renten- Arbeitslosen und Krankenversicherung einbezahlt hätte und nun, da ich zum ersten Mal staatliche Hilfe aufgrund von längerwährender Arbeitslosigkeit in Anspruch nehmen müsste, bereits nach einem Jahr auf Sozialhilfeniveau gedrückt würde, hätte ich glaube ich auch einen Hals. Ebenso hätte ich einen Hals, wenn ich mir im Studium den Arsch aufgerissen hätte und müsste als diplomierter Ingenieur bei den Stadtwerken als Abfallentsorgungstechniker anfangen. Damit meine ich nicht, dass der Job eines Müllmanns nicht okay ist und das wir in der Solidargemeinschaft lernen müssen, uns auch mit unterqualifizierter Arbeit auseinanderzusetzen, sondern dass ich einfach nur den Volkszorn verstehen kann und dieser nicht unbegründet ist. Über kurz oder lang werden wir alle mit Einbußen rechnen müssen, nur treffen diese halt ab dem nächsten Jahr über vier Millionen Menschen und das ist kein Pappenstiel. Flexibilität ist ja das, was Arbeitgeber zur Zeit von den Arbeitnehmer fordern...Du findest keinen Job in deiner Stadt? Lass Deine sozialen Kontakte hinter Dir und zieh in ne wildfremde Stadt. Du hast Familie? Na und, dann müssen die eben mit. Du hast ein Haus gekauft und wohnst darin? Verkauf es und ziehe in eine Mietwohnung. Hauptsache, Du hast einen unterbezahlten Job mit einem Zeitvertrag und musst keine staatliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Mir fehlt zur Zeit etwas die Langzeitperspektive in der Politik und die soziale Verantwortung bei den Unternehmen. Die schon immer vorhandenen Ungleichgewichte bei den Einkommen werden durch Hartz IV und ALG II natürlich verstärkt und ich hoffe, dass die Leute auch hier in D-Land so langsam anfangen, die eingebürgerten Unterschiede nicht mehr als selbstverständlich hinzunehmen, sondern wenigstens zu hinterfragen. Wir sind kein Aktivisitenland aber ich frage mich schon, wo nach allen Zugeständnissen an Unternehmen die Zugeständnisse seitens der Unternahmen bleiben? Wie kann ein Unternehmen erwarten, bei solch einer wirtschaftlichen Lage weiterhin den erwarteten Ertragsschnitt zu machen und wenn dieser nicht erreicht wird, an den kleinsten Gehältern zu sparen? Wo sind die Jobs, die seitens der Industrie zugesichert wurden? Wieso ist ein riesiges Unternehmen von sovielen Steuerarten befreit, während Bürger vieles mehrfach versteuern? Die ewige Lüge mit dem Standortwechsel lasse ich nicht gelten, weil die meisten Großkonzerne vom Image in Deutschland leben...stellt Euch vor, Mercedes hätte nur Produktionsstätten in Dubai oder sonstwo...würden die noch genau soviel umsetzen? Ich glaube nicht. Diese ewige Forderung nach mehr Zugeständnissen seitens der Unternehmen ist etwas, was mir zum Hals heraushängt. Ich habe in den letzten Jahren in meinem Job (Deutsche Bank Qualitätsmanagement IT) soviele Kollegen aus anderen Abteilungen gehen sehen und wenn ich deren Gehälter zusammenrechne, komme ich auf das Jahresgehalt eines Top-managers. Aber lieber werden hunderte von Leuten entlassen, als ma für 1-2 Jahre die Gehälter der "Entscheidungsträger" zu kürzen oder wenigstens die horrenden jährlichen Erhöhungen sein zu lassen. Warum sollen immer nur die kleinen Lichter sparen, bei denen 50 Euro mehr oder weniger mehr ausmachen als bei einem Manager, der halt mal auf seinem (eh schon recht hohen) Lohnniveau bleibt? Ich bin sicher der letzte, der eine bessere Qualifikation oder mehr Verantwortung nicht auch besser bezahlt sehen möchte. Mir fehlt nur einfach das Ying und Yang Prinzip ein bisschen und finde, jeder sollte es in seinem Geldbeutel spüren, wenn im Inland eine Konjunkturflaute herrscht. Von Geldverschwendungen im ganz großen Stil seitens der von uns gewählten Volksverteter will ich hier gar nicht anfangen, sonst wird das Posting noch länger.
Reaktor
quote:
Originally posted by Stiffmaster
ich sehe manche haben echt den ernst der lange noch nicht realisiert


Ich denke schon das ich das realisiert habe. NUR, ich kann nicht von den Leuten verlangen Jobs anzunehmen, wenn überhaupt nicht deckend so viel da sind.

Warum werden so viele Stellen abgebaut ? Weil wir so viel Arbeitslose haben ? NEIN !

Warum haben wir so viele Arbeitslose ? Weil Kosten gespart werden müssen und im Ausland die Leute für viel weniger arbeiten, als wir hier ! Es fehlen einfach die Jobs hier in Deutschland.

Du sehst nur das Problem, dass wir in Deutschland so viele Arbeitslose haben und das alle anscheinend keinen Bock haben zu für 1,50 € die Stunde zu arbeiten. Du musst aber auch mal den KERN dieses Problems sehen, warum es so ist und woher es kommt. Bestimmt nicht weil alle so faul sind oder sich zu Schade finden für 1000 € im Monat zu arbeiten.

