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Was macht die Politik gerade? (pg. 38)
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| Tom Paris |
| Alles Bull, die Dinger gehören einfach nicht nach Mitteleuropa. Fertig. Niemand wird deshalb an der Ausübung seiner Religion gehindert oder eingeschränkt. |
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| halo |
| quote: | Originally posted by DJOverdose
@halo:
Das Minarett selbst ist demnach wirklich nur zur zierde. |
Erst denken, dann Posten. Mal davon ab, dass der Wiki-Artikel in der Formulierung uneindeutig ist, ist der typische Fall der, dass statt Muezzin heute auf dem Minarett nur noch der Lautstpercher steht. Demnach ist es völlig Wurst, wo das Mikro/der Muezzin steht (Mangels wesentlicher weiterer Räume halt sinnvollerweise im Betsaal), am Ende kommt es oben raus. Denn im Betsaal braucht man in der Regel nicht zwingend eine Verstärkung um jemanden rufen zu hören...
Wie gesagt, wenn ich den Turm nicht in irgendeiner Form nutze, dann muss ich ihn nicht bauen, ergo wäre mir ein Bauverbot völlig Wurst. Nebenbei gesagt ist es absolut nicht zwingend, dass der Gebetsruf von einen Minarett erschallen muss. Auch in islamischen Ländern gibt es Moscheen ohne Minarett. ...Was erneut die Frage aufwirft, warum ein Gebäudeteil, der historisch und symbolisch einzig dem islamischen Gebetsruf zugeteilt ist, überhaupt im christlich/atheistisch geprägten Europa gebaut werden muss.
Integration heißt im übrigen nicht, dass die Einheimischen die Kultur der Zuwanderer ungefiltert akzeptieren/übernehmen, sondern, dass die Zuwanderer ihre Kultur soweit an die lokalen Gegebenheiten anpassen, dass eine sinnvolle Integration möglich ist. Bei aller Religionsfreiheit ist eine Moschee mit Minarett im typisch islamischen Baustil ausserhalb ihrers Ursprungslandes kein Zeichen von Integration, sondern zeugt von einer bewussten, klaren Abgrenzung der Kulturen! |
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| Keldana |
| quote: | Originally posted by halo
Ein Muezzinruf, welch religiöse Motive auch immer dahinter stecken mögen, dürfte in Deutschland im Prinzip schon aus immissionschutzrechtlichen Gründen nicht gestattet sein. Oder kennt jemand ne Ecke in Deutschland, wo man zum Gebet ruft?
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Zwecks Gleichbehandlung müßte man den Moscheen sicher zubilligen, die selbe Lautstärke wie ein Kirchturm von sich zu geben.
Sprich ja ... ich kenne hier genug Ecken, wo man zum Gebet ruft ... wenn das auch im Volksmund "Glockenläuten" genannt wird. |
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| DJOverdose |
| @halo: ich denke immer nach, bevor ich poste, auch wenn meine posts nicht immer frei von makeln sind.:rolleyes: aber zurück zum thema: dass die formulierung in der wikipedia nicht eindeutig ist habe ich so noch gar nicht gesehen. insofern wären verlässliche quellen zu der nutzung von minaretten in mitteleuropa und deren lautstärke etc. und darüber hinaus ob die lautsprecher nicht auch einfach an die mosche selbst gebaut werden können interessant. leider habe ich in der richtung gerade nichts finden können. |
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| Addliss |
| quote: | Originally posted by halo
Wie gesagt, wenn ich den Turm nicht in irgendeiner Form nutze, dann muss ich ihn nicht bauen, ergo wäre mir ein Bauverbot völlig Wurst. Nebenbei gesagt ist es absolut nicht zwingend, dass der Gebetsruf von einen Minarett erschallen muss. Auch in islamischen Ländern gibt es Moscheen ohne Minarett. ...Was erneut die Frage aufwirft, warum ein Gebäudeteil, der historisch und symbolisch einzig dem islamischen Gebetsruf zugeteilt ist, überhaupt im christlich/atheistisch geprägten Europa gebaut werden muss. |
Eigentlich hüte ich mich davor, im Internet über Religion zu diskutieren, da es sehr oft zu ewigen Diskussionen führt sowie gefährliche Meinungen und Trolle anzieht. Aber hier scheint es mir angebracht, ein paar Worte dazu zu sagen:
Egal, ob der Turm in irgendeiner Form genutzt wird oder nicht, muss man den Bau doch deshalb nicht verbieten. Sicher, du hast Recht, es scheint irgendwie unsinnig, etwas zu bauen, was nicht genutzt wird. Aber dennoch kann ich mir ja ein Haus irgendwo in der Stadt bauen, wo Platz ist und ich die Genehmigung bekomme, und dann ist das fertig und steht erstmal 5 Jahre leer. Aber weil es mir gehört, kann mir da keiner reinreden, ob ich es nutze oder nicht. Es wird erst dann wichtig, ob es genutzt wird, wenn es einsturzgefährdet ist o.ä. - wenn es also andere Menschen gefährdet. Von daher - ich sehe nicht, dass man den Bau eines ungenutzten Gebäudes verbieten sollte. Und wenn es den Muslimen in Europa wichtig ist, aus welchen Gründen auch immer, warum soll man ihnen nicht ein Minarett gewähren?
