| Rockabye |
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"DOMINO DAY"
Wirbel um Todesschuss auf Unglücksspatz
Der kleine Spatz war eine Gefahr für die große Show, Tausende Steine hatte er schon umgekippt, die RTL für den "Domino Day" aufgebaut hatte. Deshalb wurde er von einem Tierfänger erschossen. Doch die Empörung über die Tat ist so groß, dass der "Spatzenkiller" nun selbst Morddrohungen erhält.
Hamburg - "Das Tierchen schlug überall Löcher in das Projekt, so konnte das nicht weitergehen", sagte Produzent Wilhelm Boll. Nach vergeblichen Versuchen, den Spatz einzufangen, hat ihn ein Mitarbeiter mit einem Luftgewehr erschossen. Der Spatz war am Montag in die Halle geflogen und hatte 23.000 von insgesamt mehr als vier Millionen Dominosteinen umgeworfen. Diese sind dort für einen Weltrekordversuch aufgebaut und sollen erst am Freitag während einer Fernsehübertragung für den sogenannten "Domino Day" des Senders RTL kunstvoll fallen. Nur vorsorglich eingebaute Schutzwälle verhinderten, dass noch mehr Steine vorzeitig kippten.
Der tödliche Schuss empört jetzt Tierschützer. Die niederländische Organisation "Dierenbescherming" schaltete gestern die Polizei ein. Nach ihrer Überzeugung hätte die verantwortliche Firma für Schädlingsbekämpfung eine Genehmigung für den Abschuss des Vogels in einer Messehalle in Leeuwarden haben müssen. "Ein Helfer, der versehentlich Dominosteine umstößt, wird doch auch nicht gleich erschossen", kritisierte "Dierenbescherming". Die Firma sagt, sie habe eine Genehmigung.
Der Deutsche Tierschutzbund forderte RTL auf, der Produktionsgesellschaft Endemol klar zu machen, dass tiergerechte Verfahren zur Vermeidung solcher Vorfälle angewandt werden sollten. Wenn es sich um einen PR-Gag handeln sollte, sei es "eine zweifelhafte Methode zur Quotensteigerung".
Ein RTL-Sprecher erklärte, da der Spatz von "einem auf Tierfang spezialisierten Unternehmen" binnen einer Stunde nicht eingefangen werden konnte, "wurde vor Ort entschieden, das inzwischen völlig erschöpfte und verängstigte Tier von einem Jäger erschießen zu lassen". Der betreffende Mitarbeiter erhalte jedoch inzwischen selbst Todesdrohungen.
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