ALLEIN DURCH HARTZ IV kommt Deutschland nicht wieder nach oben !
Reaktor
sehr geil @tomtom ;)

So ist es eben, es geht immer nur den Kleinen an den Kragen, die sowieso schon ganz stark bluten müssen.
Felicity
wer "was ist das" klickt...muss unter ner schweren form von Appartheit leiden....
Unimog
quote:
Originally posted by TomTom
Das kommt wohl ganz auf die Perspektive an...ich habe zur Zeit einen relativ sicheren Job und kann daher leicht sagen, ich habe nichts gegen das Harz IV-Programm, da ich es als notwengig erachte. Wenn ich nun aber im Osten leben würde und wäre mit einer Arbeitslosenquote von über 10% konfrontriert wäre und definitiv wenig Chancen auf einen Vollzeitjob hätte, würde ich das natürlich ganz anders sehen. Ich setze hierbei voraus, dass wir über Leute reden, die arbeiten wollen und nicht auf Schmarotzen aus sind. Das ist die große Gefahr bei dieser ganzen Diskussion um die Arbeitsreform...viele Leute werden in einen Sack mit dem Promilleanteil gesteckt, der wirklich keinen Bock zum Arbeiten hat und nur auf staatliche Unterstützung um jeden Preis aus ist.
Wenn ich beispielsweise die letzten 20 Jahre gearbeitet hätte und immer die vollen Beiträge in die Renten- Arbeitslosen und Krankenversicherung einbezahlt hätte und nun, da ich zum ersten Mal staatliche Hilfe aufgrund von längerwährender Arbeitslosigkeit in Anspruch nehmen müsste, bereits nach einem Jahr auf Sozialhilfeniveau gedrückt würde, hätte ich glaube ich auch einen Hals. Ebenso hätte ich einen Hals, wenn ich mir im Studium den Arsch aufgerissen hätte und müsste als diplomierter Ingenieur bei den Stadtwerken als Abfallentsorgungstechniker anfangen. Damit meine ich nicht, dass der Job eines Müllmanns nicht okay ist und das wir in der Solidargemeinschaft lernen müssen, uns auch mit unterqualifizierter Arbeit auseinanderzusetzen, sondern dass ich einfach nur den Volkszorn verstehen kann und dieser nicht unbegründet ist. Über kurz oder lang werden wir alle mit Einbußen rechnen müssen, nur treffen diese halt ab dem nächsten Jahr über vier Millionen Menschen und das ist kein Pappenstiel. Flexibilität ist ja das, was Arbeitgeber zur Zeit von den Arbeitnehmer fordern...Du findest keinen Job in deiner Stadt? Lass Deine sozialen Kontakte hinter Dir und zieh in ne wildfremde Stadt. Du hast Familie? Na und, dann müssen die eben mit. Du hast ein Haus gekauft und wohnst darin? Verkauf es und ziehe in eine Mietwohnung. Hauptsache, Du hast einen unterbezahlten Job mit einem Zeitvertrag und musst keine staatliche Hilfe in Anspruch nehmen.




richtig

aber unsere politiker sind eher darauf aus einen billig lohnsektor zu schaffen wo man sich dann für 1€ den buckel zerammeln kann
damit sie dann vor der wahl anhand ihrer verfälschten statistik sagen können schaut her 1 mill arbeitslose weniger -> vote 4 us


pervers und gefährlich
[HH] Lazarus
quote:
Originally posted by TranceRulez
Arbeitest Du echt für die Bundesagentur für Arbeit? Cool, noch ein TA :)


Nein, mein Arbeitgeber ist und bleibt trotz ARGE die Freie und Hansestadt Hamburg
Frank-HH
ich könnte zu den Thema Hartz V Seitenweise schreiben, aber ich habe
keine lust dazu.

Nur soviel: Ich glaube einige Meinungen würden sich hier ganz schnell ändern, wenn mann selber mal Arbeitslos werden würde,und schon so wie ich 15 Jahre Berufsleben hinter sich haben!
MirkoS
quote:
Originally posted by Reaktor
Warum haben wir so viele Arbeitslose ? Weil Kosten gespart werden müssen und im Ausland die Leute für viel weniger arbeiten, als wir hier ! Es fehlen einfach die Jobs hier in Deutschland.


Man kann es auch ganz einfach sagen. Wir haben zuviele Menschen in Deutschland, die u.a. auch an der Automatisierung leiden!
Immer mehr Maschinen und Computer haben den Job von uns Menschen übernommen. So ist das!
Wo früher 4 Mann bei den Fordwerken standen um die Räder anzumontieren, steht jetzt ein Roboter der das macht.

Selbst im Büro hält sowas Einzug....:nervous:

Ausserdem ist das Lebenserwartung von uns Menschen nach oben gestiegen.
Wo früher z.B mit 70 "Schicht im Schacht" war, ist es heute mit 77 dank der verbesserten Medizin möglich länger zu leben.
Das hat man alles nich mit auf dem Zettel gehabt.

Es kommt viel zusammen...

H4 ist nicht die Lösung aller Probleme...
Frank-HH
quote:
Originally posted by MirkoS

H4 ist nicht die Lösung aller Probleme...


auf keinen Fall!

DJ NGE
quote:
Originally posted by Frank-HH
auf keinen Fall!

Es ist jedoch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung, denke ich.
DJ NGE
Ach ja, passend zum Thema: http://www.spiegel.de/politik/deuts...,320500,00.html :whip:
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