Zum zweiten:
| quote: | | Integration heißt im übrigen nicht, dass die Einheimischen die Kultur der Zuwanderer ungefiltert akzeptieren/übernehmen, sondern, dass die Zuwanderer ihre Kultur soweit an die lokalen Gegebenheiten anpassen, dass eine sinnvolle Integration möglich ist. Bei aller Religionsfreiheit ist eine Moschee mit Minarett im typisch islamischen Baustil ausserhalb ihrers Ursprungslandes kein Zeichen von Integration, sondern zeugt von einer bewussten, klaren Abgrenzung der Kulturen! |
Integration, das sagst du richtig, ist keine Übernahme der zugewanderten Kultur. Aber andererseits ist Integration auch keine "Anpassung der Einwanderer an die Heimischen". Zumindest reicht dies nicht aus: Beide Seiten müssen sich anpassen. Und wenn den Zugewanderten gewisse Kulturteile wichtig sind, wäre es ja auch möglich, dass sich die heimische Kultur anpasst bzw. neu ausrichtet. Dass sie offen für Einflüsse ist, die sie nicht völlig unterhöhlen. Ich sehe nicht, warum so ein komischer Turm unsere kulturelle Identität gefährden sollte!?
Ich verstehe es auch nicht als Abgrenzungsmerkmal. Das könnte es sein, ja, doch genauso kann man es als Offenheitsmerkmal unserer eigenen Kultur sehen. Wenn Minarette und Moscheen neben mitteleuropäischen Wohnhäusern, Hochhäusern, Universitäten o.ä. stehen, sehe ich gerade eine Integration gegeben. |
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| Cosmique |
| quote: | Originally posted by halo
Wie gesagt, wenn ich den Turm nicht in irgendeiner Form nutze, dann muss ich ihn nicht bauen, ergo wäre mir ein Bauverbot völlig Wurst. |
und nun stell dir eine christliche Kirche ohne Kirchturm vor.
Also erstmal war das ja nur ein Volksentscheid und niemand muß sich daran halten.
Man kann nicht "religionsfreiheit" prädigen und dann die Ausübung eines bestimmten Glaubens eindämmen.
Stellt euch doch mal vor, irgendein Land wo es religionsfreiheit gibt, sagt eines Tages - boaaahhh neeee keine Kirchen mehr .... ! Ihr könnt Christus in einer Halle ohne Turm anbeeten.
Entweder es gibt Religionsfreiheit oder eben nicht.
Und falls ein betroffenes Land damit vors EU Gericht zieht, bin ich 100% davon überzeugt, daß diese Recht bekommen.
Denn um das "Bauverbot" durchsetzen zu können, müßte die Schweiz Religionsfreiheit abschaffen ! |
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| lotadeus |
wie gesagt, ein bauverbot konnte man bis heute schon ganz normal mit dem bestehenden gesetz durchsetzen, es geht hier ums prinzip...dass man die leute nicht will, auch wenn mans nicht zu gibt.
wieso dürfen wir keine kirchen in der türkei oder saudi-arabien bauen?
das losungswort heisst u.a. bildung. |
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| Cosmique |
| quote: | Originally posted by lotadeus
wieso dürfen wir keine kirchen in der türkei oder saudi-arabien bauen?
das losungswort heisst u.a. bildung. |
weil es genau da keine religionsfeiheit gibt, im gegensatz zur Schweiz ! |
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| lotadeus |
| quote: | Originally posted by Cosmique
weil es genau da keine religionsfeiheit gibt, im gegensatz zur Schweiz ! |
möglich, aber wenn sich die typen hier ein scheibchen bildung abholen und das irgendwann wieder heimbringen und es genug leute tun gehts auch da irgendwann einmal. |
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| Cosmique |
| quote: | Originally posted by lotadeus
möglich, aber wenn sich die typen hier ein scheibchen bildung abholen und das irgendwann wieder heimbringen und es genug leute tun gehts auch da irgendwann einmal. |
recht du hast, junger jedi.
Aber das ändert nichts an der momentanen Lage.
Schweiz hat Religionsfreiheit (und da gehört auch der turm mit aufs gebäude, wie bei christlichen kirchen der turm dazu), und Saudi-Arabien eben nicht !
Das ist DER ausschlaggebende Punkt dabei.
Und wenn die Schweiz das nicht will, müßen sie halt die Religionsfreiheit abschaffen. |
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| Nik Novo |
Die Religionsfreiheit ist eines der elementaren Grund- und Menschenrechte, die vor allem in der Freiheit eines Einzelnen bzw. einer Gruppe von Menschen besteht, seine Glaubensüberzeugung oder ein weltanschauliches Bekenntnis frei zu bilden oder dafür zu werben, einer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft anzugehören und seine Religion oder Weltanschauung ungestört auszuüben sowie ihr gemäß zu handeln. Hierzu gehört auch die Freiheit, kultische Handlungen frei auszuüben (Kultusfreiheit).
Der Bau von irgendwelchen Gebäuden (egal ob sie einen religiösen Zweck erfüllen oder nicht) hat mit Religionsfreiheit überhaupt nichts zu tun, das sind 2 völlig voneinander unterschiedliche Dinge. |
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| halo |
| quote: | Originally posted by Addliss
...erstens...
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Die ganze Diskussion geht auch völlig ohne Berufung auf die Religion. Hierzu ein kurzer Auszug aus dem §34 BauGB:
| quote: | (1) Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. Die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse müssen gewahrt bleiben; das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden.
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| quote: | (3a) Vom Erfordernis des Einfügens in die Eigenart der näheren Umgebung nach Absatz 1 Satz 1 kann im Einzelfall abgewichen werden, wenn die Abweichung [...]
3. auch unter Würdigung nachbarlicher Interessen mit den öffentlichen Belangen vereinbar ist. |
...nun haben die Schweizer nichts weiter getan, als per demokratischem Entscheid festzuhalten, dass sie die Bauform eines Minaretts als unvereinbar mit dem baulichen Umfeld empfinden. Das ist ihr gutes Recht.
| quote: | Originally posted by Addliss
Zum zweiten:
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Niemand will irgendwem irgendetwas überbügeln oder ungeprüft aufzwingen. Jede Kultur hat wertvolle Aspekte die man einbinden kann und sollte. Jedoch wirst du mir sicher folgen können, dass es kontraproduktiv ist, wenn man als Europäer nach Indien auswandert und dort die Einführung von Rinderzuchten fordert um den Eigenbedarf an Rindfleisch zu decken.
Minarette sind aufgrund ihrer ausschließlich religiösen Nutzung ein extrem starkes Symbol. Ich persönlich würde sie durchaus in ihrer religiösen Symbolkraft mit der Burka vergleichen. Ich hoffe, du empfindest Burkas auf deutschen Staßen nicht auch als Zeichen für Weltoffenheit und Integration...
@Cosmique
Natürlich wird eine beliebige islamische Gruppierung mit einer Klage gegen eine demokratische Äußerung der Schweizer Erfolg haben. Wer will schon islamische Länder politisch gegen sich aufbringen...
Dann wäre nur der eigentliche Skandal, dass sich eine Minderheitengruppierung durch religiös/politischen Druck gegen den demokratisch geäußerten Willen der Mehrheit durchsetzt (was auch immer man moralisch von der Abstimmung halten mag).
Ansonsten solltest du dich vielleicht einfach mal umschauen, wie viele Kirchen es gibt, die ganz ohne Turm auskommen... |
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